Überarbeitung Mazda 6 und Mazda CX-5 : Erfolgreich gegen den Strom

Frisch überarbeitet gehen CX-5 und Mazda 6 in ihre zweite Lebenshälfte. Bessere Ausstattung sollen weiter für gute Verkaufszahlen sorgen.

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Mit zarter Hand den Mazda CX-5 renoviert: Die Japaner haben optisch nur wenig an ihren Modellen geändert. Die Designsprache der Japaner, Kodo genannt, wirkt immer noch frisch. Eine verbesserte Ausstattung und erhöhter Fahrkomfort standen bei der Überarbeitung im Vordergrund.
Mit zarter Hand den Mazda CX-5 renoviert: Die Japaner haben optisch nur wenig an ihren Modellen geändert. Die Designsprache der...Foto: promo

Manchmal ist es ganz gut, wenn man etwas anders macht als die anderen. So wird man wahrgenommen und kann sich als reizvolle Alternative präsentieren. Bei Mazda heißt das Anderssein Skyactiv. Das ist ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um Gewicht und Verbrauch zu senken. Vor allem bei den Motoren schwimmen die Japaner gegen den Strom: Statt der jüngst in Mode gekommenen kleinvolumigen Turbos werden die Mazdas von großvolumigen Saugbenzinern angetrieben - mit einer Besonderheit. Es ist die für einen Benziner extrem hohe Verdichtung von 14:1 und die für einen Diesel dagegen sehr niedrige Verdichtung von ebenfalls 14:1. Positiver Nebeneffekt bei den Selbstzündern: Sie erfüllen auch ohne zusätzliche und teure Reinigungssysteme die Euro-6-Abgasnorm. Und gegenüber den Downsizing-Turbobenzinern ist bei den Mazda-Saugtriebwerken die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Normverbrauch und dem wirklichen Praxisverbrauch nicht so groß wie bei den Turbos.

Gepaart mit der neuen Designphilosophie Kodo haben die Japaner ein attraktives Gesamtpaket geschnürt, das beim Kunden gut ankommt. Als erstes Modell dieses neuen Konzepts startete der CX-5 vor drei Jahren - und mauserte sich zum bestverkauften Mazda in Deutschland. Im vergangenen Jahr waren es 18 674 dieser Mazda-SUV. Ein Jahr später folgte mit dem Mazda 6 das zweite Skyctiv-Modell der Japaner; ebenfalls ein Erfolg. Nicht zuletzt wegen seines Designs und der cleveren Entscheidung der Japaner, den attraktiven Kombi zum Limousinen-Preis anzubieten. Acht von zehn verkauften Mazda 6 sind deshalb Kombis.

Leichte Retuschen an Front und Leuchten

Doch die Konkurrenz schläft nicht, und wer sich auf den Lorbeeren ausruht, der liegt irgendwann zurück. Also wurde das erfolgreiche Duo jetzt überarbeitet und steht ab sofort beim Händler.

Für den Mazda 6 gibt es nun einen Top-Benziner mit 192 PS. Auf Kundenwunsch, wie es seitens des Herstellers heißt.
Für den Mazda 6 gibt es nun einen Top-Benziner mit 192 PS. Auf Kundenwunsch, wie es seitens des Herstellers heißt.Foto: promo

Zu erkennen sind die überarbeiteten Sechser und CX-5 vorn an den wuchtigeren Kühlergrills mit den plastisch wirkenden Querspangen sowie an den scharf geschnittenen LED-Scheinwerfern mit automatischer Ausblendung des Gegenverkehrs, welche ab Ausstattung Exclusive-Line serienmäßig sind. Hinten gibt es neue Heckleuchten mit 3-D-Effekt.

Mazda 6 und Mazda CX-5 mit neuen Assistenten auf der Höhe der Zeit

Hinzu kommt bei beiden ein deutlich aufgewerteter Innenraum mit weniger Knöpfen, mehr Leder und komfortableren Sitzen mit längerer Beinauflage. Neben den hochwertigeren Materialien fällt vor allem der Sieben-Zoll-Bildschirm auf, der beim Sechser über der Mittelkonsole steht. Beim Mazda CX-5 ist er integriert. Darauf laufen ein neues Infotainmentsystem samt Online-Anbindung, eigenen Apps, DAB-Radio und Navigation. Bei den Fahrersicherheitssystemen hat Mazda beide Modelle auf den neuesten Stand der Dinge gebracht: aktiver Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, Ausparkhilfe, Spurwechselassistent Plus und City-Notbremsassistent. Letzterer kann zwischen zwei und acht km/h auch beim Rückwärtsfahren Unfälle verhindern. Ein Novum, und ein sehr praktisches. Die Parkpiepser warnen überdies vor rückwärtigem Querverkehr. Im Topmodell des Sechser gibt es nun ein Head-up-Display. Es handelt sich zwar nicht um ein so aufwendiges Gerät wie bei BMW, es klappt „nur“ eine Plastikscheibe hoch. Doch der Effekt ist erstaunlich, und die Informationen, zum Beispiel Navigationshinweise, liegen gut im Blick. Mehr braucht man nicht.

Eine ganze Armada an Fahrassistenten haben beim Mazda 6 und CX-5 Einzug gehalten.
Eine ganze Armada an Fahrassistenten haben beim Mazda 6 und CX-5 Einzug gehalten.Foto: promo

Die beiden Sechser-Dieselversionen mit 150 PS und 175 PS gibt es nun auch mit dem Allradantriebssystem aus dem erfolgreichen CX-5. Das dürfte vor allem für Vielfahrer in bergigen Gegenden eine gute Nachricht sein. Das elektronisch geregelte System kostet 2000 Euro Aufpreis und lenkt bis zu 50 Prozent der Antriebskraft situationsbedingt an die Hinterachse. Der Verbrauch steigt um 0,8 Liter.

Je ein neuer Motor für Mazda 6 und Mazda CX-5

Bei den Motoren offeriert Mazda sowohl für den Sechser als auch für den Mazda CX-5 einen Neuling. Der Vierzylinder-Benziner mit 192 PS sei laut Mazda-Geschäftsführer Josef A. Schmid „extra auf Kundenwunsch“ in das Modellprogramm aufgenommen worden. Ebenso seien auf Anregungen der Kunden in beiden Baureihen einige Komfortverbesserungen erfolgt. So sollen die Dämpfer sensibler ansprechen und die Federung insgesamt geschmeidiger geworden sein. Zudem wurde die Geräuschdämmung stark verbessert. Nach unserer Testfahrt mit dem ganz neuen Mazda 6 Kombi Skyactiv-G 192 Automatik stellen wir fest: Der Mazda federt tatsächlich harmonischer und ist deutlich leiser geworden. Der Sechser ist ein angenehmes Langstreckenauto. Das gilt übrigens auch für den CX-5.

Erstmals gibt es nun auch ein Headup-Display für Mazdas Mittelklasse-Beitrag.
Erstmals gibt es nun auch ein Headup-Display für Mazdas Mittelklasse-Beitrag.Foto: promo

Auch beim neuen Top-Benziner fährt Mazda erneut gegen den Strom. Es handelt sich um einen Vierzylinder-Benziner mit 2,5 Liter Hubraum, Direkteinspritzung, einer Zündspule pro Zylinder, aber ohne Turbounterstützung. Er leistet 192 PS bei 5700 Touren und bietet ein maximales Drehmoment von 256 Newtonmetern bei 3250 Touren. Als Verbrauchssenker setzt Mazda hier ein Bremsenergie-Rückgewinnungsystem ein, welches mit Kondensatoren arbeitet, die Energie schneller speichern und auch wieder abgeben. Dieser Top-Benziner ist immer mit einem Sechsstufenautomatikgetriebe gekoppelt, mit dem er gut harmoniert. Die Kraftentfaltung ist schön gleichmäßig, die Vibrationen ganz gering und der Durst hielt sich auf der Testfahrt in Grenzen: 8,3 Liter Super (Normverbrauch 6,4 Liter). Erstmals besitzt jeder Benziner mit Automatik einen sogenannten Fahrmodus-Schalter, der in der Position Sport Getriebecharakteristik und Gaspedalansprache deutlich schärft. Damit lässt sich der Sechser richtig sportlich fahren. Ohne Frage gehört Mazdas großer Kombi zu den besten Angeboten in der Mittelklasse und stellt nun eine ernsthafte Alternative zu VW Passat und Co. dar. Ab 36 690 Euro ist dieser Top-Sechser zu haben.

Mit 1,4 Tonnen vergleichsweise leicht

Mazda schlägt für die umfassende Überarbeitung je nach Modell zwischen 300 und 600 Euro auf. Der neue Sechser ist dank deutlich besserer Ausstattung unterm Strich sogar rund 1400 Euro günstiger geworden.

Den neuen 192 PS starken Top-Benziner inklusive der serienmäßigen Automatik mit Fahrdynamikwahlprogramm hat auch der CX-5 erhalten (ab 36 790 Euro mit serienmäßigem Allradantrieb). Und die Testfahrt hat gezeigt, dass auch er nun eleganter federt und ebenfalls deutlich leiser geworden ist. Mit dem neuen Benziner gibt sich der CX-5 durchaus spritzig wenn auch nicht so explosiv im Antritt wie moderne Turbos. Sein Vorteil ist der Umstand, dass er je nach Modell mit 1,4 Tonnen vergleichsweise leicht daher kommt. Man muss kein Hellseher sein, dass der überarbeitete CX-5 weiter an der Spitze seines Segments fahren sollte.

Die Erfolgsstory dürfte im Juni um ein neues Kapitel erweitert werden: Dann startet nämlich der Mazda CX-3 auf Basis des neuen Mazda 2. Der gegenüber dem CX-5 knapp 30 Zentimeter kürzere CX-3 will dann Skoda Yeti und Co. das Leben schwer machen.

Viel PS und ein bisschen Grün
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