Vorstellung Audi A4 Avant : Der mit dem Elektro-Kick

Der Mittelklasse-Kombi ist hierzulande eines der wichtigsten Modelle überhaupt. Um sich im Segment durchzusetzen, muss man überall einen Tick besser sein als die Konkurrenz. Ob das beim neuen Audi A4 Avant geklappt hat?

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Rundum gereift. Zwar steckt Audi nach wie vor in der Designfalle, technisch kratzt der A4 Avant jedoch bereits an der Oberklasse.
Rundum gereift. Zwar steckt Audi nach wie vor in der Designfalle, technisch kratzt der A4 Avant jedoch bereits an der Oberklasse.Foto: Hersteller

Kombi in der Mittelklasse, das ist keine Kür sondern, eine Pflichtdisziplin für deutsche Hersteller. Umso schwieriger, sich da von den Wettbewerbern abzusetzen. Denn diese Karosserieform ist so wichtig, dass sich bei der zahlreichen Konkurrenz nur wenige echte Schwächen finden lassen. Abheben kann sich hier nur, wer die anderen wirklich und auf großer Breite alt aussehen lässt. So etwa könnte auch die Parole ausgesehen haben, die ausgegeben wurde als sich die Entwickler an den neuen Audi A4 Avant gemacht haben. Überall einen Tick besser sein als die Konkurrenz. Ob das auch geklappt hat?

Der neue Audi A4 Avant kommt mit mehr Aerodynamik und weniger Gewicht

Optisch überrascht der Audi A4 Avant erst mal wenig. Zwar ist auch dem neuesten Ingolstädter anzusehen, wie sich Audi aus der Designfalle herausbewegen möchte. Aber die Revolution steht noch aus und wird wohl auch eher bei den extrovertierteren höheren Baureihen stattfinden. Für Experimente ist der A4 zu wichtig. Bemerkenswert sind die lange, bis in die Kotflügel gezogene Haube mit den schmalen Scheinwerfern darunter. Der Blechknick in den Frontleuchten ist ein Hingucker, natürlich besonders in der Dunkelheit. Ansonsten ist beachtlich mit wie wenig Bügelfalten das Blechkleid des Audi A4 Avant auskommt. Rundlicher zeigt sich in der Modellpalette Ingolstadts höchstens noch der A5. Eine Lichtkante über dem Schweller, eine Falz von den Frontscheinwerfern rund um das Auto und zwei auf der Motorhaube. Das wars.

Das Erfolgsmodell: Seit der Einführung 1992 wurde der Audi A4 Avant 2,5 Millionen Mal verkauft. In Deutschland werden zwei von drei Audi A4 als Kombis verkauft.
Das Erfolgsmodell: Seit der Einführung 1992 wurde der Audi A4 Avant 2,5 Millionen Mal verkauft. In Deutschland werden zwei von...Foto: Hersteller


Das dürfte auch geholfen haben, den für einen Kombi beachtlichen cw-Wert von 0,26 für den Audi A4 Avant zu realisieren. Daneben soll ein vom Hersteller angegebenes Mindergewicht von 120 Kilogramm helfen, die Verbrauchswerte des Modells nach unten zu drücken. Das lässt sich in der Summe nicht ganz auf die Straße bringen, weil der neue Audi A4 Avant die gesparten Kilos durch mehr Ausstattung wieder drauf bekommt. Aber dazu später mehr.

Der Audi A4 Avant lässt sich aufrüsten wie ein A6 in Bestform

Dass der Audi A4 Avant schon früher ein guter Kombi war, belegen die bisherigen Verkaufszahlen. 2,5 Millionen seit 1992. In Deutschland werden zwei von drei Audi A4 als Kombis verkauft. Damit das so bleibt, hat man in Ingolstadt das Heck quasi elektrifiziert. Serienmäßig surrt nun die Heckklappe elektrisch nach oben, optional auch durch einen „Fußtritt“ ausgelöst. Serienmäßig wiederum gibt es das Trennnetz zum Passagierabteil, ein Gepäcknetz und das Schienensystem im Heck. Ebenso Standard ist die dreigeteilte Rückbank (40:20:40) und die elektrische Laderaumabdeckung, die nun beim Öffnen der Klappe nach nach oben surrt.

Richtig praktisch wird es mit den optionalen Raumtrenner, die unter dem Ladeboden Platz finden. Der ist wendbar und hat auf der Rückseite einen abwaschbaren Belag. Wenn es mal schmutziger zugehen sollte. Das Ladegut muss über eine erfreulich niedrige Ladekante von 63 Zentimeter in das Innere gehievt werden. Dort finden sich nun 505 und damit 15 Liter mehr Ladevolumen. Und wenn die Rückenlehnen umgelegt werden, dann entstehen 1510 Liter an Platz. Wem das nicht genügt, der darf auch noch gebremste Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 2100 Kilogramm dran hängen.

Platzkomfort vom Feinsten: Der neue Audi A4 Avant hat 505 und damit 15 Liter mehr Ladevolumen als bisher. Mit umgeklappten Rückenlehnen entstehen 1510 Liter Kofferaumvolumen. Serienmäßig gibt es unter anderem eine elektrische Heckklappe, ein Trennnetz zum Passagierabteil und eine elektrische Laderaumabdeckung.
Platzkomfort vom Feinsten: Der neue Audi A4 Avant hat 505 und damit 15 Liter mehr Ladevolumen als bisher. Mit umgeklappten...Foto: Hersteller


Die Bedeutung des Ingolstädter Mittelklasse-Kombis lässt sich auch an der Zahl der verfügbaren Assistenzsysteme ablesen. Der Audi A4 Avant lässt sich aufrüsten wie ein A6 in Bestform. Das digitale Cockpit, mit dem TT Roadster eingeführt und für den A6 erst letztes adaptiert, ist ebenso verfügbar wie die Matrix-LED-Scheinwerfer oder das Bang&Olufsen-Soundsystem. Wer den Geldbeutel weit genug öffnet, der kann sich einen Audi A4 Avant zusammenstellen, bei dem es technisch so gut wie keinen Unterschied mehr zum großen Bruder A6 gibt.

Ausgereift ist nicht nur die Technik, sondern auch der Preis des Audi A4 Avant

Für das Motorenangebot lässt sich das freilich so nicht sagen. Der Audi A4 Avant wird vornehmlich über Vierzylinder-Motoren angetrieben, das Angebot entspricht in weiten Teilen dem der Limousine. Einziger Sechszylinder im Angebot ist der 3.0 TDI, der mit 272 PS derzeit auch die Topmotorisierung stellt. Interessanter ist aber der Zwei-Liter-Benziner, der für den A4 angeboten wird. Hier werden im Teillastbetrieb die Ventile früher geschlossen und so ein geringerer Hubraum erreicht. Das bringt einen Verbrauch wie bei einem 1,4 Liter großen Motor und spart daher Sprit. So steht der 2.0 TFSI mit einem Normverbrauch von 5,0 Litern in den Prospekten. Ein beachtlicher Wert für einen Benziner.

Beachtlich ist auch der Preis, der für den eleganten, praktischen und weiter gereifte Audi A4 Avant aufgerufen wird. Die günstigste Art ist der 1.4 TFSI Benziner für 32.500 Euro, der allerdings erst ab dem kommenden Frühjahr zu haben sein wird. Beim Marktstart am 13. November wird der 2.0 TDI für 36.900 Euro die Preisliste nach unten abrunden. Der 3.0 TDI mit bärenstarken 600 Newtonmeter und 272 PS kostet 51.950 Euro. Die Benziner kosten 39.200 Euro für den sparsamen Zwei-Liter-Benziner oder 46.300 Euro für die stärkere Variante mit 252 PS.

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Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

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