Auto : Stromern durch die Stadt

Der elektrische Smart wird an der Steckdose aufgeladen – und fährt sich flott

Seit über zehn Jahren ist der Smart das Synonym für Stadtauto. Die elektrische „ed“-Version perfektioniert die Semantik…

4Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied ausmachen. Beim Smart sind es die beiden Buchstaben „ed“. Die stehen nämlich für „elektro drive“ und damit für die Zukunft des kleinen Flitzers als vollelektronisches Stadtauto. Zumindest, wenn es nach dem Willen der Mercedes-Tochter geht. Die Zeichen dafür stehen gut. Immerhin sind in London bereits 100 dieser Elektro-Vehikel im Alltagseinsatz. Berlin soll bald mit ebenso vielen Autos folgen. Der Feldversuch nennt sich „e-mobility Berlin“ und basiert auf einer Zusammenarbeit zwischen Mercedes und dem Stromanbieter RWE, der rund 500 Ladestationen in der Bundeshauptstadt platzieren wird.

Äußerlich ist der ed-Smart nicht von seinen herkömmlichen Brüdern zu unterscheiden. Geht man in die Knie, erkennt man einen Kasten im Zentrum des Sandwichbodens. Darin befindet sich der 135 Kilo schwere Natrium-Nickel-Chlorid-Akku, der den 41 PS starken Elektromotor mit Saft versorgt. Da einige Antriebskomponenten entfallen, bleibt unterm Strich ein Mehrgewicht von etwa 115 Kilogramm. Eine Ladung reicht für etwa 100 Kilometer. Innerhalb von vier Stunden ist die Batterie an einer herkömmlichen 220-V-Steckdose wieder zu 80 Prozent gefüllt. Die letzten 20 Prozent dauern genauso lang. Und wie fühlt er sich an, der Elektro-Stadtfloh? Vor dem Fahrerlebnis mutiert der Smart fortwo ed erst mal zur Rappelkiste. Zunächst nämlich muss der Unterdruck für die Bremse aufgebaut werden – und da vibriert es dann ganz schön. Dann aber geht der Gutmenschen-Mini ab wie Schmitz’ Katze: von null auf 60 km/h in 5,7 Sekunden. Das ist bei jedem Ampel-Rennen ein echtes Pfund. Zumal dank der Automatik auch das Schalten flachfällt. Der Kavalierstart kann mit reinem Gewissen erfolgen. Die „Treibstoff“-Kosten pro 100 km betragen etwa zwei Euro.

Für die 100 Tester in Berlin gibt es eine gute Nachricht. Die Hauptstadt-Smarts werden mit leichteren und leistungsfähigeren Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet sein. Geht alles reibungslos über die Bühne, ist bei Smart für 2012 die erste Großserien-Produktion geplant. gomo

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