Subaru Forester mit Lineartronic und Diesel : Entspannt am laufenden Band

Subaru verbindet beim Forester sein stufenloses Getriebe mit dem kräftigen Diesel-Boxer. Das macht aus dem Subaru Forester ein komfortables Auto mit Offroad-Potenzial. Dynamisch wird er mit der Kombination allerdings nicht.

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Der Subaru Forester gehört zu den SUVs, die den Namen Geländewagen noch verdienen.
Der Subaru Forester gehört zu den SUVs, die den Namen Geländewagen noch verdienen.Foto: promo

Rudi Carells Show „Am laufenden Band“ war seinerzeit ein Straßenfeger. Die Familie saß vorm Fernseher, weil sie sich da am laufenden Band entspannen konnte. Ohne Hektik, Mätzchen und Schischi. Ähnlich ist es beim Subaru Forester. Ein ehrlicher SUV ohne Schischi, ohne Design-Mätzchen, aber auch ohne moderne Fahrerassistenzsysteme. Vor allem aber - und das ist nicht ohne in unserer Mainstream-Zeit - ein Auto mit Charakter. Denn die eigensinnigen Subaru-Techniker machen vieles anders als die anderen. Sie bleiben konsequent auf ihrem eigenen Weg: Boxer-Motor, symmetrischer Allradantrieb und stufenloses Automatikgetriebe seit 2009, bei ihnen als Lineartronic bezeichnet.

Das bringt Vorteile, aber auch Nachteile mit sich. Beim symmetrischen Allradantrieb sind die technischen Komponenten (vom Boxermotor über Getriebe und Kardanwelle bis zum Hinterachsdifferential) links und rechts der Mittelachse gleich verteilt - also symmetrisch. Daraus resultiert eine ausgewogene Gewichtsverteilung. Der flach bauende Boxermotor ermöglicht in dem hohen Auto zudem einen vergleichsweise niedrigen Schwerpunkt. Und die Lineartronic passt die Antriebsübersetzung stufenlos an. Zwischen zwei jeweils auf einer Welle verstellbaren Scheibensätzen läuft ein stabiles Zuggliederband, welches vom Spezialisten LUK zugeliefert wird.

Subaru Forester kommt mit höheren Einspritzdrücken auf Euro 6

Durch die Verschiebung der Scheibensätze ändert sich der Laufdurchmesser der Kette und damit die Übersetzung stufenlos. Für ein geschmeidigeres Anfahren wählte Subaru eine Wandlerüberbrückung und keine Lamellenkupplung. Bislang konnten jedoch keine höheren Drehmomente übertragen werden, so dass die Lineartronic nicht mit dem kräftigen Boxer-Diesel kombiniert werden konnte. Das ändert sich jetzt. Gleichzeitig wurde der Selbstzünder für die Euro-6-Abgasnorm ohne zusätzliche Harnstoffeinspritzung fit gemacht. Der Druck der Commonrail-Einspritzung liegt bei 2000 bar. Gleichzeitig wurden Glühsystem und Abgasrückführung überarbeitet - und die Vibrationen stark verringert. In der Tat präsentiert sich der 2015er Subaru Forester unterwegs nun spürbar leiser.

Die Verarbeitung des Subaru Forester ist nicht zu beanstanden. Moderne Assistenzsysteme sucht man jedoch vergebens.
Die Verarbeitung des Subaru Forester ist nicht zu beanstanden. Moderne Assistenzsysteme sucht man jedoch vergebens.Foto: promo

Das Auto fährt sich so unspektakulär, wie es aussieht. Doch im positiven Sinne: ausgewogen, neutral, nüchtern. Unangebrachtes Sportlichkeitsgetue ist ihm ebenso fremd wie übertrieben wattierter Auftritt. Und das ist gut so, denn das passt zur neuen Kombination Boxer-Diesel und Lineartronic. Wer diese Ehe noch mit eigenen sportlichen Ambitionen ausschmücken will, stellt schnell fest, dass dies in die sprichwörtliche Hose geht. Da offenbart die stufenlose Automatik ihre konstruktionsbedingte Eigenheit: Nach dem Kickdown heult der Motor auf - und es passiert zunächst nichts. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit nimmt der Subaru Forester wirklich Fahrt auf. Sportlich ist das nicht.

Flott, aber nicht sportlich unterwegs mit dem Subaru Forester

Bald stellt man fest, dass es anders viel besser geht: Habe Mut und beweise Gefühl im Gasfuß, dann klappt es auch mit dem Automatik-Forester. Dann beschleunigt er elegant, aber nicht behäbig - und der Komfort ist ausgezeichnet. Man ist flott, aber nicht sportlich unterwegs - und die Lineartronic spielt ihren Komfortvorteil aus. „Schalten“ ohne Ruckeln. Nach einer Weile genießt man diese Art der entspannten Fortbewegung am laufenden Band - und kann sich auch vorstellen, warum der Automatik-Forester in den USA und Japan mit ihren Geschwindigkeitslimits so beliebt ist.

Und beim Überholen? Am besten ist es da, vorher auf den manuellen Schaltmodus zu gehen. Da hat man sieben „virtuelle“ fest eingestellte „Schaltpunkte“ zur Verfügung. Die elektronische Steuerung der Lineartronic kann noch mehr: Bei der Bergauffahrkontrolle wählt das Getriebe automatisch das optimale Übersetzungsverhältnis. Passend dazu schaltet die Elektronik automatisch einen Gang runter, wenn es bergab geht.

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