Auto : Surfen bei Tempo 250

Die Oberbayern bringen ihr Topmodell A8 als Langversion und drängen mit zwölf Zylindern an die Spitze der Luxusliga

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Ab September beginnt bei Audi eine neue Zeitrechnung. Dann kann der 137 000 Euro teure A8 L W12 quattro bestellt werden. Es ist der Boss unter den Audis – mit einem Zwölfzylinder, den es nur für diesen A8 L gibt (siehe Kasten). Ein technisches Meisterwerk, das Kraft ohne Ende hat, dabei fast unhörbar arbeitet und perfekt mit der neuen Achtstufenautomatik kooperiert. Auf Wunsch katapultiert der W12 den 5,27 Meter langen Zweitonner in nur 4,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Damit ist er schneller als ein normaler Porsche 911 Carrera. Allein schon diese Leistungsdaten adeln diesen ungemein handlichen Luxusschlitten.

Und das exzellente luftgefederte Fahrwerk sorgt in Verbindung mit dem Allradantrieb sowie den elektronisch geregelten Dämpfern für eine ebenso standesgemäße wie sichere Verbindung zur Straße. Einzigartig jedoch wird dieser A8 durch eine Weltneuheit: In ihm kann der Chef selbst bei Tempo 250 surfen. Die Ingolstädter hätten also die Chance auf einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde: Der A8 L W12 ist nach gegenwärtigem Stand der Dinge der schnellste rollende Wlan-Hotspot der Welt! Bis zu acht Geräte können über das integrierte UMTS-Modul mit dem World Wide Web verbunden werden. Ohnehin ist in diesem großen Wagen hinten rechts der beste Platz. Vor allem dann, wenn der sogenannte Ruhesitz (alle Aufpreise noch offen) geordert worden ist. Der lässt sich auf Knopfdruck in eine Liegeposition bringen, die Füße ruhen bequem auf einer Ablage an der Beifahrersitzlehne. Auf Wunsch kneten zehn Luftkissen in vier verschiedenen Programmen den Rücken durch. Wir haben alles ausprobiert – das ist besser als in der Businessclass der Lufthansa. Der 13 Zentimeter längere Radstand kommt voll den Fondpassagieren zugute. Denen steht jeglicher, heute in einem Auto möglicher (teurer) Luxus zur Verfügung. Das MMI-Bedienterminal in der verlängerten Mittelkonsole zwischen den beiden Einzelsitzen ist umfangreicher als in vielen anderen Autos das gesamte Cockpit vorn.

Darüber kann der Chef fast alles steuern. Beispielsweise die 6500 Euro teure Sound-Anlage von Bang & Olufsen, bei der sich der Klangteppich speziell für den Fond einstellen lässt. Das funktioniert fast beängstigend gut. Sogar ein neues Ziel kann der Chef seinem Fahrer von hinten zuweisen. Über die weltweit erste integrierte Google-Suche in einem Navigationssystem kann der A8 L bei Bedarf den nächsten Blumenladen ansteuern – falls der Chef die Rosen für seine Frau oder Freundin vergessen hat.

Viel mehr als beim langen A8 geht derzeit wohl kaum im Serienautobau. Etwas weniger immer. Und das ist auch gar nicht so wenig – wie beispielsweise beim neuen Dreiliter-TDI mit 250 PS und 550 Newtonmeter ab 1500 Touren. Der drehfreudige und ungewöhnlich leise Diesel (abgeriegelte 250 km/h; null bis Tempo 100 in 6,2 Sekunden) begnügt sich im Test bei 120 km/h mit entspannten 1200 Touren, und laut Bordcomputer genehmigt er sich lediglich 7,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Überdies kostet er schlappe 57 100 Euro weniger als das 12-töpfige Topmodell. Rainer Ruthe

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