Spritpreis-Apps im Test : Günstiger tanken per Wegweiser

Bessere Infos, zufriedene Autofahrer: Die neue Markttransparenzstelle für Kraftstoffpreise erntet viel Lob - und beliefert das immer größere Angebot an Spritpreis-Apps.

Wegweiser zur günstigsten Zapfsäule: Spritpreis-Apps und entsprechenden Webseite verraten, wo es gerade billigen Sprit gibt.
Wegweiser zur günstigsten Zapfsäule: Spritpreis-Apps und entsprechenden Webseite verraten, wo es gerade billigen Sprit gibt.Foto: dpa

Das Bundeskartellamt wertet die Einrichtung der Markttransparenzstelle für Kraftstoffpreise als Erfolg für die Verbraucher. "Die Autofahrer können eine Menge sparen, wenn sie gezielt die günstigste Tankstelle ansteuern", erklärte der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Andreas Mundt. Wie hoch das Sparpotenzial sei, zeige eine erste Teilauswertung der bisherigen Preismeldungen. Danach schwanken die Preise je nach Tankstelle und Tageszeit in Köln am Tag durchschnittlich um 20 Cent, in Leipzig um 15 Cent

Die Markttransparenzstelle beliefert inzwischen zahlreiche Internetseiten und Smartphone-Apps mit aktuellen Spritpreisen. Das Bundeskartellamt pflegt auf seiner Homepage eine Liste mit zugelassenen Informationsdiensten, die die Preisdaten beziehen und an ihre Nutzer weitergeben. Diese umfasst zwei Dutzend Webseiten, zehn Apps für Geräte mit Apples Betriebssystem iOS, acht Android-Apps und eine Windows-Phone-App. Sämtliche Angebote sind in der Übersicht direkt verlinkt. Sie erleichtern Autofahrern die Suche nach günstigen Tankstellen in der Nähe.

Apps mit zuverlässigen Infos

Nach Angaben der im September 2013 gestarteten Markttransparenzstelle wird die Liste kontinuierlich länger: Weitere Anbieter hätten inzwischen eine Zulassung für die Verbreitung der Spritpreise erhalten, seien aber noch nicht gestartet. Die Datengrundlage für die Informationssysteme liefern mehr als 14 000 Tankstellen in Deutschland: Sie müssen Preisänderungen für die Sorten Super E5, Super E10 und Diesel an die Markttransparenzstelle melden.

Die Stiftung Warentest hatte Anfang dieses Jahres populäre Spritpreis-Apps von fünf Anbietern jeweils für Android und iOS getestet. Dies waren die Gratis-Programme "ADAC Spritpreise", "Clever Tanken", "Mehr-Tanken", "TankenApp" von T-Online sowie der kostenpflichtige "Spritpreismonitor" (1,79 Euro). Das Ergebnis: Alle erfüllen ihren Zweck und lotsen Nutzer zuverlässig zu den günstigsten Zapfsäulen. Unterschiede gibt es unter anderem beim Informationsumfang: Einige der Apps listen über die Kraftstoffsorten Super E5, Super E10 und Diesel hinaus auch Preise für weitere wie Erdgas, Autogas und Bioethanol.

Sprit nachts am teuersten

Bedenken äußerten die Verbraucherschützer bei den Apps "Mehr-Tanken" und "TankenApp" mit Blick auf den Datenschutz: Die Android- und iOS-Versionen übertragen im Hintergrund den Namen des Mobilfunknetzbetreibers und in einem Fall auch die Geräte-Identifikationsnummer an den Server des Anbieters oder auch an Drittfirmen. Das sei für die eigentliche Funktion der App überflüssig.

Nach Erkenntnissen des ADAC schwanken die Kraftstoffpreise an Deutschlands Tankstellen stark. Der bundesweite Mittelpreis differiere im Tagesverlauf bei Super E10 um 8 Cent pro Liter und bei Diesel um 7,8 Cent. Nachts sei der Sprit am teuersten, ab dem frühen Morgen sinken die Preise dann kontinuierlich, bis sie zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr den Tagestiefststand erreichen. Am frühen Abend haben Autofahrer demnach die besten Chancen, an günstigen Sprit zu kommen. (dpa)

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