Sicherheit von Fußgängern im Straßenverkehr : Mit Gehwegnasen sicherer

Um die Sicherheit von Fußgängern ist es auf unseren Straßen nicht gerade optimal bestellt, wie der VCD Städtecheck" zeigte. In Berlin sind Zahlen der Verunglückten deutlich gestiegen. Es geht aber auch anders, wie der Blick nach Krefeld zeigt.

David Digili
Die Schwächsten im Straßenverkehr sind sicherlich Kinder zu Fuß. Aber auch für Erwachsene wird es auf zwei Beinen immer öfter gefährlich.
Die Schwächsten im Straßenverkehr sind sicherlich Kinder zu Fuß. Aber auch für Erwachsene wird es auf zwei Beinen immer öfter...Foto: dpa

Das gute Gewissen des deutschen Straßenverkehrs beispielsweise liegt direkt in der niederrheinischen Tiefebene. Krefeld gilt als Musterbeispiel eines funktionierenden, durchdachten Verkehrskonzepts für Fußgänger. So lobte der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Der "VCD Städtecheck" kam zu der Erkenntnis: „Fußgänger verunglücken selten, aber häufig zu schwer.“ In der Statistik wurden alle deutschen Großstädte mit über 100 000 Einwohnern geprüft, dazu die Zahlen des letzten Fünf-Jahreszeitraums von 2009 bis 2013 ausgewertet. Knapp die Hälfte hat schlecht abgeschnitten - auch Berlin: Waren es 2009 noch 1690 verunglückte Fußgängerinnen und Fußgänger, so stieg die Zahl bis 2012 auf 2275 an. 2013 waren es 2136 verunfallte Personen in der Hauptstadt.

"Natürlich sind in einer Metropole wie Berlin immer mehr Menschen, immer mehr Touristen unterwegs", sagt Anja Smetanin vom VCD. "Die Unfälle verlagern sich immer mehr in innerstädtische Bereiche, eben in die Bezirke mit dem meisten Publikumsverkehr, in touristische Gegenden, in Einkaufsstraßen." Schwerpunkte seien aber auch die ÖPNV-Haltestellen. Vom Lob für Krefeld oder auch Frankfurt am Main - Städte mit verstärktem Fokus auf Sicherheit im Straßenverkehr für alle Teilnehmer - erhoffe man sich positive Signale.

So hat Krefeld flächendeckende Tempo-30-Zonen in der Innenstadt, Bremsschwellen und Mini-Kreisverkehre, die sich positiv auf die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer auswirken. In Frankfurt verkürzen Gehwegnasen den zu überquerenden Straßenweg, zeitlich begrenzte Spielstraßen im Sommer sollen Kinder und auch Erwachsene zu mehr Sicherheit verhelfen. Das hat Modellcharakter für andere Städte. "Ein Beispiel zu Berlin. Die Stadt hat im vergangenen Jahr angefangen, endlich auch etwas für die Rad-Infrastruktur zu tun, mehr Raum zu schaffen", sagt Smetanin. "Davon erhoffen wir uns Mitnahmeeffekte für Fußgänger."

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

5 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben