Skoda Octavia Combi : Fairer Handel

Ein sogenannter "Hidden Champion", also ein versteckter Sieger, ist der Skoda Octavia schon lange nicht mehr. Das gute Image der tschechischen VW-Tochter ist schon lange kein Geheimnis mehr. Umso interessanter dürfte der neue Skoda Octavia Combi für die Kunden sein. Er zeigt einmal mehr, wie Skoda für gutes Geld gute Autos baut.

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Solides Handwerk mit bewährter Technik: Der Skoda Octavia Combi hat sich schon in den vorangegangenen Generationen eine treue Fangemeinde erarbeitet.
Solides Handwerk mit bewährter Technik: Der Skoda Octavia Combi hat sich schon in den vorangegangenen Generationen eine treue...Foto: Hersteller

Neuerdings kommt sogar das Design an. Trotzdem überlegt man sich als Autojournalist inzwischen dreimal, ob man die Modellwechsel bei Skoda überhaupt noch besprechen sollte. Es gibt so wenig zu kritisieren. Nehmen wir den schicken Kombi, der seit zwei Wochen beim Händler steht, den Octavia. Er war schon in der zweiten Generation ein ausgesprochen solider, preiswürdiger Typ. Aber bei der Neuerfindung hat er seine Stärken noch einmal heraus gearbeitet – und das so eindrucksvoll, dass es selbst Premium-Vertretern wie dem C-Klasse T-Modell angst und bange werden muss.

Theoretisch spielt der Mercedes zwar eine Liga höher. Der Benz gehört der Mittelklasse an; der Octavia wird schon wegen der gemeinsamen Plattform mit dem Konzernbruder Golf zur Kompaktklasse gezählt. Praktisch ist davon allerdings genauso wenig zu merken wie von den 10 000 Euro Preisunterschied. Im Gegenteil: Der Skoda ist mit 4,66 Meter fünf Zentimeter länger; gefühlt sind es vor allem hinten noch mehr. Trotzdem ist der Skoda Octavia 2013 übersichtlicher beim Rangieren, zumal er den kleineren Wendekreis hat. Auch beim Beladen des Kofferraum verblasst der Stuttgarter Stern: 485 Liter Gepäckraumvolumen sind deutlich weniger als die 610 Liter des Importwagens.

Typisch Skoda!

Beim Design hat Skoda mit der neuen Generation zugelegt. Das Biedermann-Image soll endgültig der Vergangenheit angehören.
Beim Design hat Skoda mit der neuen Generation zugelegt. Das Biedermann-Image soll endgültig der Vergangenheit angehören.Foto: Hersteller

Wer jetzt das große „Aber“ einfügen will, „aber der Komfort, der Stil...“ – halt, der muss neu denken. Denn der Octavia hat im Inneren einen Riesen-Sprung gemacht, unübersehbar. Die Materialien sind wertiger, das Navi endlich zeitgemäß und die Gestaltung weniger bieder. Nimmt man die feine Verarbeitungsqualität und einige der vielen Skoda-typischen Nützlich-Gimmicks hinzu, verdient das Look and Feel Bestnoten. Lose Gepäckstücke werden mit einem kleinen Plastikwinkel angeklettet. Das Handy parkt in einer Becher-Garage, die Warnweste liegt unterm Sitz. Und im Tankdeckel ist ein Eiskratzer platziert. Typisch Skoda.

Von wegen billig: Im Innenraum hat Qualität der Materialien deutlich zugelegt.
Von wegen billig: Im Innenraum hat Qualität der Materialien deutlich zugelegt.Foto: Hersteller

Typisch Skoda ist auch der Eindruck unterwegs. Perfekt abgestimmtes Fahrwerk, direkte Lenkung, auf Wunsch das gute DSG-Getriebe: Skoda steht seiner Mutter VW in nichts nach. Zu welchem der vier Otto- oder vier Dieselmodelle man auch greift, Solidität und Agilität paaren sich auf angenehme Weise. Für den vermutlich sehr beliebten Zweiliter-TDI mit 150 PS gilt das dank dicker Dämmung und fetter Kraftentfaltung allemal. Mehr Auto und mehr Tankrechnung braucht kein Mensch. Sechs Liter Verbrauch sind hier realistisch. Es hat sich gelohnt, den neuen gegenüber dem alten Octavia um 100 Kilo abzuspecken.

Nach dem vielen Lob und angesichts der (abgesehen vom klimafreien Einstiegsmodell) guten Ausstattung finden wir die Preise ab 16 400 Euro selten fair. Auch wenn die Konkurrenten teils günstiger zu haben sind – beim Preis-Leistungsverhältnis halten Hyundai i30, Opel Astra oder Renault Mégane nicht mit.

Boom bei Kleinwagen und SUVs
Das Zulassungsstellen waren im Jahr 2012 nicht unbedingt überfüllt von Neuwagenkunden. Mit 3,082 Millionen frisch angemeldeten Fahrzeugen ist der Markt um 2,9 Prozent zurückgegangen, wie das Kraftfahrtbundesamt berichtet. Das bedeutet einiges an Schatten, aber durchaus auch Licht für die Modelle der Autobauer. Im Vergleich zu den zweistelligen Einbrüchen auf den Märkten unserer europäischer Nachbarn ist das sogar ausgesprochen komfortabel.Weitere Bilder anzeigen
1 von 45Foto: dpa
15.01.2013 09:25Das Zulassungsstellen waren im Jahr 2012 nicht unbedingt überfüllt von Neuwagenkunden. Mit 3,082 Millionen frisch angemeldeten...

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