Auto : Schön aufgepasst

Forscher haben nachgewiesen, dass Autobahnbaustellen gar nicht so unfallträchtig sind

Autobahnbaustellen lösen bei vielen Pkw-Fahrern Angst aus: Die Fahrspuren sind eng und gefühlt steigt die Unfallgefahr. Tatsächlich geschehen dort aber nur wenig Unfälle. Während sich auf Bundesautobahnen von 2006 bis 2008 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes genau 1456 Unfälle ereignet haben, gab es im gleichen Zeitraum nur 60 Crashs in Baustellen auf Autobahnen. Auch ist die Gefahr in einer Baustelle nicht überall gleich groß, wie die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in einer mit der TU Dresden durchgeführten Studie an zwölf im Bau befindlichen Autobahnabschnitten mit einer Gesamtlänge von 68 Kilometern herausgefunden hat.

So sind die Strecken innerhalb der Baustellen unabhängig von ihrer Breite und der zulässigen Höchstgeschwindigkeit mit Blick auf Unfälle eher unauffällig, im Vergleich zu frei befahrbaren Abschnitten sogar sicherer. Die Problemzonen von Autobahnbaustellen sind die Verschwenkungsbereiche und die Behelfs-Anschlussstellen. Hier ist die Unfallhäufigkeit sechs Mal höher als auf freier Strecke. Besonders das Ende einer Baustelle vom Verschwenkungsbereich bis zur Aufhebung des Tempolimits ist gefährlich. Anscheinend führt schon das von weitem zu erkennende Schild „Aufhebung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit“ zu starken Beschleunigungen und großen Streuungen der Tempi am Baustellenende.

Daher raten die Unfallforscher dazu, das Tempolimit am Ende der zu reparierenden Abschnitte stufenweise anzuheben und erst nach zwei Kilometern wieder freie Fahrt zu gewähren. Zudem sollten Verschwenkungsbereiche und Überleitungen deutlicher gekennzeichnet werden, ebenso wie Behelfsanschlussstellen. Außerdem sei es besser, wenn die Reduzierung der Fahrstreifenanzahl im Annähungsbereich der Baustellen frühzeitig erfolge. Denn dort kommt es ebenfalls vermehrt zu Unfällen; meist verursacht durch jene Autofahrer, die sich nicht an die Geschwindigkeitsherabsetzung halten und dadurch vor dem Verschwenkungsbereich zu heftigen Bremsmanövern gezwungen sind. Dies führt nicht selten zu Auffahrunfällen mit leichtem Sachschaden. kosi

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