Trotz aller Elektronik : Am Ende zählt der Reifen

Eine Vielzahl an elektronischen Systemen macht in modernen Autos das Fahren sicherer. Allerdings können die nur wirklich gut funktionieren, wenn das Auto auch auf sicheren Reifen steht. Eine Tatsache, die von vielen Autofahrern gerne mal vergessen wird.

Selten verläuft es so ungefährlich wie auf dem Testgelände, wenn die Reifen ihre Haftung verlieren.
Selten verläuft es so ungefährlich wie auf dem Testgelände, wenn die Reifen ihre Haftung verlieren.Foto: Promo

ABS verhindert das Blockieren der Räder und erhält so beim Bremsen die Lenkfähigkeit. ESP verhindert durch Abbremsen einzelner Räder das Schleudern. Der Notbremsassistent tritt rechtzeitig auf die Bremse und verhindert den sonst unausweichlichen Crash. Immer mehr elektronische kleine Helfer machen das Autofahren sicherer. Aber alle Elektronik braucht für ihre Wirksamkeit optimalen Kontakt zur Straße. Was nützt alles elektronische Bremsen, wenn der Reifen den Kontakt zum Asphalt verliert? Wenn der Gummi zu wenig Profil hat und das Wasser sich wie Glatteis zwischen Auto und Fahrbahn schiebt? Letztendlich ist es immer der Reifen, der über Ihre Sicherheit entscheidet.

Dr. Johann Gwehenberger, Leiter der Unfallforschung am Allianz Zentrum für Technik: "Für die Wirksamkeit von elektronischen Fahrerassistenzsystemen sind gute Reifen von ganz besonderer Bedeutung. Es geht darum, mit Bremssystemen eine möglichst hohe Reibung zu erzielen - und das ist nur mit hervorragenden Reifen möglich."

Jeder Millimeter fehlendes Profil verlängert den Bremsweg

Wie lässt sich erkennen, ob die aufgezogenen Reifen noch sicher sind? Dazu sollten Sie sich zuerst einmal das Profil Ihrer Reifen ansehen. Neu waren das mal acht Millimeter. Mindestens 1,6 Millimeter erlaubt der Gesetzgeber. Bei Nässe macht dieser Unterschied aber aus normalen knapp 50 Meter Bremsweg aus 100 km/h ganz schnell "endlose" 120 Meter! Also vier Millimeter sollten es auf dem Sommerreifen schon noch sein. Das Gleiche gilt für Winterreifen. Hier kommt erschwerend hinzu, dass das grobe Winterprofil unter vier Millimetern sich nicht mehr selbst von Schnee und Matsch reinigen kann. In Österreich gibt es für weniger als vier Millimeter darum auch bis zu 5.000 Euro Geldstrafe.

Und welcher Reifen ist der beste? Fachzeitschriften und die Automobilclubs testen regelmäßig die gängigsten Reifen. Zudem gibt es Empfehlungen der Autohersteller zu den einzelnen Modellen. Außerdem weiß Ihr Reifenhändler, welche Reifen am besten zu Ihrem Auto und Ihrem Fahrstil passen. (MM/AR)

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