Volkswagen setzt auf Ökologie in den USA : Nachhaltiger Aufschwung angepeilt

In den USA geht es für Volkswagen aufwärts: Nach acht Jahren verzeichneten die Wolfsburger erstmals wieder schwarze Zahlen. Ein Passat aus der Öko-Fabrik und der Jetta Hybrid sollen helfen die Marke für künftige Herausforderungen gut aufzustellen.

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Hoffnungsträger Jetta Hybrid: Volkswagen setzt für seinen Aufschwung in Nordamerika vor allem auf ökologische Modelle. So soll eine Hybrid-Version des Jetta das Profil schärfen.
Hoffnungsträger Jetta Hybrid: Volkswagen setzt für seinen Aufschwung in Nordamerika vor allem auf ökologische Modelle. So soll...Foto: AFP

Jetzt wollen sie es wissen. Die Statthalter von Martin Winterkorn in North America klotzen seit Monaten ran, um endlich wieder auf die Erfolgsspur zu kommen. 2011 hat man in den USA zum ersten Mal seit acht Jahren wieder "einen kleinen Gewinn" gemacht. 325.000 Autos wurden verkauft. Dieses Jahr soll die halbe Million geknackt werden – und für 2018 hat Jonathan Browning, der relativ frische Chef der VW Group of North America, gar das ehrgeizige Ziel von 800.000 Einheiten ausgegeben. Der augenscheinlichste Beleg für soviel Ehrgeiz und Offensive steht in Tennessee, wo VW eine Fabrik hingestellt hat, die ihresgleichen sucht. Sie wurde bis ins Detail nach "grünen" Gesichtspunkten entwickelt und gebaut; VW-Manager sprechen stolz von der "umweltfreundlichsten Fabrik der Welt".

Dieser Anspruch wird natürlich nicht von ungefähr proklamiert: Volkswagen will sich in den USA als Markenbauer sparsamer Autos profilieren. Mit den Dieselmodellen ist das zwar in den Staaten generell schwierig. Trotzdem hat es VW hier schon auf einen Dieselanteil von 20 Prozent geschafft, womit man sich im Vergleich zur Konkurrenz sehen lassen kann. Da ein genereller Durchbruch der Selbstzünder aber nicht zu erwarten steht, setzen die Wolfsburger genau wie andere deutsche Hersteller auf die amerikanische Liebe zum Hybrid.

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10.01.2012 16:35Es ist angerichtet: Die Detroit Motor Show öffnet als erste bedeutende Auto-Messe in diesem Jahr am 14. Januar ihre Pforten.

Hoffnungen liegen beim neuen US-Passat

In Detroit schob Konzernchef Winterkorn gutgelaunt einen Jetta mit zwei Herzen auf die Bühne. Die neue Variante des drüben meistverkauften VW-Modells soll im Spätherbst an den Start gehen. Der 1,4-Liter-Turbomotor, der unter anderem auch den Tiguan antreibt, leistet 150 PS und wird von einem 20 PS starken Elektromotor unterstützt. Die Kombination soll in der Stufenheck-Limousine einen Verbrauch von 4,2 Litern auf 100 Kilometern erreichen.

Auf der Detroit Motor Show zeigt Volkswagen auch die Studie E-Bugster. Die Wolfsburger wollen zeigen, dass Fahrspaß und Elektroantrieb auch im VW-Imperium keine Gegensätze darstellen.
Auf der Detroit Motor Show zeigt Volkswagen auch die Studie E-Bugster. Die Wolfsburger wollen zeigen, dass Fahrspaß und...Foto: Hersteller

Neben dem Jetta hofft Volkswagen vor allem auf den US-Passat. Er läuft seit vier Monaten in Tennessee vom Band und wurde seither mehr als 23.000 Mal verkauft – eine Zahl, die den US-Managern Hoffnung macht, allerdings auch mit einem gigantischen Werbeaufwand bezahlt wurde. Allein sechs Millionen Dollar haben die amerikanischen VWler in die Hand genommen, um die Fernsehzuschauer des Superbowl vor einem Jahr mit zwei (durchaus witzigen) Spots zu beglücken. Die Aktion zeigt das neue Selbstbewusstsein der Volkswagen-Truppe in Nordamerika – schließlich war im damals noch im Bau befindlichen Vorzeige-Werk noch kein einziger Passat gebaut, als man heftig auf die Trommel schlug.

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