Vorstellung: BMW X5 Facelift : Wer kann, der kann

BMW geht kein Risiko ein und verändert den erfolgreichen X5 nur behutsam – für Aufsehen sorgt allein das neue Basismodell ohne Allrad und mit nur vier Zylindern.

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Vorne geschärft, hinten überhängend: Die Optik des BMW X5 wurde nachjustiert.
Vorne geschärft, hinten überhängend: Die Optik des BMW X5 wurde nachjustiert.Foto: Hersteller

Entscheidend ist der Inhalt. Dass uns die neue, laut BMW "geschärfte" Front nicht gefällt, weil die Scheinwerfer am Kühlergrill kleben – geschenkt. Dass ein derart überhängendes Heck früher bestenfalls Koreaner geziert hätte – was soll’s. Der neue X5 glänzt trotzdem. Innen, unterwegs und wie bisher wohl auch bei den zukünftigen Verkaufszahlen.

Schließlich gibt es keinen Grund, warum der X5 die Erfolgsgeschichte der beiden ersten Generationen nicht fortschreiben sollte, wenn er im November ausgeliefert wird. Der Neue bleibt nämlich in jeder Hinsicht, was der Alte schon war: ein ziemlich perfektes SUV, das seinen Konkurrenten vor allem in Sachen Fahrdynamik etwas vorzumachen vermag. Wo Artgenossen schaukeln und wanken, bewahrt der BMW X5 stoisch Haltung. Und wo es Andere aus der Kurve schiebt, zieht der Bayer schnell und gelassen seine Bahn. Wie sportlich oder wie komfortabel er das tut, bestimmt der Käufer zukünftig schon bei der Bestellung – vier Varianten des adaptiven Fahrwerks stehen zur Wahl. Luftfederung ist bei allen Serie, und auch die im Vergleich zu Land Rover gemäßigten Offroad-Qualitäten bleiben immer diesselben. Der X5 bietet zwar keine Geländeuntersetzung oder Quersperre, die Expertise reicht aber locker für die meisten Touren über Stock und Stein: knapp 21 Zentimeter Bodenfreiheit, Bergabfahrhilfe, elektronisch geregelter Allradantrieb.

Neues Einstiegsmodell

Die dritte Generation des Bestsellers (weltweit 1,3 Millionen verkaufte Exemplare in 14 Jahren) ist leicht gewachsen – was vor allem dem Kofferraum hinter der zweigeteilten Klappe zugute kommt (plus 30 Liter Ladevolumen). Leider hat BMW wie gehabt darauf verzichtet, den Anwendern das Umklappen der Rückbank vom Kofferraum aus zu ermöglichen; ein sinnvolles Feature, das inzwischen auch Mitbewerber an Bord haben, die deutlich günstiger zu haben sind als der BMW X5. Dessen Einstiegspreis liegt fortan bei 52 100 Euro. Zu diesem Tarif allerdings gibt es "nur" die neue Basisvariante 25d mit Hinterradantrieb und vier Zylindern. BMW speckt also ab, um neue Käuferschichten zu erschließen.

Ob der Zweiliter-Diesel mit seinen 218 PS den Koloss ausreichend motorisieren wird, lässt sich noch nicht sagen: Zum Verkaufsstart kommen erst einmal drei andere Antriebsvarianten zum Händler, darunter der seit jeher beliebteste von allen, der xDrive 30d. Der um 13 auf 258 PS erstarkte Reihensechszylinder beeindruckte auf unserer Probierfahrt einmal mehr mit seiner Laufruhe, dem enormen Durchzug und einem bemerkenswert günstigen Verbrauch von 7,3 Litern. Leider hat BMW den Preis für das gute Stück um gute 4000 Euro in die Höhe geschraubt: geschmeidige 59 400 Euro werden nunmehr für den 30d aufgerufen.

Den sichtbarsten Zuwachs an Gegenwert im BMW X5 verrät das Cockpit. Hier schöpft ein jetzt frei stehendes Riesen-Display alle Möglichkeiten der marktführenden Connected-Drive-Pakete aus – wenn man bereit ist, dafür ein paar Extratausender einzusetzen: Online-Zugang, Concièrge-Service, benutzerdefinierte Apps und Verkehrsdienste in Echtzeit.

Die neuen Gipfelstürmer
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1 von 19Foto: Hersteller
07.10.2012 11:13Spät kommen und dann das Feld von hinten aufrollen, mit dieser Strategie hat Volkswagen bereits viele Bestseller platziert. Und...

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


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