Vorstellung: Audi A3 Cabrio : Zum Sonne tanken

Von Frühlingsgefühlen oder Sommerlaune sind wir denkbar weit weg. Die erste Probefahrt mit dem Audi A3 Cabrio lässt dennoch Vorfreude aufkommen. Zu viert wird es allerdings eng.

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Der lässt den Golf vergessen: Mit der Neuauflage des Audi A3 Cabrios haben sich die Ingolstädter vom technischen Bruder aus Wolfsburg weiter entfernt. Foto: Hersteller
Der lässt den Golf vergessen: Mit der Neuauflage des Audi A3 Cabrios haben sich die Ingolstädter vom technischen Bruder aus...Foto: Hersteller

Eigentlich ist es verrückt: Gerade die Deutschen mögen Cabrios, obwohl es hierzulande mit dem Sommer ja oft nicht allzu weit her ist. Das mag daran liegen, dass doch viele in unserem Land in relativem Wohlstand leben. Der Hauptgrund ist aber, dass die Modelle der meisten Hersteller mittlerweile voll wintertauglich sind.

So gesehen ist es fast schade, dass Audi sein neues A3 Cabrio erst im kommenden Jahr zu den Händlern bringt. Denn auch der Ingolstädter glänzt mit einer neu entwickelten Stoffhaube und ist daher ein Auto, das durchaus auch im Winter Spaß macht. Das fünflagige Verdeck bietet in der Akustik-Variante eine wohl gedämpfte Geräuschkulisse. Dabei wiegt das ganze Konstrukt samt Motoren nicht mal 50 Kilogramm. Und wer im Winter dann doch mal unter freiem Himmel fahren möchte, der kann sich jetzt auch im A3 Cabrio warme Luft um den Nacken pusten lassen.

Glatter Rücken

Mit der Neuauflage der Kompaktbaureihe aus Ingolstadt hat sich auch beim auf der IAA erstmals gezeigten Cabrio optisch einiges getan. Die schmaleren Scheinwerfer, die jetzt optional auch als Voll-LED-Leuchten erhältlich sind, verhelfen dem offenen A3 zu einem dynamischeren Auftreten. Sah der Vorgänger vielleicht noch ein bisschen pummelig aus, so gibt der Neue nun den Sportsmann. Das unterstreicht auch die neu gestaltete Frontschürze, die um die Nebelscheinwerfer unten weit und tief auslädt. Aber vor allem in der Rückansicht fällt der Ingolstädter schöner aus.

Die Stoffmütze faltet sich nun glatt hinter die Rückbank. Auch die Kopfstützen sind verschwunden. Foto: Hersteller
Die Stoffmütze faltet sich nun glatt hinter die Rückbank. Auch die Kopfstützen sind verschwunden.Foto: Hersteller

Das Verdeck faltet sich nun glatt und mit Deckel hinter die Rückbank. Auch die Überrollbügel sind verschwunden. Sie mussten Stahlschienen weichen, die von magnetischen Aktuatoren im Falle eines Überschlags ausgelöst werden. Und hinten bildet das Heck der A3 Limousine den flotten Abschluss, der gegenüber dem Vorgänger eleganter und nicht so stummelig wirkt. Darunter verbergen sich 320 Liter Kofferraum, von denen auch bei geöffnetem Dach immerhin noch 280 Liter übrig bleiben.

Flottes Benziner, adäquates Fahrwerk

In der Summe hat Audi seinem Kompakt-Cabrio damit die optische Verwandtschaft mit dem Golf erfolgreich ausgetrieben. Da Audi zur Probefahrt eingeladen hat, haben wir uns zunächst mal den 1,4 Liter großen Otto-Motor für eine Ausfahrt vorgenommen. Schon vom ersten Kilometer an begleitet uns die die Sonne der Côte d'Azur, weshalb wir das gut gedämmte Dach nur kurz genießen. Auf den kurvigen Strecken der Seealpen fallen die verwindungssteife Karosserie und das solide Fahrwerk positiv auf. Ohne unkomfortabel zu werden liegt das A3 Cabrio satt auf der Straße und neigt auch bei schneller Kurvenfahrt höchstens zum kontrollierbaren Untersteuern.

Nur zu viert wird es eng: Vorne bietet das Audi A3 Cabrio ausreichend Platz. Auf der Rückbank geht es enger zu. Foto: Hersteller
Nur zu viert wird es eng: Vorne bietet das Audi A3 Cabrio ausreichend Platz. Auf der Rückbank geht es enger zu.Foto: Hersteller

Mit den 140 PS und den 250 Newtonmeter, die schon bei 1400 Umdrehungen pro Minute anliegen, lässt sich das Auto flott den Berg hinaufzirkeln. Der Motor mit Zylinderabschaltung, der schon im fünftürigen Sportback Premiere feierte, ist kein Himmelsstürmer. Er verdient sich seine Lorbeeren eher durch ausgeglichene Kraftentfaltung und Ökonomie. Glatte fünf Litern verbrauchte er im Normzyklus, die Realität bei unserer Testfahrt lag bei rund sieben Liter. Das geht angesichts der Strecke dann noch in Ordnung.

Mit Sitzriesen an Bord wird es eng

Sparsamer erwies sich auf der zweiten Runde der bereits bekannte Zwei-Liter-Diesel, der mit 4,2 Litern in den Büchern steht. Zusammen mit einem 1,8 Liter großen Benziner sind das die drei Motoren, die im kommenden Frühjahr zur Verfügung stehen werden. Der Selbstzünder ist zwar auf dem Papier um zehn PS stärker, zeigte sich aber in der Praxis mit leichter Verzögerung im Antritt.

In dieses A3 Cabrio könnte man sich durchaus verlieben. Die Basismotorisierung, mit der dieser Audi ab 30 500 Euro zu haben ist, zeigt sich als durchaus praktikable Lösung. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Zwar hat Audi zwei formschöne Einzelsitze auf die Rückbank montiert. Wenn vorne aber ein Fahrer mit mehr als 1,80 Meter Größe Platz nimmt, dann wird es eng im Fond.

Dieses Problem kann auch der lange Radstand von 2,64 Meter nicht auflösen. Da ein Großteil der vornehmlich weiblichen Kundschaft aber nicht unbedingt Gardemaß haben dürfte, könnte hinten dennoch Kind und Kegel reinpassen.

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Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

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