Auto : Vier mal vier macht 60

Volvo entwickelt sich immer mehr zur Allradmarke. Am meisten Erfolg hat der kleinste XC

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Haftungsfrage. Der Winter war härter als erwartet – für alle, die keinen Allrad haben.

Was wäre wenn. Besser, man denkt gar nicht drüber nach, was Volvo widerfahren wäre, wenn der XC60 nicht eingeschlagen hätte. Seit Herbst 2008 ist der kleine Schwede als Heilsbringer unterwegs. Fast 8000 Mal hat er sich allein in Deutschland verkauft; 62 000 Mal verteilt über den Globus. Einen „Segen“ nennen das die Presseleute in der Deutschlandzentrale – wohl wissend, wie es einem ergehen kann, wenn man keinen XC60 und damit auch keine „Eroberungskäufer“ hat. Saab, die andere Marke aus dem Norden, hatte mal einen Ruf wie Volvo. Nun liegt sie seit Monaten im Koma.

Zum Dank für den Verkaufserfolg adelt Volvo sein Zugpferd XC60 nun optisch: Die kompakt geschnittene Mischung aus Coupé und SUV gibt es im neuen Modelljahr auch im signalroten „R-Design“. So etikettiert Volvio seine besonders sportlich designten Modelle. Viel mattes Chrom, feinstes Leder in Beige oder Anthrazit, dazu ein gut abgestimmtes Sportfahrwerk – das sind die Zutaten für das knapp 3000 Euro teure Nobelpaket.

Sieht man von den Einbrüchen beim betagten XC90 ab, sieht es bei Volvo dank des breiten Allradangebotes gar nicht so schlecht aus. 18 Modellvarianten lassen sich als AWD-Variante ordern (All Wheel Drive), und mehr als ein Drittel der deutschen Kunden greifen darauf zurück. Die Allradtechnik wurde mit Haldex entwickelt, das Prinzip ist ebenso einfach wie effizient: Auf trockener Fahrbahn landen 95 Prozent der Antriebskraft auf der Vorderachse, 5 Prozent gehen nach hinten. Verschlechtert sich der Grip auf der Fahrbahn, verändert sich die Verteilung des Drehmoments permanent und verzögerungsfrei: je nach Haftung können dann bis zu 65 Prozent der Antriebskräfte an die Hinterräder übertragen werden.

Beim Bestseller XC60 ist derlei Technik seit dem Sommer so manchem schnuppe – jetzt ist er auch „nur“ mit Frontantrieb zu haben. Das reduziert den Einstiegspreis um 2000 Euro, wobei die Basis mit dem neuen 2,4-Liter-Diesel (175 PS) immer noch knapp 34 000 Euro kostet. Kleiner Trost: Am Heck prangt das Ökolabel DRIVe, das im Falle des XC60 für einen durchaus beeindruckenden Verbrauch von sechs Litern steht (159g CO2/km). Das gleiche Aggregat ist auch im Schwestermodell XC70 zu haben, genauso wie der neue D5-Selbstzünder mit 205 PS.

Was bringt dieses Jahr für Volvo? Das Facelift für das teure Coupé C30 und das schicke Cabrio C70 steht beim Händler. Die neue Limousine S60 zeigen die Schweden in Genf; den Kombi V60 später in Paris. Und was die Chinesen vorhaben, die Volvo (so gut wie) gekauft haben, wird man sicher bald erfahren. Eric Metzler

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