Volvo : Pippi Kurzstrumpf

Unterwegs im Alltag – heute mit einem Schweden, der Größe zeigt, weil er so handlich ist

Auf den ersten Blick …

lässt sich erst mal eines festhalten: Ein Blick reicht hinten und vorne nicht, um halbwegs zu erfassen, was man hier vor sich hat. Einen Kombi? Ein bisschen, durchaus; aber von der Seite schaut das Heck dafür zu rund aus. Einen SUV? Hm, große Räder, wuchtige Radkästen, aber nein, so hoch ist er ja eigentlich auch nicht. Ein aufgebocktes Coupé? Ja, vielleicht; jedenfalls, wenn man in die Hocke geht und von schräg unten schaut. Von allem was. Man hat es nicht leicht mit so einem Crossover.

Pluspunkte gibt es vor allem für …

das komfortable Fahrverhalten. Der XC liegt dabei satt auf der Straße, schaukelt auch in schnellen Kurven weniger auf als sein großer Bruder XC90. Das Fahrzeug ist prima gedämmt, was auf langen Reisen ebenso entspannt wie die ausreichend straffen Sitze und die außergewöhnlich wohlklingende Audioanlage Premium Sound. Die Ladekapazität geht in Ordnung: 495 Liter in Standardstellung, bis zu 1455 bei umgelegten Rücksitzen. Die im T6 ausschließlich erhältliche Automatik macht ihre Arbeit weich und gut. Sie passt ausgezeichnet zum durchzugsstarken, aber dezent auftretenden Sechszylinder T6, der zumindest so lange Spaß macht, bis die Reserveleuchte das erste Mal brennt.

Weniger Charme hat …

nämlich vor allem der Verbrauch des T6. Wie man es auch anstellt, unter 13 Litern ist nichts zu machen (Prospektangabe: 11,7 Liter). Die 285 PS und der permanente Allradantrieb fordern einfach zu viel Tribut – gut also, dass es für den SUV-Mischling auch einen sparsamen Vertreter aus der DRIVe-Range gibt (der 2,4 D lässt sich faktisch mit weniger als sieben Liter Diesel fahren). Minuspunkte gibt’s für die schlechte Sicht nach hinten und das Navigationssystem, für das zuweilen ein eigenes Navi vonnöten erscheint: Trotz leichter Verbesserungen verwirrend in der Bedienung hinterm Lenkrad, umständlich in der Menüführung am Schirm. Immerhin wird dieser im XC60 nicht mittels Klappe versenkt wie in anderen Volvos; das Display ist integriert.

Das spannendste Detail …

werden wir hoffentlich nie benötigen. Beim nicht ganz billigen T6 (ab 44 400 Euro) ist das System City-Safety Serie: Bei Geschwindigkeiten bis Tempo 30 leitet es eine automatische Notbremsung ein, wenn dem XC60 alles darauf hindeutet, dass der Fahrer dazu nicht in der Lage ist. Die Folgen eines Aufpralls fallen so milder aus. Wer noch mehr Sicherheit will, kann gegen Aufpreis jede Menge Assistenten ordern – darunter der Abstandstempomat, den man auf langen Autobahnfahrten bald nicht mehr missen möchte.

Unterm Strich die richtige Wahl …

für markentreue Kleinfamilien, die was Volvo-Typisches suchen und den (im Kern baugleichen) Ford Kuga schon deshalb nicht nehmen, weil er den profaneren Innenraum und das schlechtere Image hat. Aber auch Markenfremde, die Sozialpädagogen nicht mögen und deshalb nie in ein herkömmliches Volvo-Schiff steigen würden, lassen sich jetzt hinreißen – und fahren unter schwedischer Flagge in einem modern-flotten Schnellboot, das auf Wunsch jede erdenkliche Sicherheitstechnik an Bord hat. eric

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar