Auto : Vierer, zweiter Versuch

Smart hat große Pläne – spätestens 2014 wird man den Forfour auf Basis des Renualt Twingo sehen.

Vorgeschmack. Schade, das ist nur die Studie, wie sie in Paris zu sehen war. Wenn das Serienmodell genauso knackig vorfährt, könnte der Viersitzer gute Chancen haben. Foto: promo/sppr
Vorgeschmack. Schade, das ist nur die Studie, wie sie in Paris zu sehen war. Wenn das Serienmodell genauso knackig vorfährt,...

Mit der Studie Forstars hat die Daimler-Tochter Smart auf dem Pariser Salon einen Ausblick auf die nächste Generation des Stadtfahrzeugs gegeben. Der kleine Zweisitzer mit der putzigen Ladefläche steht Modell gleich für mehrere Trends, die man bei Smart künftig setzen möchte. Neben der elektrisch betriebenen Mobilität, heißt das mehr urbaner Schick und mehr Flexibilität. Smart wächst und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Neben einem Smart Fortwo wird es wieder einen Smart Forfour geben. „Wenn wir Stadtmobilität komplett anbieten wollen, brauchen wir noch ein zusätzliches Angebot in Form eines Viersitzers“, erläutert Smart-Chefin Annette Winkler die Wachstumsidee.

Einen viersitzigen Smart, den gab es bereit. Aus der Zusammenarbeit mit Mitsubishi in der damaligen Welt-AG des ehemaligen Daimler-Chefs Jürgen Schrempp entstand 2004 auch ein viertüriger Smart als Ableger des Mitsubishi Colt. Der wurde allerdings schon zwei Jahre später wieder eingestellt. Seitdem hat sich Smart gewissermaßen auf das Kerngeschäft des fast schon klassischen Stadtflohs mit zwei Türen konzentriert. Neue Möglichkeiten des Wachstumes offeriert die Zusammenarbeit mit Renault. „Wir können auf einer Architektur drei Fahrzeuge aufbauen: den Renault Twingo, den Smart Fortwo und den Smart ForFour“, erläutert Winkler die Pläne der französisch-schwäbischen Allianz. Diese Fahrzeuge kommen 2014 auf den Markt, Zeit für Smart, einen Ausblick auf Ideen und Designdetails zu geben, findet die Smart-Chefin.

Blickt man dem Messe-Smart ins Auge, denkt man spontan an eine Inkarnation von Comic-Autos aus dem Film Cars. Mit den aufgesetzten Augenlidern scheint das Auto tatsächlich zu zwinkern. Unverkennbar ist aber auch das Smart-Gesicht und wer genau hinschaut, wird auch an die Gesichtszüge des ersten Twingo erinnert, dessen Lampen ein ähnliches Antlitz erzeugten.

Fans des kleinen Franzosen werden sich dann umgewöhnen müssen. Der Twingo wird, wie auch die beiden Smarts, über Heckantrieb verfügen. „Anders kann man 2,69 Meter Kürze in einem zweisitzigen Smart nicht realisieren“, erklärt Winkler. Während dieser sich als Premium-Winzling ein etwas gehobenes Preisniveau leisten könne, stünde der Smart Forfour voll im Wettbewerb der Klein- und Kleinstwagen und müsse sich über Inhalte und einen günstigen Einstiegspreis bewähren.

Nette Ideen, wie sie die Studie auszeichnen, dürften dann nicht drin sein. Als Musterbeispiel für versteckte Vorzüge elektrischer Mobilität haben die Techniker den Forstars als eine Art „Autokino to go“ ausgelegt. In der Hutze der Fronthaube ist ein Beamer untergebracht, der ein Kinobild an weiße Wände werfen kann. Den passenden Sound dazu liefert das Multimediasystem für die Insassen. „Alle reden immer nur über die Reichweite von Elektroautos. Wir wollten zeigen, dass es doch eigentlich entscheidend ist, wie lange, nicht wie weit die Batterie in der Stadt hält“, begründet Winkler die Idee. Schließlich fahre man oft nur Strecken von weniger als zehn Kilometern, brauche, gerade in einer Metropole wie Paris, dafür aber auch gerne mal eine Stunde. Die Kraft der Batterie reiche, um die komplette „Herr der Ringe“-Trilogie sechsmal hintereinander zu sehen und anschließend noch nach Hause zu fahren.

Eine anschauliche Idee, die das Smart-Team im Think Tank-Car Forstars da verwirklicht hat. Mit dem Alltag elektrischer Mobilität hat das bewegte Cinema allerdings wenig zu tun. Fehlende Ladesäulen sieht Winkler nicht als Problem. Sie fordert statt teurer öffentlicher Schnellladestationen einfache Steckdosen, die man beispielsweise auch an Straßenlaternen befestigen könne. Schließlich stünden die meisten Fahrzeuge nachts ausreichend lange, um genügend Strom für den Tag zu tanken.

Egal ob elektrisch oder konventionell angetrieben: Smart ist für Winkler mehr als ein Auto. Es geht ihr um die Idee der individuellen Mobilität in der Stadt und da gehört Carsharing ebenso dazu wie beispielsweise ein Pedelec, wie es die Schwaben seit diesem Jahr vertreiben. Das dürfte allerdings weniger zum Wachstum der Marke beitragen als die Eroberung neuer Märkte. Vor allem China macht Winkler Mut für die Zukunft. „Das ist aus dem Stand unser drittgrößter Markt geworden. Smart ist eine Marke für die Stadt und China hat viele große Städte“. Die Kunden dort dürften auch an einem etwas größeren Smart Gefallen finden. Ein rollendes Kino werden sie eher weniger vermissen. sppr

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar