Urteil "mangelhaft" : Vier Kindersitze fallen im Test durch

Eher schlechter als besser, so lautet die Bilanz der Kindersitztests des ADAC und der Stiftung Warentest. Nur einer der Sitze schaffte es auf ein "sehr gut", vier fielen komplett durch. Darunter auch zwei Produkte namhafter Hersteller.

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Im richtigen Kindersitz muss sich der Nachwuchs wohlfühlen, aber gleichzeitig muss er auch ausreichend Sicherheit geben. Der ADAC und die Stiftung Warentest haben das in ihrem Kindersitztest überprüft. Foto: ADAC
Im richtigen Kindersitz muss sich der Nachwuchs wohlfühlen, aber gleichzeitig muss er auch ausreichend Sicherheit geben. Der ADAC...Foto: ADAC

Es gibt noch reichlich Handlungsbedarf bei den derzeit gängigen Kindersitzen. Auch in diesem Jahr haben die Prüfer von Stiftung Warentest und ADAC zahlreiche und vor allem gravierende Mängel bei den 15 getesteten Sitzen gefunden. Bedauerlicherweise haben die Prüfer sogar mehr Mängel festgestellt als bei den Stichproben der letzten Jahre. Zudem gab es für die Markenprodukte von Römer in diesem Jahr einen herben Dämpfer. Gleich zwei Sitze der Traditionsmarke bekamen ein "mangelhaft", einer wegen zu hoher Schadstoffwerte und der andere zeigte sich mangelhaft bei der Simulation eines Frontalaufpralls.

Aber auch andere Sitze hinterließen einen schwachen Eindruck. Bei einem Sitz von Nania wurde der Kinder-Dummy ungeschützt an die Autotür gedrückt. Beim Sitz von Axkid riss beim Crashtest sogar die Isofixverankerung, was auf gar keinen Fall passieren darf. Schlechte Nachrichten für die Kunden: Insgesamt zeigten in diesem Jahr deutlich mehr Sitze gravierenden Mängel als im Jahr zuvor.

Nur ein Sitz bekommt ein "sehr gut"

Testsieger wurde der Cybex Juno-2-Fix, der sich in der Summe ein "sehr gut" abholen konnte. Sein Vorteil ist ein Fangkörper, also eine gepolsterte, zusätzliche Sicherung des Kindes vor dem Bauch. Nicht nur deshalb konnte sich der Sitz für das Alter zwischen einem und vier Jahren ein "besonders empfehlenswert" sichern. In dieser Klasse I konnten sich noch mehrere Sitze ein "gut" und eine Empfehlung sichern. So gaben hier der Casualplay Q-Retraktor Fix und das gleiche Modell als Fix & Support Leg mit Beinstütze ebenfalls ein gutes Bild ab.

Die richtige Größe des Sitzes für das Kind ist wichtig. Ist der Sitz zu klein oder zu groß, dann kann der Gurt stören oder sogar gefährlich werden. Foto: ADAC
Die richtige Größe des Sitzes für das Kind ist wichtig. Ist der Sitz zu klein oder zu groß, dann kann der Gurt stören oder sogar...Foto: ADAC

In der zweiten Alterklasse von vier bis zwölf Jahren konnte sich kein Sitz ein "sehr gut" holen. Doch auch hier bekamen einige Sitze die Note "gut", darunter auch ein Produkt des Traditionsherstellers Römer. Der Kidfix XP SICT schnitt ebenso wie der Recaro Monza Nova 2, der Storchenmühle Solar und der Recaro Monza Nova 2 Seatfix in dieser Klasse ordentlich ab.

Durchfaller beim Crashtest

Allerdings gab es auch hier Licht und Schatten. Der Gurt des Römer Xtensafix, ein Universalsitz für das Alter von einem bis zu zwölf Jahren, rutschte beim Crashtest aus der Führung und schnitt dem Dummy-Kind in den Hals. Daraus kann im Fall der Fälle ein deutlich erhöhtes Verletzungsrisiko entstehen, weshalb der Sitz im Test ein "mangelhaft" bekam. Damit reiht sich das Produkt neben die Sitze von Nania und Axkid ein, die ebenfalls beim Crash-Test durchfielen.

Sehr zum Leidwesen der Kunden ist auch das Thema Schadstoffbelastung bei Kindersitzen immer noch nicht vom Tisch. Auch dieses Jahr zeigte sich einige Sitze aus diesem Grund als "mangelhaft" darunter auch die Babyschale Römer Max-Fix. Dieser Reboarder, also ein Sitz bis zum Alter von vier Jahren, der entgegen der Fahrtrichtung auf dem Beifahrersitz mitfährt, fiel einzig wegen seiner zu hohen Schadstoffbelastung durch. Anders beim Sitz Axkid, der neben den zu hohen Schadstoffwerten auch noch bei der Sicherheit patzte und deshalb gemieden werden sollte.

Getestet wurden Sitze aus allen Gewichtsklassen in den Kriterien Sicherheit, Bedienung und Ergonomie, Schadstoffgehalt, Reinigung und Verarbeitung. Den Eltern geben Stiftung Warentest und der Automobilclub ADAC mit auf den Weg die Kinder auch richtig zu sichern. Gurte dürfen keinesfalls einfach über Sitz und Kind gezogen werden, wie es immer mal wieder zu sehen ist. Oft unterschätzen Eltern die Kräfte, die bei einer Kollision entstehen. Die Gurte müssen durch die Führungen laufen und auch im Schulterbereich Halt bieten. Vor dem Kauf eines neuen Kindersitzes sollten Eltern mit ihren Kindern immer ein Probesitzen im eigenen Fahrzeug machen. Manche Sitze sind für einige Fahrzeugmodelle auch schlicht nicht geeignet.

Die Ergebnisse in der Übersicht. (Anklicken zur Großansicht) Grafik: ADAC
Die Ergebnisse in der Übersicht. (Anklicken zur Großansicht)Grafik: ADAC

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Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


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