Sicherer ohne "menschliches Versagen" : Fahrerloses Auto kommt in den Alltag

Parken ist eine lästige Sache beim Autofahren. Nicht nur, weil es viel Zeit kostet. Vielmehr ist es für viele Autofahrer auch anstrengend und will manchmal nicht gelingen. Nicht nur hier können Assistenzsysteme im Auto das Leben künftig leichter machen. Das fahrerlose Auto wird immer mehr zur Realität.

Einfach aussteigen und ab ins Parkhaus: Das fahrerlose Auto, das auch noch selbst parkt, ist ein Traum, der in nicht allzu ferner Zukunft Realität werden könnte. Foto: dpa
Einfach aussteigen und ab ins Parkhaus: Das fahrerlose Auto, das auch noch selbst parkt, ist ein Traum, der in nicht allzu ferner...Foto: dpa

Die Suche nach einem Parkplatz kann so einfach sein - Valet-Parking heißt das Zauberwort. Vor edlen Hotels übernimmt seit jeher ein Portier die Aufgabe. Verkehrsforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben gezeigt, dass auch hochentwickelte Sensorentechnik im Zusammenspiel mit dem Smartphone das Einparken übernehmen kann. Wie von Geisterhand findet das fahrerlose Auto einen freien Parkplatz und parkt zentimetergenau in die kleinste Lücke ein.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Autofahrer spart Zeit und Nerven, die Umwelt wird nicht durch eine lange Suche belastet und der Parkraum wird optimal genutzt. „Das zwei Stellplätze durch schiefes Einparken besetzt werden, gibt es nicht mehr“, versichert Prof. Karsten Lemmer, der das DLR-Projekt leitet.

Entwicklung ist rasant

Noch ist das System zwar nicht auf dem Markt, aber Lemmer ist sich sicher, dass sich Autofahren in den nächsten zehn Jahren extrem verändern wird: „Die Entwicklung ist rasant“, stellt er fest. „Wenn ich vor zehn Jahren etwas vom automatischen Einparken gesagt habe, haben die Leute abgewunken“, erinnert er sich. Mit Fahrerassistenzsystemen wie ABS, ESP oder Einparkhilfen habe die Zukunft jetzt längst begonnen. All diese Systeme gehören zu den teilautomatisierten, die der Fahrer ständig überwachen muss.

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15.01.2013 17:10Immer wieder im Januar trifft sich die Autobranche zu der wichtigsten Motor Show auf dem amerikanischen Kontinent in Detroit....

Nicht ganz so zeitnah, aber dennoch in vorstellbaren Zeiträumen, werden laut Prof. Markus Maurer von der Technischen Universität (TU) Braunschweig auch die automatisierten Systeme, wie Valet-Parking, auf die Märkte kommen. Dabei geht es um weit mehr als technische Spielereien: Autofahren soll umweltfreundlicher, zeitsparender, komfortabler und vor allem sicherer werden. Von den jährlich etwa 4000 tödlichen Unfällen in Deutschland sind laut Maurer mehr als 95 Prozent auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Schwierig wird es, wenn es schnell wird

„Automatisches Einparken wird eines der ersten marktreifen Systeme sein“, meint Maurer, der 2010 Leonie auf die Straße brachte. Leonie ist das erste fahrerlose Auto gewesen, das zu Forschungszwecken auf öffentlichen Straßen fahren durfte. Für den gesamten Niedriggeschwindigkeitsbereich, also auch bei Stau- und Stopp-and -Go-Situationen, könne der Kunde jährlich mit Neuerungen rechnen.

Schwieriger wird es laut Maurer überall dort, wo schnell gefahren wird - die Ansprüche an die Technik sind hoch: „Bei jeder Neuentwicklung müssen auch die unwahrscheinlichsten Fälle mit einkalkuliert werden“, erläuterte er.

Das DLR als neutrale Großforschungseinrichtung ist dabei, für Industrie und Forschung die „Anwendungsplattform Intelligente Mobilität“ (AIM) aufzubauen. „Die Idee ist, eine Infrastruktur für viele Forschungsprojekte anzubieten“, erläuterte Lemmer von der DLR. Damit sollen Forschungsgelder gespart werden und die Ziele schneller erreicht werden. AIM wird von der EU, dem Bund und dem Land gefördert. „Valet-Parking“ ist ein Projekt von AIM. (dpa)

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