Skoda Yeti und Superb im Test : Wir wissen, was wir können

Unterwegs im Alltag – heute mit zwei dieselgetriebenen Tschechen, die um ihre bemerkenswerten Qualitäten kein großes Aufheben machen. Skoda, der "hidden Champion", stellt sich mit dem Yeti und dem Superb im Test.

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Der Superb kann vieles besser als die Konkurrenz, macht aber wenig Aufhebens darum.
Der Superb kann vieles besser als die Konkurrenz, macht aber wenig Aufhebens darum.Foto: Hersteller

Es gibt Dinge, die kennt und die weiß man seit Jahren. Und doch überraschen sie uns immer wieder. Der Superb von Skoda ist so ein Ding. Was der hinten für einen Platz bietet! Die Knie lassen sich lässig übereinander schlagen, man kann die Beine auch ausstrecken und die Füße auf einer soften Boden-Ablage abstellen – derlei Komfort fühlen wir sonst nur im A8 oder im 7er.

Die allerdings sind ein paar Tausend Euro teurer. Auch deshalb pflegt der Superb das Understatement: Er protzt nicht, gibt nicht an. Er ist einfach nur gut und solide. Bei den Sitzverhältnissen im Fond fängt das an, beim Kofferraum geht es weiter. Keine Kante zu überwinden, keine störenden Beulen in den Flanken; stattdessen ein weiter, glatter Raum, dessen Größe es mit den Kombis im Wettbewerb locker aufnehmen kann. Die Laufschienen im Boden sind für verschiebbare Trennstege gedacht; an der Seite gibt es feste und klappbare Haken für Tüten wie Taschen; das Laderaumrollo schnappt beim Öffnen der Heckklappe automatisch zurück und gibt so das Gepäck frei.

Merkwürdige Schwächen beim Öffnen und Schließen

Wer die elektronische Öffnung der Heckklappe zukauft, ärgert sich vielleicht darüber, wie laut der entsprechende Antrieb zu Werke geht. Ohnehin offenbart Skoda merkwürdige Schwächen beim Thema Öffnen und Schließen: Die Türgriffe hakeln durch die Bank – das schlüssellose Zugangssystem erscheint daher nach wenigen Tagen als empfehlenswerte Option. Doch schade, schade: In unserem Testwagen versagt es mehrfach den Dienst. Schlimmer noch: Zuweilen lässt sich der Wagen nach dem Verlassen desselben nicht einmal per Fernbedienung abschließen. Dann muss erst der Motor gestartet und wieder gestoppt werden.

Unterwegs wird der Superb seinem Namen durchaus gerecht: Am Fahrkomfort gibt es dank guter Sitze, einwandfreier Federung und leisem Motorlauf nichts auszusetzen. In Kurven neigt der Superb etwas zum Wanken. Der 170-PS-TDI aus dem Mutterhause VW ist eine solide Maschine und kräftig genug für den Familien-Alltag. Im Schnitt verbrauchen wir siebeneinhalb Liter – ein Wert, der ohne den serienmäßigen Allrad unsereres Probanden sicherlich noch einige Zehntel günstiger ausfallen würde.

Yeti fürs Gelände

Da wir Skodas 4x4 im Superb dank mildem Frühjahrsbeginn nicht auszunutzen vermochten, stellen wir ihn in einem kleineren Modell des Herstellers ganz bewusst auf die Probe. Das handliche SUV hört auf den possierlichen Namen Yeti und macht auf Brandenburger Feld- und Wiesenwegen eine gute Figur. Vor allem die Bergabfahr-Qualitäten hinterlassen Eindruck. Anders als beim Kombi Superb stimmt beim SUV Yeti jedenfalls die Bodenfreiheit: 18 Zentimeter!

Kein Schönling, aber ein solider Geländegänger: Der Skoda Yeti.
Kein Schönling, aber ein solider Geländegänger: Der Skoda Yeti.

Im zivilen Straßenverkehr gibt sich der Yeti unspektakulär, aber verlässlich. Nie entfährt uns ein "Wow", weil etwas wirklich begeistert. Aber ebenso wenig gibt sich der robuste Quader eine Blöße, die der längeren Abhandlung wert wäre – das altbackene Entertainment-System nebst Navi und die zu klein geratenen Becherhaltern seien aber erwähnt. Ein wahrer Genuss ist das herrliche Panoramadach. Es spannt sich beinahe über die komplette Dachfläche und lässt sich in der vorderen Hälfte in zig Zwischenschritten öffnen. Die dazugehörige Jalousie lässt die Sonne gefiltert ins Auto; fährt man sie zurück, verschwindet sie unsichtbar im Himmel.

Der Selbstzünder mit 170 PS, den wir eben im Superb erwähnten, treibt auch unseren Test-Yeti an: Eine stimmige Kombi, die aber von einer knochigen 6-Gang- Schaltung gestört wird. Wir müssen lange zurück denken, um uns an derart rumplige Gangwechsel zu erinnern – das stößt sogar Beifahrern auf. Kommentare von Mitreisenden provoziert auch eine Langstrecke auf der A9: Ab Tempo 150 erinnern laute Windgeräusche daran, wie hoch der Wagen baut. Wir nehmen es gelassen zur Kenntnis – schließlich haben wir uns noch vor einer halben Stunde über die positive Seite des Karton-Designs gefreut: Der Yeti steckt richtig was weg. Die Rücksitze im Verhältnis 40:20:40 sind vielfältig verstell- und verschiebbar, lassen sich sogar komplett wegklappen, um sperrige, querformatige Dinge hinter die Vordersitze zu stellen.

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