Skoda Superb Combi : Der edle Lademeister

Noch mehr Platz und noch mehr Technik – Skoda schiebt sich mit seinem Superb Combi fast schon über die Mittelklasse.

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Fast wie ein Audi. Skoda Combi hat das gute Aussehen der Limousine auch auf den Kombi übertragen können.
Fast wie ein Audi. Skoda Combi hat das gute Aussehen der Limousine auch auf den Kombi übertragen können.Foto: Hersteller

Diese Zahl ist eine Ansage: 90 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Superb sind derzeit Kombis. Kein Wunder, bot doch bislang kein anderer Wagen der Mittelklasse so viel Raum wie der Tscheche. Und jetzt, in der zweiten Auflage, gibt es nicht nur noch mehr Platz, sondern auch mehr Design. Die Mannen unter Chefdesigner Jozef Kaban haben mit dem Superb Combi so etwas wie ihr Meisterstück abgeliefert. Die dynamische Front mit dem selbstbewussten Skoda-Grill geht in scharfen Bügelfalten in einer dynamisch abfallenden Dachlinie fließend ins Kombiheck über. Das ergibt ein so sportliches Hinterteil, wie es auch einem Audi A6 gut zu Gesicht stehen würde.

Und die Form geht nicht zulasten der Funktionalität. Die Kopffreiheit im Tschechen beträgt vorne 995 und hinten 1001 Millimeter, so viel wie in keinem anderen Kombi. Die 660 bis 1950 Liter Volumen, welche der Skoda Superb Combi im Heck bietet, erreicht kein anderer Kombi der Mittelklasse auch nur annähernd. Die große Heckklappenöffnung ist 898 Millimeter lang und 1075 Millimeter breit, und sie öffnet 1,90 Meter hoch. Die sehr niedrige Ladekante von nur 62 Zentimetern schont die Bandscheiben und erleichtert das Beladen. Die Größe des Laderaumes verdeutlicht dies: Wird die Rücksitzlehne des Beifahrersitzes umgeklappt, passen bis zu 3,10 Meter lange Gegenstände diagonal in diesen Kombi. Zum Vergleich: Das fünf Zentimeter längere und sehr viel teurere Mercedes E-Klasse T-Modell bietet mit 695 bis 1950 Liter kaum mehr Platz. Immerhin spielt der Edel-Kombi aus Stuttgart in der auotmobilen Hierarchie eine Klasse höher als der Lademeister aus Teschechien.

Viele Helferlein und praktische Extras im neuen Skoda Superb Combi

Schade, dass sich Skoda einen praktischen variablen Ladeboden mit 220 Euro extra vergüten lässt. Denn ohne ihn entstehen beim Umklappen im großen Laderaum immer zwei Stufen, welche beim Einpacken stören. In der Basisversion ist er überhaupt nicht zu haben. Da hätten die Tschechen ruhig etwas großzügiger sein dürfen.

Der Skoda Superb Combi hat ein Kofferraumvolumen von bis zu 1950 Litern. Das erreicht kein anderer Kombi der Mittelklasse auch nur annähernd.
Der Skoda Superb Combi hat ein Kofferraumvolumen von bis zu 1950 Litern. Das erreicht kein anderer Kombi der Mittelklasse auch nur...

Dafür kostet die elektrisch betätigte Heckklappe nur günstige 420 Euro. Acht Zentimeter mehr Radstand als beim Vorgänger machen den Fond nun zur Räkelarena für Große. Mit 15,7 Zentimeter Beinfreiheit bietet der Superb mehr als doppelt so viel Platz wie seine Wettbewerber in der Mittelklasse. Und in der Breite ist er auch um vier Zentimeter gewachsen. Auch im Kombi dürften hinten zumeist die Kinder residieren. Im Fond sitzt eine praktische Halterung für große und kleine Tablets. Da können die Kids Filme gucken oder mit den Kumpels chatten und nörgeln deswegen vielleicht weniger mit dem leidigen: „Wann sind wir endlich da?“

Nicht weniger als 31 smarte Detaillösungen haben die Techniker im Superb-Innenraum verbaut –: nicht nur zur Befestigung unterschiedlichster Gegenstände. Die Rücksitzbank lässt sich per Knopfdruck vom Kofferraum aus bequem umlegen, die Heckklappe öffnet und schließt elektrisch, optional sogar mittels Fußtritt unter die Heckstoßstange. Und die Tschechen haben noch weitere gute Ideen eingebaut – so zwei fest verstaute Regenschirme, einen Eiskratzer im Tankdeckel, den schon berühmten Mülleimer in der Seitenverkleidung, Platz für 1,5-Liter-Flaschen und eine herausnehmbare LED-Akkutaschenlampe im Kofferraum. Alles für sich genommen nicht neu, aber in der Summe sehr praktisch.

Skoda Superb Combi bietet den Fahrkomfort einer Limousine

Zum Marktstart sind vier Benziner von 125 PS bis 220 PS und drei Diesel von 120 PS bis 190 PS aus dem neuesten VW-Sortiment im Angebot. Allesamt hieven sie den mindestens 1,4 Tonnen schweren Wagen über die 200-Stundenkilometer-Marke. Die Kraft übertragen Sechsgang-Schaltgetriebe oder Doppelkupplungsautomaten mit sechs oder sieben Gängen für je 2000 Euro Aufpreis. Für die Top-Triebwerke gibt es gegen 1800 Euro extra auch einen elektronisch geregelten Allradantrieb. Bis zu 30 Prozent sollen die Motoren nun weniger verbrauchen. So kommt der GreenLine auf nur 3,7 Liter pro 100 Kilometer. Neben neuer Motorentechnik aus dem VW-Regal sind auch das um bis zu 75 Kilogramm geringere Gewicht und eine verbesserte Aerodynamik daran beteiligt.

Trotz des immer noch recht niedrigen Einstiegspreises ist der Superb aber längst nicht mehr so günstig wie früher. Mit allen Extras ist die 50.000-Euro-Grenze sogar ohne Probleme zu knacken.
Trotz des immer noch recht niedrigen Einstiegspreises ist der Superb aber längst nicht mehr so günstig wie früher. Mit allen...Foto: Hersteller

Die freudige Überraschung findet beim ersten Testausritt bereits nach wenigen Kilometern mit dem Superb Combi 1.4 TSI ACT Style mit 150 PS statt, der mit 32.050 Euro in der Preisliste steht. Dieser große Kombi fühlt sich beim Fahren so souverän an wie vor wenigen Jahren noch stattliche Limousinen der Oberklasse. Er fährt sich absolut präzise und mit der adaptiven Fahrwerksverstellung für 910 Euro Aufpreis zudem wunderbar ausgewogen. Wie bereits die Limousine ist auch für den Kombi diese adaptive Fahrwerksregelung Dynamic Chassis Control (DCC) inklusive Fahrprofilauswahl erstmals lieferbar. Damit kann der Fahrer die Abstimmung individuell an seine Vorlieben anpassen: normal, sportlich oder komfortabel. Die Einstellung erfolgt über einen Knopf in der Mittelkonsole. Dazu gesellt sich ein sehr angenehmes Geräuschniveau, das eigentlich auch über dem gewohnten Niveau der Mittelklasse liegt. Im großen Tschechen reist man kommod und rast nicht. Das Fahrwerk ist nämlich nicht auf Kurvenräuberei, sondern auf Komfort abgestimmt. Und das ist gut so.

Die Topversion kommt locker auf 50.000 Euro

Dieser 150-PS-Benziner, der dem Kombi immerhin zu einer Höchstgeschwindigkeit von 218 km/h verhilft und ihn in nur 8,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt, soll nur 5,0 Liter verbrauchen. Bei unserer Testfahrt waren es 6,2 Liter, noch immer ein sehr guter Wert für ein solch großes Auto. Das Zauberwort für den Miniverbrauch heißt ACT. Aktives Zylindermanagement. Dabei werden der zweite und der dritte Zylinder im Teillastbereich abgeschaltet, was den Verbrauch um einen halben Liter senkt. Die Zu- und Abschaltung erfolgt mittels elektromagnetischer Aktuatoren. Diese Zylinderabschaltung funktioniert im Drehzahlbereich zwischen 1400 und 4000 Touren, bei einem Drehmoment zwischen 25 und etwa 100 Newtonmeter sowie bei Geschwindigkeiten bis zu Tempo 130. Von all dem spürt der Fahrer nichts. Für Leute, die nicht viel mehr als 20.000 Kilometer im Jahr fahren, ist dieses Modell eine Empfehlung.

Auch bei den Fahrerassistenz- und Sicherheitssystemen hat Skoda kräftig aufgerüstet. Die elektrische Parkbremse und die Multikollisionsbremse gehören nun zur Serienausstattung aller Modelle. Gegen Aufpreis gibt es Abstandsradar, Spurhalte-Assistent oder einen sogenannten Traffic Jam Assist, welcher das Auto automatisch im Stau bewegt.

Allerdings sollte jeder Interessent wissen, dass, wenn alle Assistenten zugebucht werden, der Endpreis durchaus die 50.000-Euro-Grenze durchbrechen kann. Doch der Einstieg in die große Skoda-Kombi-Welt beginnt schon bei 25.590 Euro für die Basisversion Active mit 125 PS starkem Benziner, also 1510 Euro unter dem Wolfsburger, von dem er nicht nur die modulare Plattform, sondern auch die erwähnten Assistenzsysteme und die Elektronikstruktur nutzen darf. Gegenüber der Limousine ist der neue Kombi faire 1000 Euro teurer. Bei den Händlern steht der Skoda Superb Combi ab 26. September.

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