TT : Fortsprünge bei Audi

Audi spendiert Q7 und TT neue Herzmaschinen. Die zeigen, wohin die Reise bei Verbrennern geht.

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Ganz der Alte - jedenfalls von außen. Das kleine TT-Facelift war eher technischer Art.
Ganz der Alte - jedenfalls von außen. Das kleine TT-Facelift war eher technischer Art.Foto: promo

Die Ingolstädter wären ja blöd, wenn sie darauf verzichten würden, die eigene Legende beständig zu pflegen. Stets wenn in Audi-Modellen neue TDI Einzug halten, erinnert man an den Urknall. 1989 begann sie, die Karriere des berühmten Kürzels und der Technik dahinter: direkteinspritzender Turbodiesel. Der Glückliche damals hieß Audi 100. Inzwischen trägt die Marke keine dreistelligen Ziffern mehr, die TDI laufen Klassen ruhiger und vor allem: Die Leistung ist gewachsen, der Verbrauch gesunken. Zu besichtigen ist dieser schöne Widerspruch auch im gerade aufgefrischten TT: Obwohl der 2.0 TDI in 7,5 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und schon bei 1750 Umdrehungen ein sattes Drehmoment von 350 Newtonmetern erzeugt, bewegt sich der reelle Verbrauch um die sechseinhalb Liter (Liste 5,3 Liter). Vor Jahren wäre so eine Hausnummer mit ungläubigem Lächeln quittiert worden. Im Jahr 2001 etwa warb Audi mit Stärke und Verbrauch des 2.5 TDI-Motors: 180 PS Leistung bei einem Verbrauch von 9,0 Litern. Neun Jahre später profitiert der überarbeitete Q7 nun von einem neu entwickelten 3,0 TDI: Ein extrem leichtes, kompakt konstruiertes Aggregat mit bäriger Leistung (250 PS, max. Drehmoment 550 Newtonmeter) und einem Verbrauch von 6,6 Litern.

Der Vergleich bringt den Fortschritt eines Jahrzehnts auf den Punkt: Leistung plus 39 Prozent, Verbrauch minus 27 Prozent. Die Benziner haben im Laufe der Jahre ähnliche Fortsprünge gemacht – hier heißt das Zauberkürzel TSFI. Vor fünf Jahren hat Audi das erste Mal vorgemacht, wie sich Direkteinspritzung und Aufladung kombinieren lassen, um mehr Kraft aus kleineren Hubräumen zu schöpfen. Inzwischen ist dieses Prinzip zum Mantra der gesamten Branche geworden: Alle stehen auf „Downsizing“. Um seinen Vorsprung zu verteidigen, hat Audi nachgelegt und seine Ottos darauf getrimmt, dem Fahrer schon bei niedrigen Drehzahlen ein hohes Drehmoment zu offerieren. Im gerade aufgefrischten TT lässt sich das am neu verbauten 2.0 TFSI belegen. Die Maschine hat 211 PS, soll sich theoretisch mit 6,6 Liter begnügen und vor allem: Sie reicht, um im TT Spaß zu haben. Für den Q7 gibt es jetzt den 3.0 TFSI, den wir aus dem A6 und dem S4 kennen. Als Topmotorisierung der V6 wird er im großen Audi-SUV in gleich zwei Kompressor-Varianten angeboten: Der 3.0 TFSI mit 272 PS ersetzt den 3.6 Sechszylinder; der 4,2 FSi weicht dem 3.0 TFSI mit 333 PS. Beeindruckend: Beide TFSI schaffen es trotz Biss, den schweren Q7 mit weniger als acht beziehungsweise neuneinhalb Litern zu bewegen – je nachdem, ob man sich am Prospekt oder am Tankbeleg orientiert.

Da die neuen Motoren gut mit langen Getriebeübersetzungen harmonieren, führt Audi auch neue Automatikgetriebe ein. So hat die tiptronic im Q7 jetzt acht statt zwei Stufen, es gibt also deutlich kleinere Drehzahlsprünge, die beiden oberen Gänge fahren sich auch niedertourig gut. Mit Blick auf Leistung und Verbrauch lassen sich Ingenieure an dieser Stelle gerne mit dem Satz zitieren, der Motor arbeite so „immer nahe dem optimalen Laufzeitpunkt“. Neu im TT RS ist die Siebengang-S-tronic, ein Doppelkupplungsgetriebe, das binnen Hundertstelsekunden schaltet – je nach Programm automatisch oder von Hand. Wer es aus dem Stand heraus so richtig krachen lassen will, nutzt die sogenannte „Launch Control“ – die schöpft beim Beschleunigen den Turbo voll aus und minimiert dabei den Reifenschlupf.

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