Unfallschwerpunkt Zebrastreifen : Berliner besonders gefährdet

Dass Zebrastreifen nicht unbedingt sicher sind hat wohl jeder Fußgänger schon mal erfahren. Den aktuellen Unfallzahlen zufolge werden sie aber zunehmend zu Unfallschwerpunkten. Der Grund sind unachtsame Auto- und Fahrradfahrer, aber auch unvorsichtige Fußgänger. In Berlin sind die Unfallzahlen besonders hoch.

Eigentlich sollen Zebrastreifen Fußgänger schützen. Doch die Übergänge entwickeln sich zu Unfallschwerpunkten.
Eigentlich sollen Zebrastreifen Fußgänger schützen. Doch die Übergänge entwickeln sich zu Unfallschwerpunkten.Foto: dpa

Jeder fünfte der insgesamt 28.582 Fußgängerunfälle mit Verletzten innerhalb geschlossener Ortschaften ereignete sich 2010 in Deutschland an Fußgängerüberwegen - die Passanten eigentlich ein besonders sicheres Überqueren von Straßen ermöglichen sollen. Das hat der ACE bei der Detailauswertung der Unfallzahlen des Statistischen Bundesamtes festgestellt. 5100 Fußgänger wurden 2010 am Zebrastreifen von Autos oder Fahrrädern angefahren. Im Jahr zuvor waren es sogar 5500.

Besonders gefährdet sind Fußgänger nach Angaben des ACE in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. Die Quote der Fahrer, die wegen eigener Fehler einen Fußgänger anfährt, liegt in Berlin mehr als doppelt so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt. Am sichersten leben Fußgänger in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Fußgänger haben Vorfahrt

Auch die Fußgänger sind laut ACE oft nicht schuldlos. Besonders häufig sind die Berliner Fußgänger selbstgefährdend unterwegs. Häufigster Fehler ist das Überschreiten der Fahrbahn, ohne auf den Verkehr zu achten, gefolgt vom plötzlichen Hervortreten hinter einem Hindernis. Oft wird auch das Rotlicht an Fußgängerampeln missachtet.

Insgesamt mehr als 30.000 Fußgänger verunglückten den Angaben zufolge 2010 im Straßenverkehr. In fast jedem vierten Fall lag die Schuld beim Fußgänger. Besonders gefährdet sind laut ACE junge Menschen und Senioren. "Gerade nach der Umstellung auf Sommerzeit ist nicht jeder hellwach unterwegs", sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner.

Der ACE appelliert an Autofahrer, an Zebrastreifen besonders vorsichtig zu sein. Auf einem Zebrastreifen haben Fußgänger Vorfahrt. Motorisierte Verkehrsteilnehmer und auch Radfahrer müssen sich langsam und bremsbereit nähern.

Wer keine Rücksicht nimmt und dabei erwischt wird, muss laut ACE mit 80 Euro Bußgeld und vier Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei rechnen. Rücksichtslose Radler werden dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) zufolge mit mindestens 40 Euro und einem Punkt bestraft. Bei Gefährdung von Passanten liege das Radfahrer-Bußgeld 10 Euro höher, nach einem Unfall fallen 60 Euro an. (dpa)

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

70 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben