• SEAT-PROBE II: EXEO ST: Das darf, ja das soll einem spanisch vorkommen: Dieser exzellente Kombi war mal ein Audi

SEAT-PROBE II: EXEO ST : Das darf, ja das soll einem spanisch vorkommen: Dieser exzellente Kombi war mal ein Audi

DER TYP

Exeo ST – wer ihn noch nicht kennt, sollte sich mit ihm verabreden. Seats Mittelklassekombi ist der Inbegriff eines gesunden Preis-Leistungsverhältnisses. Kein Wunder: Der Wagen steht auf der Plattform des alten A4, wie ihn Audi zwischen 2004 und 2008 gebaut hat, ist aber günstiger. Clever, die alten Produktionsanlagen für ein neues Auto zu nutzen. Der Kunde profitiert, bekommt ein ausgereiftes Modell, solide bis in die Blechwurzeln und schon in der Basis Reference ausgestattet mit allem, was man wirklich braucht.

DIE STÄRKEN UND SCHWÄCHEN

Keine Frage, das größte Plus ist die DIrektheit. Was man an Lenkung und Gas auch verändert, die Reaktion erfolgt prompt. Das Fahrwerk schluckt zwar nicht jede Rückmeldung von der Straße, wir fanden die Betonung des Straffen aber passend. Der Zwei-Liter-TDI, den wir fuhren, bot 143 PS – ein souveräner, teils deutlich vernehmbarer Diesel, der bestenfalls beim Anfahren ein wenig schwächelt. Die serienmäßige Sechsgang-Handschaltung arbeitet knochig, aber genau;eine Schaltpunktanzeige hilft, den Verbrauch im Zaume zu halten, so man den Vorschlägen folgt. Unser Testverbrauch lag naturgemäß deutlich über den Normangaben im Prosekt: Knapp 7 Liter praktisch statt 5,7 in der Theorie. Die Verarbeitung ist tadellos, der Laderaum mit 442 Liter kleiner als erwartet – selbst die Exeo-Limousine bietet 18 Liter mehr. Immerhin: Die Ladekante ist schön niedrig; die Rückbank lässt sich leicht und geteilt umklappen; auf Wunsch gibt es Gepäcknetze. Vorne sitzt man gut, kann aber selbst mit Höhenverstellung den Sitz nicht sehr weit nach unten ratschen. Hintere Passagiere stoßen mit den Knie schnell an ihre Grenzen – da fehlen dann die paar Zentimeter, die ein aktueller A4 länger ist als sein Vorgänger. Insgesamt ist die Bedienung klar und logisch. Das Navi indes sitzt zu tief, die Klimaregelung hinter dem Schalthebel. Gerade mal ein Becherhalter ist im Kafee-Mitnehm--Zeitalter zu wenig; generell fallen die Ablagen eher mickrig aus; die Seitentüren sind nicht in der Lage, ordentliche Trinkflaschen aufzunehmen. Mühsam ist die Verstellung der Innenraumbeleuchtung über eine Taste zwischen Lenkrad und Tacho.

DIE SCHLUSSFOLGERUNG

Mit dem macht man wenig falsch – mit Blick auf den Geldbeutel sogar eine Menge richtig: Der Exeo ST ist bis zu 5000 Euro billiger als ein A4 oder ein 3er Touring. Die Preise beginnen bei gut 23 000 Euro für den 1,6-Liter-Benziner; der gefahrene 143-PS-TDI liegt bei gut 27 000 Euro. Anders als viele Kollegen vom Fach empfinden wir es nicht als Problem, dass der Exeo auch optisch an ein acht Jahre altes Modell andockt – es gibt genügend Kandidaten, die wirklich neu sind, aber Klassen schlechter aussehen. eric

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