Skoda Superb aus zweiter Hand : Robuster Tscheche

Angeblich ist er so gut, dass VW-Chef Martin Winterkorn schon erzürnte ob der Tatsache, dass er in einem Test seinen Passat schlug. PR-Coup oder nicht - Der Skoda Superb ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Und auch aus zweiter Hand macht der Tscheche eine gute Figur.

Solider Begleiter aus Tschechien: Der Skoda Superb ist unauffällig, überzeugt aber mit robuster Technik zum vernünftigen Preis.
Solider Begleiter aus Tschechien: Der Skoda Superb ist unauffällig, überzeugt aber mit robuster Technik zum vernünftigen Preis.Foto: Hersteller

Schwächelnder Heckmotor, Straßenlage wie eine Seifenkiste und unendlich laut - das war in der Vergangenheit das Image von Skoda. Seitdem die tschechische Marke zu Volkswagen gehört, ging es bergauf mit der Kundenakzeptanz. Mancher Käufer schlägt mit dem Argument zu, Wolfsburger Technik zum günstigen Preis zu bekommen. Dass Skoda auf dem Automarkt längst salonfähig geworden ist, belegt wohl am besten das Flaggschiff Superb. In technischer Hinsicht beurteilt zumindest der ADAC das Modell, das viele der oberen Mittelklasse zurechnen, als "sehr unauffällig".

Der Superb wurde hierzulande bisher nicht häufig genug zugelassen, um es in die Pannenstatistik des ADAC zu schaffen. Dennoch machten sich die Pannenhelfer des Clubs Notizen: Demnach bereitete der Wagen außer durch Reifenpannen und entladene Batterien seinen Besitzern kaum Kummer. Lediglich bei Dieselfahrzeugen aus den Jahren 2002 bis 2004 machten vereinzelt defekte Generatoren sowie Störungen im Motormanagement Ärger. Letztere ließen auch manch einen Benziner von 2002 liegenbleiben. Bei Selbstzündern von 2002 und 2003 rutschten manchmal Turboschläuche aus den Halterungen.

Name mit langer Tradition

Die Modellbezeichnung Superb hat Tradition bei Skoda: Bereits 1934 stellte die Marke ein Luxusmodell mit diesem Namen vor, das bis 1949 gebaut wurde. 2001 besann man sich am Unternehmenssitz in Mladá Boleslav der Geschichte und ließ den Superb wieder aufleben, wenngleich das Genfer Messefahrzeug damals noch Skoda Montreux hieß. 2002 kam der Wagen in Deutschland auf den Markt. 2006 gab es ein leichtes Facelift. 2008 legte Skoda die zweite, etwas gestreckte aktuelle Generation auf. Seitdem misst der Superb 4,84 Meter in der Länge, das Kofferraumvolumen der Limousine wuchs auf mindestens 565 Liter. Seit 2010 ist auch eine Kombivariante erhältlich.
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An Skoda ging der Trend zum Downsizing nicht spurlos vorüber: Seit 2009 ist für den Superb ein Vierzylindermotor mit nur 1,4 Liter Hubraum, aber 92 kW/125 PS verfügbar. Ansonsten bekam das Auto je nach Baujahr und Generation Benziner mit Motorleistungen zwischen 85 kW/115 PS und 191 kW/260 PS, die ein Sechszylinder entwickelt. Die Dieselantriebe leisten zwischen 74 kW/100 PS und 125 kW/170 PS. Ein V6-Diesel ist seit dem Generationswechsel nicht mehr erhältlich.

Wer sich für eine gebrauchte Limousine interessiert, muss laut der Schwacke-Liste mindestens rund 5700 Euro für den Kauf eines Superb 2.0 Classic von 2002 einplanen. Allerdings haben diese 85 kW/115 PS starken Exemplare im Schnitt bereits 125.200 Kilometer auf dem Tacho. Ein Kombi von 2009 mit dem erwähnten 1,4-Liter-TSI-Benziner in der Variante Comfort kostet noch rund 14.050 Euro bei einer angenommenen Laufleistung von 50.750 Kilometern. Wer sich nach einem Diesel mit großem Ladevolumen umsieht, sollte etwa für den Superb Combi 2.0 TDI mit Allradantrieb und 125 kW/170 PS vom Baujahr 2010 in der höchsten Linie Elegance gut 23.450 Euro kalkulieren. Im Mittel haben solche Fahrzeuge nach Erhebungen von Schwacke 41.550 Kilometer hinter sich. (dpa)

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