Suzuki Baleno : Kleiner Wagen mit großen Vorzügen

Suzuki punktet beim neuen Baleno mit guter Technik und Ausstattung. Besonders das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt.

Frank Wald
Platz da. Der Suzuki Baleno glänzt mit überraschend großem Innenraum.
Platz da. Der Suzuki Baleno glänzt mit überraschend großem Innenraum.Foto: Promo

Kleine Autos gehen immer. Nach der Kompaktklasse sind Kleinwagen der meistgefragte Fahrzeugtyp in Deutschland. Wie passend, dass Suzuki gerade seinen Baleno reanimiert hat. Der nur knapp vier Meter kurze Fünftürer, der gegen Opel Corsa, Ford Fiesta oder Hyundai i20 antreten soll, wirkt zwar auf den ersten Blick unscheinbar, zeigt bei genauem Hinsehen jedoch große Vorzüge.

Allem voran macht er zunächst mal ordentlich Platz. 2,52 Meter Radstand schaffen ungewöhnlich viel Knie- und Kopffreiheit auf den hinteren Plätzen. Dazu kommen 355 Liter Kofferraum, der damit beinahe Kompaktformat (Golf: 380 Liter) erreicht. Ein zweiter Boden sowie asymmetrisch zur ebenen Ladefläche umklappbare Rücksitzlehnen (Club) sorgen für Variabilität, Ablagen, Cupholder und Staufächer für Ordnung und Übersicht.

Ähnlich dem Äußeren folgt auch die Gestaltung des Innenraums dem Motto: nur nicht auffallen. Cockpit und Armaturen sind schlicht und übersichtlich, das schwarze Hartplastik wirkt günstig, die blau illuminierten Rundinstrumente gefällig. Ins Auge springt das mittige Farb-LCD-Display (Topaussttattung Comfort), über das alle Komfort-, Infotainment-und Konnektivitäts-Funktionen gesteuert werden können. Und davon hat der Suzuki einiges zu bieten. Bislang eher selten in einem Kleinwagen zu finden etwa sind ein Tempomat mit Abstandsradar inklusive automatischer Notbremse, volle Smartphone-Konnektivität via Apple CarPlay oder Mirror Link, Rückfahrkamera oder die „Guide me light“-Scheinwerferfunktion. Und garantiert noch nie gesehen in dieser Klasse ist eine G-Force-Anzeige zur Darstellung der Fliehkräfte bei Kurvenfahrt, die mehr zur Erheiterung denn Erkenntnis beiträgt.

Denn ganz so dynamisch ist der neue 1-Liter-Dreizylinder dann doch nicht. Zwar ist der kleine Turbo mit seinen 111 PS ein munteres Motörchen, der mit dem nur 865 Kilogramm (ohne Fahrer) leichten Baleno keine Mühe hat. Die Lenkung reagiert präzise, das Fahrwerk ausgewogen, allein das Fünfgang-Schaltgetriebe könnte einen Tick mehr Führung vertragen. Den Normverbrauch gibt Suzuki mit 4,5 Liter an. Bei ausgiebigen Testfahrten stand stets eine Sieben vor dem Komma.

Gutes Preis-Wert-Verhältnis

Deutlich mehr zahlt, wer in den Genuss des 1.0 Liter Boosterjet genannten Turbos kommen will, weil Suzuki ihn stets nur in der 17 990 Euro teuren Topausstattung „Comfort“ anbietet. Die beiden günstigeren Versionen „Basic“ (ab 13.790 Euro) und „Club“ (14.790 Euro) sind hingegen stets mit dem aus dem Swift bekannten 1,2-Liter-Vierzylinder mit 90 PS gekoppelt. Der Sauger ist hier erstmals mit einem Mild-Hybridsystem kombiniert, allerdings auch das nur in der Top-Version (17.590 Euro). Das SHVS-System (Smart Hybrid Vehicle by Suzuki) besteht aus einem Startergenerator und einem Lithium-Ionen-Modul, das den Motor beim Beschleunigen mit bis zu 50 Nm Drehmoment unterstützt, Zusatzaggregate mit Strom versorgt und Bremsenergie rückgewinnt. Nach Norm sollen so am Ende 0,2 Liter weniger auf der Uhr stehen.

Neben Geräumigkeit und Ausstattung punktet der Baleno auch mit dem guten Preis-Wert-Verhältnis. In der Basisversion ab 13 790 Euro sind Klimaanlage, Lichtsensor, höhenverstellbarer Fahrersitz und Lenkrad, elektrische Fensterheber vorn und Zentralverriegelung mit drin.

Für 1000 Euro mehr gibt’s in der Ausführung „Club“ CD-Radio mit USB und Freisprecheinrichtung, Sitzheizung, Lederlenkrad und elektrisch verstellbare Außenspiegel on top. Und besagte Top-Ausstattung „Comfort“ (ab 17 590 Euro) ist bis auf 6-Stufen-Automatik (1500 Euro) und Metallic- Lack (450 Euro) mit erwähnten Assistenzsystemen, Rückfahrkamera und Smartphone-Konnex, Navigationssystem, Klimaautomatik, Xenon- und Nebelscheinwerfer sowie schlüssellosem Starten serienmäßig fast komplett. Damit erreicht der Kleinwagen tatsächlich Größe.

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