• TECHNIK UND WAS DAHINTERSTECKT: So funktioniert das Sparsystem – und diese Schwächen hat es

TECHNIK UND WAS DAHINTERSTECKT : So funktioniert das Sparsystem – und diese Schwächen hat es

DAS HYBRIDSYSTEM

Es umfasst einen Elektromotor mit 105 kW (143 PS) sowie einen neu entwickelten Vierzylinder-Benziner mit 2,5 Liter Hubraum und 133 kW (181 PS), der im Atkinson-Zyklus arbeitet und dank D-4S Saugrohr-Direkteinspritzung sowie variabler Ventilsteuerung Dual VVT-1 sehr effizient arbeitet. Da beide Motoren, die über ein Planetengetriebe miteinander gekoppelt sind und ihre Kraft, elektronisch geregelt, einzeln oder zusammen an die Hinterräder abgeben, nicht zu gleicher Zeit ihre Höchstleistung abgeben, beträgt die Systemgesamtleistung nur 164 kW (223 PS).

DIE FAHRLEISTUNG

Das reicht, um die 1,7 Tonnen schwere Limousine in 8,3 Sekunden von Null auf Tempo 100 zu beschleunigen. Nur 4,3 Liter soll der IS 300h auf 100 Kilometer verbrauchen. Ein Rekordsparwert in der Businessklasse, den sonst nur Diesel erreichen. Kehrseite des Sparsystems: Bereits bei Tempo 200 riegelt die Elektronik den IS 300h gnadenlos ab. Und weil der Motor im Atkinson-Zyklus arbeitet, ist er zwar extrem sparsam, aber auch sehr durchzugsschwach im unteren Drehzahlbereich. Beim Atkinson-Zyklus handelt es sich um eine spezielle Ventilsteuerung.

DER ATKINSON-ZYKLUS

Die Einlassventile schließen sehr spät und der Verdichtungstakt beginnt nicht am unteren Totpunkt des Kolbens, sondern erst später. Damit wird die Verbrennungsenergie des Kraftstoffes besser ausgenutzt. Die prinzipbedingte Durchzugsschwäche des Atkinson-Motors könnte ein Turbolader ausgleichen. Beim Vierzylinder des Lexus IS 300h fehlt er; stattdessen hilft der Elektromotor, diese Durchzugsschwäche zu mindern. Das gelingt jedoch nicht optimal. Hinzu kommt erschwerend, dass das stufenlose Getriebe einer sportlich-druckvollen Fahrweise im Wege steht.

IM VERGLEICH: DER BENZINER

Das sieht anders aus beim IS 250 mit konventionellem Antrieb. Den treibt ein V6-Benzinmotor mit 2,5 Liter Hubraum an, der es auf 153 kW (208 PS) bei 6400 Touren und ein maximales Drehmoment von 252 Newtonmeter bei 4800 Umdrehungen pro Minute bringt. Er beschleunigt das Auto in 8,1 Sekunden auf Tempo 100 und sorgt für eine Spitze von 225 km/h. Anstelle des gewöhnungsbedürftigen stufenlosen Getriebes ist eine konventionelle Wandlerautomatik mit sechs Stufen an Bord. Der IS 250 ist 2500 Euro billiger als der Hybrid, verbraucht aber doppelt so viel Sprit.

DAS FAZIT

Nur der Benziner fährt sich ohne Ein- und Umgewöhnung wie ein normales Auto. Allerdings haben beide Versionen die gleichen Handikaps. Mit einem Jahr oder 15 000 Kilometern ein viel zu kurzes Ölwechselintervall und mit 28 beziehungsweise gar 29 (Hybrid) sehr hohe Vollkaskoeinstufungen. Dafür ist das Hybridsystem sehr robust: Berliner Taxifahrer, die zunehmend Toyota Prius Hybrid statt teurer Mercedes E-Klasse fahren, haben zum Teil schon über 300 000 Kilometer problemlos mit dieser Technik zurückgelegt, die vom Prinzip her auch den Lexus IS 300h antreibt. rr

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