Verkehr : Alkohol für Fahranfänger tabu

Ab Mittwoch gilt für Fahranfänger absolutes Alkoholverbot. Wer in der Probezeit mit Werten über null Promille erwischt wird, muss mit harten Strafen rechnen.

Alkohol
Polizei und Ordnungsamt Hand in Hand auf der Suche nach Verstößen gegen den Jugendschutz. -Foto: dpa

BerlinAlkohol am Steuer ist für Fahranfänger in der zweijährigen Probezeit von diesem Mittwoch an absolut tabu. Gleiches gilt für alle Fahrer unter 21 Jahren. Wer dagegen mit mehr als null Promille von der Polizei erwischt wird, muss mit 125 bis 1000 Euro Bußgeld rechnen und kassiert zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Bei Verstößen kann die Probezeit um weitere zwei Jahre verlängert und ein Aufbauseminar mit Kosten von bis zu 200 Euro angeordnet werden. Für die übrigen Autofahrer bleibt es bei der 0,5 Promille-Grenze.

Zudem drohen bei alkoholbedingten Verkehrsunfällen - schon nach geltendem Recht und unabhängig vom Alter des Fahrers - Strafzahlungen an die Haftpflichtversicherer bis 5000 Euro. "Wer unter Alkoholeinfluss Auto fährt, riskiert zudem den Versicherungsschutz seiner Kaskoversicherung", betonte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Das absolute Alkoholverbot für Fahranfänger und junge Fahrer bedeute jedoch nicht, dass der Versicherungsschutz bei solchen Unfällen zwangsläufig völlig entfalle, hieß es. Alles unter 1,1 Promille sei individuell je nach Unfallverlauf zu prüfen. Davon hänge ab, ob und in welchem Umfang die Kasko-Leistung eingeschränkt werde.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte: "Wir wollen ein unmissverständliches Signal setzen, dass Fahren und Trinken nicht zusammen passen. Wo die Einsicht und Verantwortung fehlen, müssen durch klare Regeln und deren Kontrolle Grenzen aufgezeigt werden, um Schaden von anderen fern zu halten."

Versicherungen fordern Alkoholverbot bis 25

Einige Verbände verlangten gravierende Änderungen. Nach Ansicht der Versicherungsbranche sollte das Alkoholverbot allgemein bis zum 25. Geburtstag ausgedehnt werden, forderte der GDV. So sei 2005 der Anteil der Unfälle mit Personenschäden in der Altersgruppe der 21- bis unter 25-Jährigen mit fast 18 Prozent höher gewesen als bei den jüngeren Fahrern von 18 bis 21 Jahren (15 Prozent). Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer im GDV, begrüßte die Neuregelungen dennoch als erste richtige Schritte. "Wir erwarten einen Rückgang vor allem bei den schweren Unfällen mit Toten und Schwerverletzten."

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) forderte die Bundesregierung auf, eine Null-Promille-Regelung für den gesamten motorisierten Straßenverkehr einzuführen. Das erhöhte Unfallrisiko nach Alkoholkonsum gelte "unabhängig vom Alter", sagte der VCD-Vorsitzende Hermann-Josef Vogt.

Die FDP bemängelte, dass jüngere Fahrer diskriminiert würden. "Wer mit 17 den Führerschein macht, hat vier Jahre Alkoholprobezeit bis zum Eintritt der normalen 0,5-Promille-Grenze, der 19-jährige nur zwei", sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Patrick Döring. Die Ergebnisse zum "Führerschein ab 17" zeigten aber gerade, dass die Zahl der Unfälle geringer und das Verantwortungsbewusstsein der teilnehmenden Fahranfänger höher sei. (mit dpa) 

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