Auto : Seltenes Vergnügen

Sie sind besonders. Sie sind nicht billig. Und sie wollen Premium sein. Neue und aufgefrischte Individualisten im Vergleich.

BMW 6ER GRAN COUPÉ

Nein, jetzt keine Diskussion darüber, welche Edelsteine die Autowelt braucht und welche nicht. Mercedes hat mit seinem Coupé CLS schon lange einen Stachel im Fleische BMWs. Deshalb wollten die Bayern es mit dem dritten und elegantesten Ableger ihrer 6er-Reihe jetzt so exklusiv wie möglich und so sportlich wie nötig machen. Die Operation, wen wundert’s, ist gelungen – für 80 000 Euro aufwärts erwarten wir auch nichts anderes. Die Designer sind zurecht stolz auf den athletischen Leib und das 1a-Heck. Die Ergonomen versprechen für die beiden Sitzplätze hinten etwas mehr Platz als sie halten. Und die Techniker müssen auf ihr Zeugnis warten, bis im Herbst der neue, 450 PS zählende V8-Biturbo mit optionalem Allrad erscheint. Ob der sogenannte „Fahrerlebnisschalter“ in der Mittelkonsole oft genutzt wird, würden wir gerne einmal empirisch untersuchen lassen: Wie alle Sechser fährt sich das Gran Coupé im Sportprogramm am besten – vor allem der Lenkung wegen.eric

INFINITI FX 30

Das glauben wir der Schwestermarke von Nissan gern: Wer einen Infiniti kauft, legt „noch mehr Wert auf Design“ als in der Premiumklasse üblich. Nehmen wir den FX, das bekannteste, weil auffälligste Modell der Japaner: Bevor der 2008 nach Deutschland kam, war er Anti-Spießern in den USA aufgefallen. Viele davon wollten ihn ungefahren haben: Der schönste SUV ever. Inzwischen hat Infiniti in Deutschland Fuß gefasst – fünf Center gibt es , eines davon in Berlin. Das Aushängeschild der Japaner bleibt der gerade überarbeitete FX. An seinem markanten Auftritt hat sich trotz modifiziertem Grill nichts geändert. Der Sonderling kommt immer mit Allrad und wahlweise mit zwei Benzinern und einem 3-Liter-Diesel mit 238 PS – zu dem wir ausdrücklich raten, weil die Ottos einfach zu durstig sind. Technisch bietet der gut 57 000 Euro teure FX nirgends das Beste oder Neueste am Markt – trotzdem ist er eine Empfehlung für alle, die es sportlicher und individueller mögen als in einem X5. eric

LEXUS GS 450 h

Praktisch, so eine Verwechslung: So mancher liest Luxus statt Lexus. Da braucht man gar nicht erst sagen, dass es sich um die Edelmarke von Toyota handelt. Im August rollen die Japaner eine neue Generation ihrer großen Nobel-Limousine an den Start – zu erkennen vor allem an der Front. Die trägt mehr scharfe Falten und neue LED-Scheinwerfer. Lexus preist die immense Entwicklungsarbeit, verweist stolz auf 1,5 Millionen Erprobungskilometer und 1000 Interviews mit GS-Fahrern. Deren größtes Leid wird nun beseitigt: Mit 482 Litern Ladevolumen gibt es endlich einen gescheiten Kofferraum. Der knapp 55 000 Euro teure GS 450H ist ein Vollhybrid. Er bedient sich eines Sechszylinders mit 292 PS und eines Elektromotors mit 53 PS bedient. Anders als beim Vorgänger liegt die Batterie nicht mehr unter den Fahrgästen. Sie steht auf der Achse hinter der Rückbank. Die Folge: Deutlich mehr Platz im Inneren. Neu in der GS-Familie ist ein 209 PS starker Benziner mit 2,5-Liter-V6 für gut 45 000 Euro.eric

DRAUFSCHAUEN

Extrem lange Motorhaube; schwellende Flanken; abfallende Dachlinie; kleine Fenster, die eher an einen Sportwagen erinnern. Sowas traut sich der Nachbar im Leben nicht!

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Sorry, aber es ist wie damals, als Jaguar noch zu Ford gehörte und zu offensichtlich zu viele Gleichteile verbaute. Im Inneren ist Nissan spürbar – und das schwächt Infiniti.



LOSFAHREN

Trotz der serienmäßigen 20-Zöller ist der FX nicht zu hart gefedert. Bis Tempo 200 liegt er satt, in Kurven wankt er kaum – mal ein gutes Gefühl, auf hohem Ross zu sitzen.

DRAUFSCHAUEN

So flach und gestreckt können Viertürer aussehen. Die Linie lässt fast vergessen, dass wahre Coupés Zweitürer sind. Das Dach läuft samten aus in ein betörend elegantes Heck.

EINSTEIGEN

Vorne ist alles wie im kleinen 6er-Coupé: Ebenso fahrerorientiert, ebenso schmal geschnitten, ebenso perfekt verarbeitet. BMW sagt, hinten können Drei sitzen. Falsch.



LOSFAHREN

Puh, die bis zu zwei Tonnen Gewicht sind nicht zu spüren. Der 640d mit Reihensechszylinder und 8-Gang-Automatik laüft primstens. Ein V8 mit optionalem Allrad folgt im Herbst.

DRAUFSCHAUEN

Eine stattliche Erscheinung. Die Front wirkt gewollt aggressiv, die Seitenansicht elegant. Hübsch ist die Chromspange zwischen den Leuchten am Heck – so wirkt der GS breiter.

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Grandios, der Innenraum – durchdachter und viel feiner als im Infiniti. Riesig das Navi; bombastisch die 835-Watt-Musikanlage; innovativ die Klima mit Filter gegen trockene Luft.



LOSFAHREN

Ein souveräner Hybrid: leise, stark und mit sieben Litern Test-Verbrauch sparsam. Prima Fahrwerk, vier Motorprogramme von Eco bis Sport plus – und optional gibt’s zig Fahrhilfen.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
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