SUV : Kurz gehalten

SUV werden kompakter – wie Mitsubishis ASX. Der Diesel fährt prima, doch innen wirkt er billig.

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Abkühlung ist das Gebot der Stunde – nach dem wilden Nissan Juke, von dem wir letzte Woche geschwärmt haben, widmen wir uns heute einem weiteren Kompakt-SUV. Der allerdings ist viel sachlicher, bescheidener, man könnte auch sagen: langweiliger. Ein abschließendes Contra muss die brave Optik des Mitsubishi ASX aber nicht zwangsläufig nach sich ziehen: Schließlich punktet schon der große Bruder Outlander mit guten Fahrleistungen und fairer Ausstattung.

Tatsächlich ist der ASX ein geschrumpfter Outlander – der Radstand von 2,67 Meter wurde eins zu eins und damit kostensparend übernommen. Dass der ASX 35 Zentimeter kürzer ist (im Autobau sind das Welten!), sieht man am extrem kurzen Überhang hinten: Gleich nach dem Rad ist Ende mit dem hochliegenden Wagen. Der ASX ragt einem tatsächlich weit rauf bis zur Brust, soll er ja auch, schließlich heben die Hersteller just auf das immer noch trendige SUV-Gefühl ab: rustikale, stämmige Optik; Sitzen über den Dingen; auf Wunsch und gegen Bares mit Allrad. Diese Bedürfnisse befriedigen die Entwickler mit immer knapperen Typen – weswegen Kürzlinge wie der Skoda Yeti, der Dacia Duster oder der Hyundai ix35 die Premieren-Bühnen bestimmen.

Der ASX startet in diesen Tagen mit dem Motor, der sich wohl am besten verkaufen wird: einem Diesel mit 1,8 Litern Hubraum, 150 PS und einer technischen Besonderheit namens MIVEC. Dahinter verbirgt sich eine variable Steuerung der Einlassventile, wie man sie bislang nur von Benzinern kannte. In der Praxis führt derlei Weltneuheit durchaus zu bemerkenswerten Ergebnissen: Die Kraft des Vierzylinders entfaltet sich früh und ohne Turboloch; gefühlt liegt das maximale Drehmoment von 300 Newtonmetern schon vor Erreichen der im Datenblatt angegebenen 2000 Umdrehungen an. Der Motor gefällt mit elastischem Durchzug – und nervt zuweilen mit brummigen Klangübungen. Der Vorteil eines laufruhigen Common-Rail wird so leider zunichtegemacht. Pluspunkte verdient sich der ASX mit der serienmäßigen, unauffällig arbeitenden Start-Stopp-Automatik und seinem ausgewogenen Fahrwerk; die Lenkung hingegen fühlt sich teigig an.

Gemischte Gefühle auch im Inneren. Während uns die Sitze und die großen Außenspiegel spontan gefallen, schaudern wir angesichts einer Plastik-Wüste: Die Oberflächen wirken hart, empfindlich, teils speckig. Beim Upgrade von der Diesel-Basisversion Inform (nur mit Frontantrieb, ab 20 990 Euro) auf Invite (22 990 Euro) bessert sich das Bild zwar; den Beigeschmack des Billigen streift der ASX aber erst ab, wenn man zur besten Ausstattung Instyle (26 190 Euro, als Allrad 29 990 Euro) mit vollwertiger Lederausstattung greift. Insofern relativiert sich der Preisvorteil etwas, der sich gegenüber der Konkurrenz beim Blick in die Preisliste ergibt – so beginnt Hyundais ix35 erst bei knapp 25 000 Euro für den 2.0 CRDi; Volkswagens Tiguan 2.0 TDI gar bei gut 28 000 Euro. Besonderheit bei Mitsubishi: Leckerlis wie die Festplatte für Navi und Musikanlage lassen sich nicht einzeln ordern, sind vielmehr Teil der Toplinie.

Zum Schluss das Praktische: Es gibt zig Ablagen; auch Großgewachsene haben gute Kopffreiheit; die Rücksitze lassen sich samt Kopfstützen eben umlegen. Das Ladevolumen liegt mit 46 Litern auf klassenüblichem Niveau. Die Sicht nach hinten ist wegen breiter C-Säule und schmaler Heckscheibe katastrophal – aber die Hersteller schauen eben lieber nach vorn.

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