Überarbeiteter R8 von Audi : Für das Plus an Schärfe

Audi schickt sein sportliches Aushängeschild, den R8, mit einer Überarbeitung in den zweiten Lebenszyklus. Was kann der Ingolstädter Chefdynamiker jetzt mehr? Ein erster Kontakt.

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Ist schon Halbzeit? 2007 hat sich Audi endlich den lang ersehnten Sportwagen im Produktportfolio gegönnt. Und der kam gut an. Zunächst nur mit Achtzylindern bestückt folgte 2009 der Zehnzylinder in V-Form. Bei dem hat Audi nun mit dem R8 plus noch einen drauf gesetzt.Weitere Bilder anzeigen
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02.11.2012 14:09Ist schon Halbzeit? 2007 hat sich Audi endlich den lang ersehnten Sportwagen im Produktportfolio gegönnt. Und der kam gut an....

Es wummert nur ganz leise im Rücken. Kaum wahrnehmbar, wenn in Coupé Platz genommen wird und auch beim Spyder ist die Geräuschkulisse nur unwesentlich lauter. Wenn nicht klar wäre, in welchem Auto sich dieser Sitz befindet könnte fast die Idee aufkommen, man säße in einer Limousine. Selbst die gemütliche Fahrt im dichten Verkehr rund um Rimini lässt kaum Gedanken an Gummi auf dem Asphalt, Keramikbremsen und Karbon aufkommen. Bis, ja bis das Ortschild das Ende von Tempo 50 signalisiert und das Gaspedal über die Hälfte des Hubes durchgedrückt wird. Dann heulen im Rücken zehn Zylinder, die Physik in Form der Trägheit der Masse scheint aufgehoben und die Passagiere auf den beiden Sitzplätzen bekommen regelrecht einen Knüppel ins Kreuz.

Oft ist dem Audi R8 seit seinem Debüt im Jahr 2007 seine Zahmheit vorgeworfen worden. Dabei muss dieses Attribut, bei ruhiger Fahrt auch ein Leisetreter sein zu können, gar kein Nachteil sein. Das zeigt sich auch hier in der malerischen Landschaft der Emilia Romagna, wo die Ingolstädter ihren aufgefrischten Supersportler vorstellen. Denn eigentlich gibt es hier keine Auslaufzonen für Kraftprotze wie den R8. Ein Ortsschild folgt dicht auf das nächste, zwischendrin sind allenfalls mal 70, auf kurzen Strecken vielleicht die Landstraßenüblichen 100 Stundenkilometer erlaubt. Nicht unbedingt das Gebiet, wo sich ein Sportwagen zu Hause fühlt.

Italiens Herz für Hochgeschwindigkeit

Zwei gute Gründe gibt es dennoch den schnellsten Audi der Modellpalette genau hier dem Fachpublikum zu zeigen. Zum einen schlägt hier Italiens Herz für schnelle Autos. Maranello, die Heimat von Ferrari ist höchstens drei Autobahn-Stunden entfernt, nach Modena, dem Sitz der Schwestermarke Maserati, ist es nur ein Stück weiter. Außerdem baut in Sant'Agata Bolognese die Audi-Tochter Lamborghini ihre scharfkantigen und hochpotenten Sportboliden und auch das jüngste Kind der Ring-Familie, die Motorrad-Produzenten Ducati, sitzen in der benachbarten norditalienischen PS-Metropole Bologna. Zum anderen bietet die Gegend neben Formel-1-Kurs von Imola auch direkt bei Rimini die hochinteressante Rennstrecke von Misano. Und das ist das ideale Revier für ein Auto wie den R8.

An der Optik hat Audi nur ganz behutsam gefeilt. Auffällig sind vor allem die neuen serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfer vorne und hinten.
An der Optik hat Audi nur ganz behutsam gefeilt. Auffällig sind vor allem die neuen serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfer vorne und...Foto: APS

Und so steht hinter der Boxengasse des Misano World Circuit "Marco Simoncelli", benannt nach dem im vergangenen Jahr tödlich verunglückten italienischen Motorradrennfahrer, der erst kürzlich auf dem Pariser Autosalon vorgestellte, frisch überarbeitete Sportwagen R8 zur Ausfahrt bereit. Der erste Blick auf das Äußere zeigt allerdings erst mal wenig Neues. Auffällig sind vor allem die Leuchten, die nun serienmäßig vorne und hinten mit LED-Technik glänzen. Als kleines Gimmick „wischen“ nun die Blinker über 30 LEDs von innen nach außen. Auch das gibt es künftig in Serie. Ansonsten haben die Audi-Designer den Single-Frame-Kühlergrill, wie sich der große Lufteinlass in der Front nennt, leicht verändert. Das ist allerdings selbst für Experten nicht leicht zu erkennen.

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