Auto : Viel Alu, aber kein Leichtgewicht

Audi enthüllt seinen neuen A6 Avant in der Hauptstadt und spart dabei nicht mit Eigenlob: Eindrücke von der Weltpremiere

Frank Wald

„Schöne Kombis heißen immer noch Avant.“ Keine ganz so neue Nachricht, die Audi-Chef Rupert Stadler bei der Enthüllung des neuen A6 Avant in der Berliner Humboldt-Box vis-a-vis von Altem Museum und Dom verkündet. Aber immerhin, beim ersten Blick auf den neuen Ingolstädter Business-Beau ist sie zumindest nicht von der Hand zu weisen. Denn die siebte Generation ist ein echtes Schmuckstück. Und gerade deshalb wohl auch nicht ganz billig. Im Spätsommer startet der Kombi ab 40 850 Euro, gut 3000 Euro mehr als bisher und rund 2000 Euro teurer als die neue Limousine.

Dennoch, die Limousine war nur das Vorspiel, denn „mehr als die Hälfte aller A6 sind Avant“, sagt Rupert Stadler. Bislang waren das insgesamt mehr als 3,1 Millionen. Und der wichtigste Markt ist und bleibt Deutschland. Das wird auch beim neuen Avant nicht anders sein. Der 4,93 Meter lange Kombi besticht durch seine sportlich-eleganten Proportionen mit niedriger Dachlinie und flach stehenden D-Säulen. Ein auf 2,91 Meter Radstand gestreckter Radstand schafft mehr Platz für Passagiere und Gepäck. Das optional mit Alu, Klavierlack, Leder oder edlen Hölzern veredelbare Interieur mit umlaufender Dekoreinlage und geschwungener Instrumententafel übernimmt der Avant von der Limousine.

Die entscheidende Kombi-Frage beantwortet der Avant mit 565 Liter Volumen hinter den bequemen Rücksitzen, die sich durch Klappen der geteilten Lehnen auch vom Heck aus bequem auf 1680 Liter vergrößern lassen. Ein doppelter Ladeboden, ein Schienenfixiersystem, eine Schmutzwanne sowie eine Dachreling sind Serie. Ganz neu ist eine elektrische Heckklappe mit so genannter Gestensteuerung – wie zuerst in der VW Passat Limousine vorgestellt. Beim A6 Avant öffnet das Sensor-System erstmals automatisch eine Kombiklappe, sobald man mit seinen Fuß unter den hinteren Stoßfänger schwenkt. Sehr praktisch, wenn man mit vollen Armen aus dem Supermarkt kommt. Das System kostet selbstverständlich Aufpreis, ebenso wie die Durchlade oder ein Fixier-Set, das die beiden Schienen im Ladeboden nutzt. Als starkes Zugfahrzeug kann der neue Avant bis zu 2100 Kilogramm Last an den Haken nehmen.

Aber der A6 Avant „sieht nicht nur schlanker und leichter aus, er ist es auch“, behauptet Rupert Stadler. Die Karosserie besteht zu rund 20 Prozent aus Aluminium-Komponenten, was ihn gegenüber dem Vorgängermodell um bis zu 70 Kilogramm leichter macht. So wiegt etwa das Einstiegsmodell A6 Avant 2.0 TDI leer gerade 1640 Kilogramm. Auch Technik und Motoren übernimmt der Avant von der Limousine. Der Kombi startet mit sechs direkt einspritzenden Motoren, zwei Benzinern und vier Diesel, deren Verbräuche gegenüber dem Vorgängermodell dank Stopp-Start-System, Bremsenergierückgewinnung Thermomanagement und Leichtbau um bis zu 18 Prozent gesunken sein sollen.

Vorzeigemotor ist der Basisdiesel, ein 2.0 TDI mit 177 PS (130 kW), der sich im Normschnitt mit nur 5,0 Liter (132 g CO2/km) zufrieden geben soll. An der Spitze der Palette steht der neue 3.0 TDI mit Biturbo-Technik und 313 PS (230 kW), der mit speziell auf Schnelligkeit ausgelegter Achtstufen-tiptronic den Spurt von null auf Tempo 100 in 5,4 Sekunden absolviert. Der Motor soll nach dem Start des Avant dann auch in der Limousine zu haben sein. Ansonsten kommt die Kraft im neuen A6 Avant je nach Motorisierung mit Sechsgang-Handschaltung, Siebengang S tronic, oder stufenloser multitronic auf die Straße; zu haben sind Frontantrieb oder der permanente Allrad quattro.

Serie in allen Versionen ist das Fahrdynamiksystem Audi drive select, das mit einer neuen elektromechanischen Servolenkung arbeitet. Ein ESP mit elektronischer Quersperre soll das Handling noch präziser machen. Gegen Aufpreis gibt es eine Luftfederung, etwas später soll die Dynamiklenkung folgen.

Ab Werk fahren alle Audi A6 Avant mit dem Sicherheitssystem Audi pre sense basic, Klimaautomatik, elektromechanische Parkbremse, Geschwindigkeitsregelanlage sowie Licht- und Regensensor. Dazu liefert Audi auf Wunsch alle Assistenzsysteme, die gerade en vogue und kostspielig sind: vom Abstandsradar mit Stop&Go-Funktion über Spurhalte- und Wechselwarner, Nachtsichtgerät, Verkehrszeichenerkennung bis zum automatischen Einparker, der später noch durch eine Top-View-Funktion, bei der vier kleine Kameras unterschiedliche Ansichten der Umgebung im Zentralmonitor anziegen, ergänzt werden soll. Auf der Komfort-Aufpreisliste finden sich ein Head-up-Display, das Informationen farbig auf die Windschutzscheibe projiziert, Vordersitze mit Heiz-, Belüftungs- und Massagefunktion sowie alle möglichen Infotainment-Komponenten, an deren Spitze das Festplatten-Navigationssystem MMI Navigation plus mit Touchpad-Bedienung und das Sound System von Bang & Olufsen stehen. Und auch auf dem Datenhighway fährt der neue A6 Avant mit. Unter dem Stichwort Audi connect gibt es in Zusammenarbeit mit Google spezielle Online-Services, darunter eine Sonderzielsuche per Sprachsteuerung sowie Verkehrsinformationen in Echtzeit.

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