Auto : Von einem Extrem ins andere

Zum 125-jährigen des Automobils: Welche Serienmodelle auf dem deutschen Markt so alles Spitze sind

Schwach…aber sparsam. Der Smart 0.8 cdi benötigt nur 3,3 Liter, ist aber mit 54 PS auch der schwächste Neuwagen der Nation.
Schwach…aber sparsam. Der Smart 0.8 cdi benötigt nur 3,3 Liter, ist aber mit 54 PS auch der schwächste Neuwagen der Nation.Foto: dpa-tmn

Stammtischbrüder sprechen bevorzugt in Superlativen. Seit der Erfindung des modernen Automobils vor 125 Jahren diskutieren Autofans unermüdlich über extreme Fahrleistungen, Fahrzeugmaße oder Kaufpreise. Dabei sorgen längst nicht mehr nur diese Spitzenwerte für Gesprächsstoff: Seit Jahren rücken Umwelt- und Spardebatten zunehmend rollende Rekordhalter in den Blick, die besonders bescheiden unterwegs sind. Doch welche Modelle sind zurzeit die Serienwagen der Superlative, die offiziell als Neufahrzeuge in Deutschland angeboten werden? Antworten auf diese Frage haben die Marktbeobachter Eurotax-Schwacke und Jato Dynamics sowie das Kraftfahrt-Bundesamt parat.

PREIS: Mehr Geld als für einen Bugatti Veyron 16.4 Super Sport kann man für ein Serienauto im Moment nicht ausgeben. Der edle Supersportwagen aus dem VW-Konzern schlägt mit mehr als 1,96 Millionen Euro zu Buche – kein Auto für Angeber also, sondern nur für echte Superreiche. Dass man fürs gleiche Geld 281 Dacia Sandero bekommt, dürfte Veyron-Kunden wenig interessieren: Zu Preisen ab 6990 Euro ist der rumänische Kleinwagen das Neuwagen-Schnäppchen schlechthin.

LEISTUNG: Der 8,0 Liter große 16-Zylinder-Motor im Bugatti Veyron Super Sport entwickelt sagenhafte 883 kW/1200 PS - fast doppelt so viel wie eine Corvette C6 6.2 V8 ZR1 Coupé mit 476 kW/647 PS auf Platz zwei. Mit einem Zehntel des Veyron-Hubraums und 40 kW/54 PS bildet der Smart Fortwo 0.8 cdi das Schlusslicht.

BESCHLEUNIGUNG: Das Feld der Spitzensprinter führt ebenfalls der Veyron an: In 2,5 Sekunden stehen 100 km/h auf dem Tacho. Dichtester Verfolger ist der Porsche 911 3.8 Turbo S Coupé, der aus dem Stand binnen 3,3 Sekunden Tempo 100 erreicht. Da bleibt dem Fahrer eines Hyundai H-1 Travel mit 81 kW/110-PS-Diesel reichlich Zeit zum Staunen: Mit 23,7 Sekunden ist der Kleinbus der trägste Serienwagen.

HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT: Und wieder liegt Bugatti vorn: Mit Spitzentempo 431 hängt der Veyron Super Sport alle übrigen Autos mit Straßenzulassung ab. Auch wenn die Kaufversion auf 415 km/h begrenzt ist, beträgt die Differenz zum Zweitplatzierten, dem Lamborghini Murcielago LP 640 E-Gear, immerhin noch 75 km/h. Selbst davon ist die Schnecke unter den Serienwagen weit entfernt: Der Land Rover Defender Station Wagon erreicht maximal 132 km/h.

LÄNGE: Zwischen den Stoßfängern des Daimler-Luxusliners Maybach 62 erstrecken sich 6,17 Meter Blech – mehr als bei jedem anderen Serienwagen auf dem deutschen Markt. Problemlos passen zwei Exemplare des Kürzesten in die Lücke, die einem Maybach gerade reicht: Der Smart Fortwo misst knapp 2,70 Meter.

BREITE: Mit einem Jeep Grand Cherokee oder den Ford-Modellen Galaxy und S-Max kann es auf kleinen Straßen schon mal eng werden: Ab den Spitzen der Außenspiegel gemessen sind sie mit etwas mehr als 2,15 Metern die breitesten Serienwagen der Nation. Am unteren Ende der Liste steht der 1,56 Meter schmale Stadtflitzer Smart Fortwo.

HÖHE: Für den Land Rover Defender sind viele Parkhäuser tabu: Einige Varianten der Modelle 90 und 110 ragen rund 2,06 Meter in die Höhe - zu viel für die meisten Großgaragen. Mit solchen Problemen muss sich am Steuer eines Lotus Elise niemand herumschlagen: Die Dachkante befindet sich nicht ganz 1,12 Meter über dem Asphalt.

GEWICHT: Der Elefant unter den hierzulande gehandelten Serienautos ist der Maybach 62: 2855 Kilogramm bringt der Oberklassewagen auf die Waage. In der Fliegengewichtsklasse bleibt der Smart Fortwo 1.0 mhd Coupé mit 750 Kilogramm unerreicht.

VERBRAUCH: Den größten Durst hat der Bugatti Veyron – und zwar in der Basisversion: 24,1 Liter Benzin verbrennt der Supersportwagen im Schnitt auf 100 Kilometer (CO2-Ausstoß: 574 g/km). Das Topmodell Veyron Super Sport gibt sich immerhin mit einem Liter weniger zufrieden (CO2-Ausstoß: 539 g/km). Zu den größten Spritfressern zählen neben den Bugattis der Lamborghini Murcielago LP 640 und der Ferrari 599 GTB Fiorano: Beide benötigen 21,3 Liter (CO2-Ausstoß: 490 g/km). Weit davon entfernt ist der Sparfuchs unterwegs: Der Smart Fortwo 0.8 cdi Coupé begnügt sich mit 3,3 Litern Diesel (CO2: 86 g/km).

NEUZULASSUNGEN: In den Kfz-Zulassungsstellen der Republik waren im vergangenen Jahr VW-Golf-Käufer wieder einmal am häufigsten anzutreffen. In all seinen Varianten, wozu auch der Jetta gezählt wird, wurde das Kompaktmodell von Anfang Januar bis Ende Dezember insgesamt 251 078 Mal als Neuwagen angemeldet. Seltenster Kandidat: der exklusive Rolls-Royce Phantom mit gerade einmal 9 Neuzulassungen.

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