Auto : Unter ferner liefen

Sagt Ihnen das Kürzel ASX auch nichts? Genau hier liegt das hausgemachte Problem von Mitsubishi in Deutschland.

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Im Prinzip schon. Ja, der ASX hat zuschaltbaren Allrad, macht auch auf unbefestigten Wegen nicht gleich schlapp. Aber ein echter Geländegänger ist er wie die meisten Mode-SUV nicht.
Im Prinzip schon. Ja, der ASX hat zuschaltbaren Allrad, macht auch auf unbefestigten Wegen nicht gleich schlapp. Aber ein echter...

Mitsubishi? Irgendwo im Hinterstübchen kennt die jeder. Aber eben nur da. Zu verschämt haben die Japaner nach der Finanzkrise agiert, zu unscheinbar, zu sparsam. Der Markenwert nimmt Schaden, weil die uralten Bilder von Galant, Evo und Colt verblassen, die aktuellen von iMiev und Outlander sich aber gar nicht erst entwickeln. Dabei gäbe es einiges herzuzeigen. Immerhin zählt Modellfamilie Mitsubishi ein Dutzend Kinder. Der jüngste Spross namens Space Star ist ein richtig guter Kleinwagen geworden, ein ehrliches Auto von gutem Nutzen zu fairem Preis. Allein: Anders als bei Adam, up! und i10 weiß kaum jemand, dass es den Space Spar überhaupt gibt. Wie viel Nachholbedarf der Importeur in Sachen professioneller Vermarktung hat, ist auch eine Klasse höher zu bestaunen: Selbst hier, wo Mitsubishi Vorreiter war und vor drei Jahren einen der ersten Kompakt-SUV in den Markt rollte, blieb man ein unbeschriebenes Blatt. Mal ehrlich: Kennen Sie den ASX?

Wenn Pressechef Helmut Bauer dennoch wacker darauf verweist, die Verkäufe des Mode-SUV lägen „im Plan“, ist das nur die halbe Wahrheit. Als altgedienter Profi weiß Bauer nur zu gut um das ungenutzte Potenzial des ASX. Neben schlagkräftiger Werbung fehlte dem Allradler nämlich bislang eine Option, die Kunden und Händler gleichermaßen anmahnten: eine Automatik. Gerade rechtzeitig zur IAA ist sie nun zu haben, und zwar nur in Kombination mit einem großen 2,2-Liter-Diesel, der im Outlander bekannt, für den ASX aber neu ist. Die 150-PS-Maschine verdient eine Empfehlung, sie ist laufruhig, dank Drehmoment von bis zu 360 Newtonmetern bärenstark und mit 5,8 Litern sparsam. Die Sechsgang-Automatik passt bei gemütlicher Fahrt gut dazu, wirkt aber leicht angestrengt und unentschlossen, sobald man Tempo macht. Davon und vom überbordenden Hartplastik abgesehen, ist man im serienmäßig gut ausgestatteten ASX entspannt unterwegs. Dafür sorgen schon die satte Dämmung und die angenehm hohe Sitzposition.

Fazit: Das Paket Automatik plus großer Diesel (ab gut 28 000 Euro) ergibt Sinn. Ob sich die Allradfans bislang mit Hänger und rauchender Kupplung über die Berge quälten oder ob sie das ständige Kuppeln einfach bloß leid sind: Mitsubishi tut ihnen Gutes. Jetzt müssen sie nur noch drüber reden, die Japaner.

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