• Und noch einmal E10: Wie läuft’s? Weil es an Infos fehlt, zögern die Kunden weiter

Auto : Und noch einmal E10: Wie läuft’s? Weil es an Infos fehlt, zögern die Kunden weiter

Die Einsicht kommt spät, aber sie kommt: Das E10-Drama hätte sich vermeiden lassen, wenn der Autofahrer besser aufgeklärt worden wäre. Bundesregierung, Ölkonzerne und Automobilhersteller schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu – zuletzt beim sogenannten Benzin-Gipfel am 8. März.

93 Prozent aller Autos sollen sich für E10 eignen, bei deutschen Fabrikaten sogar 99 Prozent – sagen die Hersteller und ihre Werkstätten, die Verbände, die Automobilclubs. An den Tankstellen liegen Listen aus. Alles hilft nicht wirklich: Gesagt wird nur generell, welche Modelle für E10 geeignet sind und welche nicht. Und auch das meist erst ab etwa Baujahr 2000.

Was der Fahrer braucht, ist eine verbindliche Versicherung für sein individuelles Fahrzeug, dass es E10 ohne Schaden verträgt. Mazda zeigt, wie man so etwas macht: Die Händler stellen anhand der Fahrzeug-Identifikationsnummer eine schriftliche Bestätigung aus, dass der Wagen geeignet ist – oder nicht. Wenn ja, gibt es sogar einen Aufkleber für die Tankklappe. Hyundai erklärte alle Modelle ab Verkaufsbeginn im Jahr 1992 für geeignet. Opel führt auf seiner Internetseite jetzt auch ältere Modelle auf. Mercedes-Benz verspricht Kulanz über die Garantie hinaus, sollte ein Schaden nachweislich auf E10 zurückzuführen sein.

Dennoch die Warnung: Nicht geeignet für E10 sind vor allem Direkteinspritzmotoren der ersten Generation von Audi, VW, Opel, Ford, Mercedes-Benz, Mitsubishi, Volvo und weiteren. Ungeeignet sind auch manche Oldtimer. Fallstricke lauern sogar bei Autos, die E10 eigentlich vertragen. Umbauten am Motor, nicht serienmäßige Ersatzteile, Standheizungen können auch hier zu Problemen führen. Vorsicht wird auch angeraten bei Saisonfahrzeugen. Ein Cabrio, das den Winter über still in der Garage steht, sollte als letzte Tankfüllung kein E10 bekommen. Und vor dem Abstellen gut warmgefahren werden – wie es freilich schon immer empfohlen wurde.

E10 enthält bis zu zehn Prozent Ethanol-Bio-Alkohol. Er soll gut sein für die Umwelt, er soll die CO2-Emissionen wie die Abhängigkeit vom Erdöl verringern. E10 soll deshalb künftig die wichtigste Benzinsorte werden. Der Alkohol wird aus Nahrungspflanzen hergestellt. Viele sehen dies kritisch. Auch für das Auto ist der neue Sprit nicht unbedingt ein Labsal: Er ist aggressiver als das bisherige E5 mit fünf Prozent Beimischung. Tropfen auf dem Lack sollten rasch abgewischt werden. E10 kann Schaden stiften – in ungeeigneten Autos sogar schon bei einmaligem Tanken. Es erhöht den Verbrauch, es lässt mehr Wasser entstehen. Dieses kann das Öl verdünnen: Viele Fahrer bleiben erst einmal beim altgewohnten Benzin. Gerechnet wurde mit 90 Prozent E10-Anteil am Verkauf, aktuell ist er nicht halb so hoch. Was die Logistik gewaltig durcheinanderbringt: Die Lager an E10 quellen über, E5 und Super-Plus sind knapp.wolt

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