Viel Turbo und viel Leder : Was im Delta alles neu ist

So wie Alfa mit dem Mito will Lancia mit dem Delta aus der Krise fahren.

Eric Metzler
Delta Foto: promo
Der Lancia ist ein Statement - was das eigenwillige Design betrifft. -Foto: promo

Als wir den Delta 2008 bei seiner Premiere fuhren, war unsere Kritik nicht eben schmeichelhaft: Fahrleistungen und Verabeitungsqualität fanden wir solala. Immerhin ging es um einen Hoffnungsträger, den die Autobauer in Turin mit Erwartungen und Optimismus überhäuft hatten. So wie Alfa mit dem Mito wollte Lancia mit dem Delta aus der Krise fahren. Einstweilen braucht es noch Geduld – aber immerhin hat sich das Modell seit Juli letzten Jahres fast 1500 mal verkauft.

Damit es noch mehr werden, setzt Lancia auf eine Doppelstrategie. Einmal wird der unkonventionell gestylte Delta dort bekannt gemacht, wo die Menschen ohnehin große Augen machen – im Kino. In „Illuminati“ war und ist er an der Seite von Tom Hanks ein um die andere Szene zu sehen – ein gelungenes Placement, das den Italienern zufolge viel preiswerter zu haben war als ein Auftritt bei James Bond.

Die zweite und hauptsächliche Kraftanstrengung gilt dem Auto selbst: Für den Delta gibt es jetzt einen neuen Spitzenbenziner – jenen 1.8-Liter, den die Fachpresse nach Tests im Alfa 159 zuletzt bejubelte. Die 200 PS-Maschine ist das Ergebnis einer modernen Downsizing-Architektur (stärker, kleiner, sparsamer): Direkteinspritzung, Turboaufladung und doppelte Nockenwellenverstellung. Auch im Lancia zieht der Vierzylinder schon im Drehzahlkeller klasse an, wirkt aber insgesamt weniger spektakulär. Das liegt einmal an der trägen Sechsgang-Automatik, die einiges an Power absorbiert. Zum anderen steht die komplette Abstimmung des Delta einem sportlichen Aha-Erlebnis im Wege. Weil die Vorderräder in schnell gefahrenen Kurven am Wagen zerren, hat man gar keine rechte Lust, auszuprobieren, was geht. Tut man es doch, gerät der Delta schon mal ins Wanken. Nun ja, er bleibt ein Vertreter eleganten Reisens.

Dazu wünschen wir uns neben den Versionen Oro und Platino die Executive-Linie am oberen Ende der Modell-Palette auch für Deutschland: Die bietet nämlich „Business-Sessel“ hinten (Beinfreiheit wie in der Lufthansa), beigefarbenes Leder von Poltrona Frau auf dem Armaturenbrett (edel wie in der S-Klasse) und eine zweifarbige Karosserie mit bronzefarbenem Leib und schwarzem Dach (schick wie beim Edel-Italiener).

Bei der Verarbeitung hat Lancia nachgebessert. Bis auf die dünne Hutablage gibt es nichts mehr zu meckern. In Italien werden sich davon viele Stars selbst ein Bild machen können. Der Lancia Thesis, mit dem VIPs gerne an den Roten Teppich vorfuhren, wird nicht mehr gebaut. Das neue Flaggschiff heißt Delta – als 1.8-Liter Turbo Jet ab 27 900 Euro. 

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