Skoda Octavia RS : Spurten und sparen

Skoda macht mit seinen RS-Modellen in Sport. Der Benziner ist stärker und schneller – doch der Octavia RS macht auch als Diesel richtig Laune.

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Das Vernunft-Auto kann auch unvernünftig: Der Skoda Octavia RS ist die sportliche Speerspitze aus Tschechien.
Das Vernunft-Auto kann auch unvernünftig: Der Skoda Octavia RS ist die sportliche Speerspitze aus Tschechien.Foto: Hersteller

Soviel wissen wir inzwischen alle: Skoda baut beeindruckend vernünftige Autos, die mit ihrem guten Preis-Leistungsverhältnis jedem Golf das Leben schwer machen. Die RS-Modelle waren aber bislang eher was für die Eingefleischten. Pünktlich zur Deutschlandpremiere auf der IAA haben die Tschechen der neuen Generation des Octavia nun einen Trainingsanzug übergestreift und die neue RS-Linie vorgestellt. Der erste Blick gilt dabei natürlich dem Benziner, einem Zweiliter-Turbo mit 220 PS, wie er auch den Golf GTI antreibt. Uns hat bei einer ersten Probefahrt aber der RS-Diesel interessiert – schließlich hat es einen besonderen Reiz, Spurten und Sparen miteinander zu verbinden.

Nehmen wir das Fazit vorweg: Der 2.0-TDI mit seinen 184 PS steht dem Octavia in vielerlei Hinsicht hervorragend. Vom Start weg macht sich nie das Gefühl breit, "nur" auf die zweitbeste Lösung zu setzen. Es ist erstaunlich, wie federleicht sich Kombi und Limousine mit dem Vierzylinder anfühlen. Es fehlt weder an Kraft noch an Agilität; nur, wenn eine schnell gefahrene Kurve auf die nächste folgt, ist zu erahnen, dass der Diesel einen Zentner mehr Gewicht auf die Vorderachse bringt als der Benziner. Mit der neuen Progressivlenkung folgt der Octavia kleinsten Lenkeinschlägen präzise; empfehlenswert ist in jedem Falle auch das Doppelkupplungsgetriebe DSG; es arbeitet extrem schnell, aber äußerst harmonisch. Im Sport-Modus werden die Gänge spürbar länger ausgedreht; das Fahrwerk wird jedoch nicht sehr viel härter als im Normal-Modus, wo es RS-typisch ohnehin schon ziemlich straff abgestimmt ist.

Unter sieben Liter bei flotter Fahrt

Mit dem TDI an Bord kann der Octavia Sport und sparen.
Mit dem TDI an Bord kann der Octavia Sport und sparen.Foto: Hersteller

Akustisch liefert der RS eine wohlklingende Überraschung: Ein Soundgenerator gaukelt den Passagieren einen kernigen Motorklang vor, wie man ihn in einem TDI noch nie gehört hat. Nur im Eco-Modus wird nichts sport-geschönt. Über die gute Dämmung des Octavia freut man sich aber auch hier, selbst bei schneller Autobahnfahrt, eine Übung, bei der ein Diesel im Vergleich mit dem Benziner naturgemäß abfällt. Es strengt den Diesel doch etwas an, die Regionen am Limit zu erklimmen – macht aber wenig, denn der Fahrspaß dieses RS definiert sich nicht an der ausgewiesenen Höchstgeschwindigkeit von 232 km/h. An der Zapfsäule strahlt der Fahrer dann umsomehr: Unter sechs Liter bei sparsamer, unter sieben bei zügiger Fahrt: Da lässt sich wirklich nicht mosern.

Skoda bietet die RS-Limousine als TDI ab 29 840 Euro an; der bereits bestellbare Kombi kostet 650 Euro mehr. Der bewusst dezente RS-Look mit Doppelauspuffblende, die guten Sportsitze und die 15mm Tieferlegung sind genauso Serie wie die üppigen Platzverhältnisse auf der Rückbank und im Laderaum. Auch als RS bleibt der Octavia in der Kompaktklasse das Raum-Maß der Dinge.

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