Auto : Sechser gefällig

Unterwegs im Alltag – heute mit einem Japankombi

Auf den ersten Blick …

fällt das Eigenschaftswort „schnittig“. Mazda hat es in den letzten Jahren vermocht, eine selbstbewusste Handschrift zu kreieren, die sich in Europa durchgesetzt hat. Anders als die moderne Karosserie ist der Innenraum ist eine leise Enttäuschung: alles schwarz Ton in Ton; das Leder wirkt einfach, die Alu-Imitate billig, das Lenkrad zu dünn. Zwar bestreiten die Japaner den Anspruch, premium sein zu wollen – ein bisschen ambitionierter aber könnten sie hier schon zu Werke gehen.

Pluspunkte gibt es vor allem für…

das pfiffige und (auch hinter dem Auto stehend) zu bedienende Faltsystem der Rücksitze – den japanischen Namen dafür, den Mazda so gerne nennt, ersparen wir uns. Die Platzverhältnisse sind bis auf die eingeschränkte Kopffreiheit gut; das Ladevolumen liegt im oberen Bereich der Mittelklasse. Die Ablagen sind adäquat platziert, die beiden Cupholder schön tief und die Armauflagen in der Tür angenehm gerade. Das Fahrwerk ist komfortabel und weitgehend wankfrei; der Zweiliter-Diesel mit seinen 163 PS trotz kleiner Anfahrschwäche stark genug, um eine vierköpfige Familie mit ihrem Gepäckwust frustfrei ans Ziel zu bringen.

Weniger Charme hat…

das doch etwas hakelige Sechsgang-Getriebe. Da eine Automatik auch gegen Aufpreis nicht zu haben ist, muss man sich an den rauen Handschalter gewöhnen. Rau ist auch das richtige Wort für den Motor, solange er nicht auf Touren und Temperatur ist. Erst auf schneller Landstraßen- oder Autobahnfahrt haben wir ihn als wirklich leise erlebt. Die Sitzpolster waren uns schlicht zu dünn; die Oberschenkelauflage zu kurz. Als zugig haben wir die Klimaanlage empfunden; als kontrastarm und überladen das Display des hausbacken gestalteten Navi.

Das spannendste Detail…

ist eine Ohrfeige für andere Telefonsysteme. Im Mazda klappt die Ankopplung des Handys zwar nur über Sprachsteuerung, dafür aber einfach und zuverlässig.

Unterm Strich die richtige Wahl für…

alle, die genug haben: Von langen Aufpreislisten, von Diesel-Verbräuchen jenseits der sechseinhalb Liter und vom Statusdenken alter Schule. Mit dem soliden 6er-Kombi kann man sich sehen lassen, gut verreisen und Fracht-Aufgaben ohne Verrenkungen abhaken. eric

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


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