Sonderthema Cabrio : Offene Entscheidung

Das Angebot wächst und wächst – mit unserer kompletten Marktübersicht von 45 Cabrios haben Sie diesen Sommer den Überblick.

Stefan Woltereck
Cabrio
Offen erlebt man einfach intensiver. -Foto: Vario

Das Klappdach aus Metall führte Cabrios, Spider und Roadster in eine neue Dimension: Vorbei sind die Zeiten des empfindlichen Stoffdachs, das gebieterisch nach einer Garage verlangt und Langfinger mit schlitzenden Messern magisch anzieht. Modellauswahl und Absatz gingen steil nach oben. Inzwischen aber erlebt das Textilverdeck eine Renaissance. Nur mit ihm, meinen viele, ist ein Cabrio echt – auch geschlossen. Klapp-Modelle werden dann zum schnöden (und oft nicht besonders schönen) Coupé. Beide Dächer sind heute etwa gleich beliebt – in der Anzahl der Modelle wie in den Verkaufszahlen.

Gleich zwei neue Modelle mit Bestseller-Potenzial erscheinen mit klassischer Stoffmütze: Audi A3 und der Einser BMW 1. Sie sind sich ganz ähnlich: Länge 4,36 und 4,24 Meter, vier Sitze (wenn es sein muss), Gepäckraum 260 und 280 Liter, Preise ab 27 950 und 28 550 Euro. Der Audi hat klappbare Rücksitze, Gepäck lässt sich durchladen, der BMW hat dafür in den Vierzylindern eine spritsparende Start-Stopp-Automatik.

Kleinstes Cabrio ist nach wie vor der Smart. Sein Verdeck lässt sich wie ein großes Schiebedach öffnen, Ausbau der Holme ergibt echtes Open-Air-Gefühl – ab 11 000 Euro. Peugeot setzt mit dem 207 CC den Erfolg seiner populären „Coupé-Cabriolets“ fort: erwachsener in Format und Leistung als der Pionier 206 CC, ähnlich charmant – und kaum teurer: ab 19 150 Euro.

Alternativen in der populären kleinen Klasse gibt es in großer Zahl. Etwa den Opel Tigra TwinTop (ab 17 990 Euro), den Nissan Micra C+C (ab 17 690) und den Mitsubishi Colt CZC (ab 17 490). In der Länge unter ihnen rangiert der winzige und witzige Copen von Daihatsu (ab 17 990 Euro). Alle vier kommen mit Klappdach – nicht aber der C3 Pluriel von Citroen (ab 18 250). Sein Textildach fährt elektrisch wie ein großes Schiebedach auf, dazu können die Seitenholme ausgebaut werden. Sie lassen sich aber nicht mitnehmen: Wer ohne sie startet, muss sich beim Wetter ganz sicher sein. Beim Mini-Cabrio (ab 21 300 Euro in Cooper-Version) bestehen diese Vorbehalte nicht. Es hat aber noch die alte Form und die durstigen Motoren, der Nachfolger wird im Herbst erwartet.

Bei den Viersitzern tritt das jüngst aufgefrischte Focus Coupé-Cabriolet (ab 23 575 Euro) samt seiner Nobel-Variante Volvo C70 (ab 34 840) gegen die bereits bewährten Modelle Opel Astra TwinTop (ab 25 340), Renault Mégane Coupé-Cabriolet (ab 23 200) und Peugeot 307 CC (ab 24 600) an. Marktführer in dieser Gruppe ist der VW Eos (ab 26 950 Euro): Sein dreiteiliges Stahl- enthält sogar ein Glas-Schiebedach. Neben dem ingeniösen, aber teuren Eos bietet VW auch den Beetle als viersitziges Cabrio an: Preis ab 21 500 Euro.

Speziell bei den (längeren) Viersitzern erfordert das geöffnete Metall-Klappdach viel Platz – was zum einen den Kofferraum beschneidet und zum anderen ein voluminöses Heck erfordert. Stoffdächer kommen ohne solche Kompromisse aus – so das A4 Cabriolet von Audi (35 250 Euro) oder der offene Saab 9-3 (ab 34 700). Das 3er-Cabriolet von BMW (ab 40 300 Euro) indes beweist, dass auch ein Metalldach bei einem Viersitzer in einem wohlgeformten Heck unterzubringen ist – wenn es sich in drei Teile faltet.

Bei den Sportwagen dominiert nach wie vor das klassische Textilverdeck – so beim Porsche 911 (ab 91 838 Euro), beim Boxster (ab 45 309), beim BMW Z4 (ab 29 900), beim Honda S 2000 (37 950), beim offenen Nissan 350Z (38 190) und beim Opel GT (32 180). Die Stoffmütze gehört auch zum TT Roadster von Audi (ab 30 500), zum Alfa Romeo Spider (ab 33 750) und zum Lotus Elise – Letzterer 3,80 Meter kurz, bis zu 220 PS stark, keine 1000 Kilo schwer, ohne Servo, ohne ESP – aber mit jeder Menge Spaß (ab 37 250 Euro).

Manche fahren auch zweigleisig: Mercedes-Benz hat bei seinen jüngst aufgefrischten Klassikern SL (ab 79 968 Euro) und SLK (ab 36 503) ein Metall-, beim viersitzigen CLK (ab 45 428) hingegen ein klassisches Stoffverdeck. In der Liga des SL spielen auch das 6er-Cabrio von BMW (ab 66 800), der Jaguar XK (ab 86 100 Euro mit neuem 3,5-l-Motor) und die amerikanische Corvette (74 950) mit Stoffdach, der Cadillac XLR (81 990) und der Lexus SC 430 mit Klappdach (73 900). Zur Gruppe der Kraftsportwagen gehört auch die Viper von Dodge mit 8,3-l-Zehnzylindermotor (112 000 Euro).

Mazda bietet seinen immergrünen MX5 sogar wahlweise mit Stoff- und mit Klappdach an (ab 21 800 Euro). Auch Chrysler hat den üppigen viersitzigen Sebring wahlweise mit Textil- oder Metalldach im Programm (s. folgende Seite). Preiswerteste Version des Sebring ist der Diesel mit Stoffdach für 29 990 Euro.

Wenn Geld keine Rolle spielt: Die teuersten Offenen sind der DB 9 Volante von Aston Martin (172 750 Euro), der Bentley Continental GTC (197 659), der F 430 Spider von Ferrari (185 500) und der Lamborghini Murciélago LP 640 Roadster (286 790). Die Spitze hält der Mercedes SLR McLaren. Die Internetseite indes scheint sich zu schämen: „Den genauen Preis erfahren Sie beim Händler“, steht da nur. Er beträgt fast eine halbe Million.

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