Tunneltest : Immer noch viele "schwarze Löcher"

Beim EuroTAP-Tunneltest gab es viele erfreuliche Ergebnisse, aber auch immer noch Testkandidaten, die glatt durchfielen. Bei jedem fünften Tunnel wurde es duster.

EuroTAP-Tunneltest
Der Verlierer des Tests kommt aus Italien. Wenn hier was passiert wird es gefährlich.Foto: ADAC

51 Tunnel in 13 europäischen Ländern haben der ADAC und seine Partnerclubs unter die Lupe genommen. 18 Tunnel erhielten zwar die Note „sehr gut“. Bei einem Fünftel der Testkandidaten musste allerdings die „Rote Karte“ gezeigt werden. Dreimal wurde das Urteil „bedenklich“ vergeben, siebenmal sogar ein „mangelhaft“. 

Gold für Kroatien – ein Land, das auch schon in den vergangenen Jahren mit hervorragenden Testergebnissen glänzte. Der Tunnel Brinje auf der A1 Zagreb – Split ist drei Jahre alt, eineinhalb Kilometer lang, mit allen sicherheitsrelevanten Details ausgestattet und vorbildlich für den Notfall gerüstet. 



Vize-Europameister ist Deutschland. Der 2006 eröffnete Tunnel Tiergarten Spreebogen auf der B96 in Berlin-Mitte muss sich hinter seinem kroatischen Mitbewerber nicht verstecken. Sein komplexes Tunnelsystem mit vielen Ein- und Ausfahrten birgt allerdings mehr Risiko in sich. Die Bronzemedaille geht an den zweiröhrigen Mrázovka-Tunnel in der tschechischen Hauptstadt Prag.

Italien ist Schlusslicht

Schlusslicht sind mal wieder die Italiener. Der Testverlierer Paci 2 auf der A3 Salerno – Reggio Calabria bei Scilla befindet sich in einem katastrophalen Zustand und kann keinerlei Sicherheitsvorkehrungen aufweisen. Rund 200 Kilometer nördlich auf der A3 sieht es nicht viel besser aus. Auch der Serra Rotonda hat an Sicherheit wenig zu bieten.

Erneut fiel auch eine deutsche Röhre im Test durch: der Tunnel Gernsbach in der gleichnamigen Stadt im Schwarzwald auf der B462. Gegenverkehr und der große Anteil an Lkw sorgen hier für ein hohes Risiko. Außerdem stellten die Tester in der gut zehn Jahre alten Röhre große Defizite bei den Flucht- und Rettungswegen, der Lüftung und dem Notfallmanagement fest.

Investitionen können Menschenleben retten

ADAC Vize-Präsident Günter Knopf appelliert in diesem Zusammenhang an alle EU-Staaten: „Investieren Sie so schnell wie möglich in die Sicherheit Ihrer Tunnel und bringen Sie sie zumindest auf den Minimalstandard! Sichere Tunnel können Menschenleben retten.“

Deutschland ist schon aktiv. 40 Millionen Euro wurden bereits für Sofortmaßnahmen ausgegeben. Weitere 140 Millionen Euro stehen parat. Insgesamt werden in den kommenden Jahren rund 550 Millionen Euro an betriebs- und bautechnischen Nachrüstungen in deutsche Straßentunnel investiert.

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