Unter Druck : Elektronische Kontrollhelfer für mehr Sicherheit

Die EU schreibt ab 2012 für alle Neuwagen Kontrollsysteme vor: Was steckt dahinter?

Mangelnde Reifenkontrolle ist nicht nur im Winter problematisch. Nun sollen Kontrollsysteme verpflichtend werden. Foto: dapd
Mangelnde Reifenkontrolle ist nicht nur im Winter problematisch. Nun sollen Kontrollsysteme verpflichtend werden.Foto: dapd

Reifen sind häufig das Stiefkind des Autofahrers. Obwohl sie den Kontakt zur Straße bilden, wird ihre Kontrolle gerne vernachlässigt. Dabei minimiert etwa der korrekt eingestellte Reifendruck das Risiko von Pannen, erhöht die Lebensdauer und lässt den Spritverbrauch sinken. Elektronische Helfer können den Fahrer bei der Luftdruckkontrolle unterstützen.

Die sogenannten Reifendruckkontrollsysteme sollen daher ab 2012 EU-weit für alle neuen Pkw-Modelle vorgeschrieben werden. Die meisten Fahrzeuge mit Notlaufreifen verfügen schon heute über die Technik, da bei ihnen ein platter Pneu erst spät auffällt – was gefährlich werden kann.

Zwei Systeme konkurrieren derzeit auf dem Markt: indirekte und direkte Druckmesser. Preiswerter und daher weit verbreitet sind die indirekten Versionen. Sie messen nicht den Reifendruck selbst, sondern registrieren die Änderung des Radumfangs durch den Luftverlust. Dabei können sie sich des sowieso an Bord vorhandenen ABS-Sensors bedienen, der die Raddrehzahl misst. Weicht dieser Wert bei einem Rad von dem der anderen drei Räder ab, schlägt das System Alarm. Bei gleichzeitigem Druckverlust an allen vier Rädern - ein vermutlich eher seltener Fall - bemerkt der Helfer allerdings nichts. Da kein Druck gemessen wird, kann der Fahrer auch nicht aus dem Cockpit heraus den exakten Füllstand der Pneus überprüfen, sondern muss dies an der Tankstelle vornehmen.

Diese Informationen bieten die direkt messenden Systeme. Sie nutzen einen Sensor im Reifen oder auf der Innenseite der Felge, um den Druck festzustellen. Dieser wird per Funk an ein Steuergerät gesendet, das die Daten in einer Cockpitanzeige aufbereitet und den Fahrer bei Änderungen warnt. Beim Reifenwechsel oder bei Verwendung eines Ersatzrades wird es kompliziert: die Sensoren müssen dann neu eingestellt werden. Anders als die indirekten Systeme sind die direkt messenden mit deutlichen Mehrkosten verbunden. Wo sie nicht vorgeschrieben sind, finden sie sich je nach Ausführung für rund 200 Euro in den Preislisten. Hergestellt werden die Reifendruckkontrollen von zahlreichen großen Zulieferern wie Beru, Continental und Johnson Controls.

Auch das Nachrüsten ist möglich. Erhältlich sind ausschließlich direkt messende Systeme, bei denen Sensoren an der Felge oder am Reifenventil montiert werden. Hinzu kommt ein Steuergerät für den Innenraum. Die Preise belaufen sich auf rund 150 Euro plus Montage.

(sppr)

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