United Sportscar Championship in Kalifornien : Durch die Schluchten von L.A.

Der Grand Prix in Long Beach ist ein kalifornisches Monaco. Nur amerikanisch und natürlich XXL.

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An der Mauer. Long Beach hat starke Ähnlichkeiten mit den Rennen in Monaco. Foto: Promo
An der Mauer. Long Beach hat starke Ähnlichkeiten mit den Rennen in Monaco.Foto: Promo

Wenn Captain America an einer Rennstrecke auftaucht, dann kann Hollywood nicht weit sein. Hier in Long Beach, diesem südwestlichen Zipfel von Los Angeles County, weht stets ein Hauch Glamour aus dem nördlichen L.A., wo Hollywood liegt, herüber. Vor allem, wenn auf dem traditionsreichen Stadtkurs Rennen gefahren werden.

Seit 1975 werden die Straßen der Stadt für ein Wochenende im Jahr zum Grand-Prix-Kurs. Dann donnern PS-Boliden am Hafen, dem zweitgrößten der USA, an dem dort vor Anker liegenden Museumsschiff Queen Mary und den Hochhäusern der Stadt vorüber. Die Bewohner am Shoreline Drive haben dann Premium-Plätze für das Rennen, frei Haus sozusagen. In diesem Jahr macht der Rennzirkus zum 40. Mal Station in der Hafenmetropole. Sogar die Formel 1 war hier schon zu Gast.

Showreif: In Kalifornien ist Hollywood stets präsent, auch beim Rennen in der Form der Superhelden "Captain America" und "Wonderwoman". Foto: Promo
Showreif: In Kalifornien ist Hollywood stets präsent, auch beim Rennen in der Form der Superhelden "Captain America" und...Foto: Promo

Heidenspektakel um die Plätze

Erstmals gastierte dieses Jahr die neue Rennserie United Sportscar Championship in Long Beach. Die Serie entstand aus dem Zusammenschluss der "American Le Mans Series" und der "Grand Am Series" und wird dieses Jahr zum ersten Mal so ausgetragen. Hier fahren GT-Fahrzeuge, die nach der Le-Mans-Klassifikation aufgebaut sind, neben Prototypen und seriennahen GT-Fahrzeugen.

Ein Heidenspektakel also, wenn sich der Tross nach dem Start um die Plätze balgt. Jede der insgesamt vier Klassen wird einzeln gewertet, ein Fahrer kann theoretisch auch in zwei verschiedenen Fahrzeugen an den Start gehen. In Long Beach ist das aber kaum möglich, denn das Rennen ist mit einer Stunde und 45 Minuten das kürzeste in Rennkalender. Im Gegensatz zu den 24 Stunden von Daytona oder den 12 Stunden von Sebring.

Kulisse: Am zweitgrößten Hafen der USA donnern die PS-Protze über die Strecke. Foto: Promo
Kulisse: Am zweitgrößten Hafen der USA donnern die PS-Protze über die Strecke.Foto: Promo

Kein Glück für Porsche in Long Beach

In der GT-Le-Mans-Klasse konnte Porsche bei diesen ersten beiden Rennen jeweils Siege einfahren. Das dritte Rennen lief für die 911 RSR dann nicht so glücklich. Für ein Team wurde die engste Boxengasse des Jahres zum Verhängnis. In Long Beach kann nie trainiert werden, denn normalerweise ist die Strecke, ebenso wie in Monaco, eine ganz normale Straße. Daher ist das freie Training besonders wichtig. Den ersten RSR erwischte es mit einem Elektronik-Fehler am Boxen-Ausgang. Wegen der Enge konnte das Fahrzeug nicht mehr in die Box.

Tatenlos musste das Team zusehen, wie die Konkurrenz ihre Abstimmung für das Rennen vornahm. Auch den zweiten Porsche ereilte das Pech. Der Versuch eine extreme Abstimmung der Antriebswellen auszuprobieren ging ordentlich schief und so wurde auch für dieses Auto das Setup für Qualifying und Rennen zum Glücksspiel.

Siegesserie gerissen: Nach Erfolgen in den ersten beiden Rennen der GT-Le-Mans-Klasse lief es in Long Beach für die 911 RSR dann nicht so glücklich. Foto: Promo
Siegesserie gerissen: Nach Erfolgen in den ersten beiden Rennen der GT-Le-Mans-Klasse lief es in Long Beach für die 911 RSR dann...Foto: Promo

Kalifornien als wichtiger Absatzmarkt

Vor dem Hintergrund dieser Startschwierigkeiten schlugen sich die Autos aus Zuffenhausen im Rennen dann sehr beachtlich. Zwischen dem Duft der XXL-Burger und den Menschentrauben um Stars wie Patrick Dempsey oder Adrien Brody fuhren die 470 PS starken 911 RSR auf die Plätze vier und fünf. Angesichts der Startschwierigkeiten gab sich Porsche-Sportchef Hartmut Kristen denn auch zufrieden mit dem Ergebnis: "Das war sicherlich nicht unser Traumergebnis heute. Aber die Punkte waren hart erarbeitet." Und sie waren umso wichtiger für das Tableau. Denn den Spitzenplatz in der Herstellerwertung konnte Porsche so immerhin verteidigen und in der Fahrerwertung rückten die Piloten sogar näher ran.

Gute Werbung also für die Sportwagenmarke aus Deutschland, denn darum geht es auf dem US- Markt mehr als anderswo. Hier gilt noch: "Win on Sunday, sell on Monday." Die USA sind der wichtigste Einzelmarkt für Porsche und 18 Prozent aller in Amerika verkauften Modelle fahren in Kalifornien vom Hof der Händler.

Spagat aus Zuffenhausen - Der Sportwagen unter den SUV
Edler Kompakter: Auch Porsche will auf dem umkämpften Markt der Kompakt-SUVs punkten und greift mit dem Macan an. Foto: PromoWeitere Bilder anzeigen
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21.02.2014 09:50Edler Kompakter: Auch Porsche will auf dem umkämpften Markt der Kompakt-SUVs punkten und greift mit dem Macan an.

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