Vorstellung Fiat 500 : Der Evergreen aus Turin

Haute Couture aus Italien: Der neue Fiat 500 ist sich optisch treu geblieben, hat aber viel neue Technik an Bord und lässt sich jetzt auch mit Karomuster ankleiden.

Gerhard Prien
Schnell wieder zu erkennen: Optisch wurde am Fiat 500 nur leicht retuschiert. Das Design des Kleinen bleibt weitgehend gleich.
Schnell wieder zu erkennen: Optisch wurde am Fiat 500 nur leicht retuschiert. Das Design des Kleinen bleibt weitgehend gleich.Foto: Hersteller

Am 4. Juli 1957 wurde der erste Fiat 500 in Turin der Öffentlichkeit vorgestellt. Nun – acht Jahre nach der Präsentation der aktuellen Baureihe – wurde der Fiat 500 und das Cabriolet 500C gründlich überarbeitet und auf dem historischen Boden des ehemaligen Turiner Fiat-Werks Lingotto vorgestellt.

Pünktlich zur Markteinführung der Neuauflage des Flohs im Retro-Look gelingt den Italienern noch ein Achtungserfolg. Nach den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) war der kleine Italiener im Juni in Deutschland der beliebteste Kleinstwagen in Deutschland. Er stieß mit 3742 Neuzulassungen den Evergreen VW Up vom Thron. Er wurde „nur“ in 3421 Einheiten verkauft.

Modernste Technik unter altem Blech

Der historische Fiat 500 mobilisierte beinahe im Alleingang ganz Italien. Anfang Juli 1957 rollte der „Nuova Cinquecento“, wie er liebevoll genannt wurde, erstmals über die Straßen von Turin. Beinahe 3,8 Millionen Exemplare wurden weltweit verkauft. Seine Konkurrenten waren einst Vespa und Lambretta, heute ist dereinst in Lingotto gefertigte Kleinwagen ein begehrter Oldtimer.

Auch beim Cabrio-Konzept bleiben sich die Italiener treu. Der neue Fiat 500C behält seine zwei seitlichen Holme.
Auch beim Cabrio-Konzept bleiben sich die Italiener treu. Der neue Fiat 500C behält seine zwei seitlichen Holme.Foto: Hersteller

Ähnlich wie der Beetle oder der Mini setzt auch der moderne Fiat 500 auf Retro-Design. Sein Höhenflug begann exakt fünfzig Jahre später, am 4. Juli 2007. Jetzt hat Fiat wieder Hand angelegt an das Erfolgsmodell. Das gelungene Design, das die rundlichen Formen des historischen Cinquecento zitiert, ist wohl einer der Gründe für den Erfolg des neuen, erwachseneren Fiat 500. Mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge wurden mittlerweile in mehr als 100 Ländern verkauft. Kein Wunder, dass Fiat auf behutsame Änderungen im Design setzt. Die Marschrichtung ist klar: Neue Technologien integrieren, aber so, dass es den unverwechselbaren Stil des 500 nicht verwässert. Fiat formuliert es so: „Ästhetische Kontinuität und technologische Evolution“. Das ist den Italienern gelungen.

Der neue Fiat 500 hat die kompakten Abmessungen seines Vorgängers beibehalten (357 Zentimeter Länge, 163 cm Breite, 149 cm Höhe, Radstand 230 cm). Das Design nimmt bei Front und Heck charakteristische Stilelemente des historischen Cinquecento auf, interpretiert sie allerdings auf moderne Art. Rund 1800 Details sollen die Originalität hervorheben. Die wohl auffälligste Referenz an den Fiat 500 aus den 1950er Jahren dürften die Hauptscheinwerfer sein. Sie erscheinen, von vorne gesehen, immer noch rund. Tatsächlich sind sie aber oval, das Fahrlicht soll die Straße durch polyelliptische Module besser ausleuchten. Zudem sind die Richtungsanzeiger neuerdings in den oberen Scheinwerfern untergebracht. Jetzt lächelt der 500 vielleicht ein wenig breiter – ein Eindruck, den auch der neu gestaltete Grill mit Chromelementen unterstützt. Die trapezförmigen Heckleuchten sind dreidimensional gestaltet, mittig nehmen sie die Wagenfarbe auf.

Beide Karosserieversionen – die Limousine Fiat 500 und das Cabriolet Fiat 500C – kann der Kunde in drei Ausstattungsvarianten ordern. Die Basisausstattung ist der „Pop“, serienmäßig mit sieben Airbags, Tagfahrlicht in LED-Technik, Multimediasystem Uconnect mit Fünf-Zoll- Bildschirm, sechs Lautsprechern, Anschlüssen für externe Musikspeicher oder Smartphones (AUX-In, USB) und Multifunktionstasten am Lenkrad.

Haute Couture aus Italien

Dem „Pop Star“ gibt Fiat zusätzlich eine Klimaanlage, verchromte Außenspiegelblenden sowie eine Chromleiste auf der Motorhaube mit auf den Weg. Mit der Top-Variante „Lounge“ gehen ein Panorama-Glasdach (bei der Limousine), 15-Zoll-Leichtmetallräder, Kühlergrill mit Chromdetails, Lederlenkrad mit Multifunktionstasten sowie das per Fünf-Zoll-Tochscreen gesteuerte und Bluetooth-fähige Multimediasystem Uconnect einher. Mit ihm lassen sich viele Smartphone-Applikationen über das bordeigene Multimediasystem nutzen.

Die markanteste VEränderung außen sind wahrscheinlich die neu gestalteten Heckleuchten.
Die markanteste VEränderung außen sind wahrscheinlich die neu gestalteten Heckleuchten.Foto: Hersteller

Zur Individualisierung dient ein Programm mit dem Namen „Second Skin“. Mit Hilfe der „zweiten Haut“ lassen sich etwa Bicolore-Effekte in Rot-Schwarz oder Gelb-Schwarz realisieren. Zur Wahl stehen außerdem ein klassisches Karo-Muster („Lord“), ein Streifenmuster im maritimen Stil („Navy“) und ein Tarnfarben-Look („Camouflage“). Die meisten Varianten decken Dach, Dachsäulen und den oberen Bereich der Karosserie ab, in der Comic-Variante ist auch die Motorhaube bedeckt.

Neue Motoren, alte Preise

Technisch hat Fiat die Bremsanlage optimiert und den Fußgängerschutz verbessert. In den Markt startet der neue Fiat 500 mit einem Benziner TwinAir – in zwei Leistungsstufen (85 PS oder 105 PS) - und einem Vierzylinder-Benziner 1.2 8V mit 69 PS. Gekoppelt sind sie mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder dem automatisierten Schaltgetriebe Dualogic. Der TwinAir-Motor mit 85 PS hat einen Durchschnittsverbrauch von 3,8 Liter pro 100 Kilometer, entsprechend einem Wert für den Kohlendioxid-Ausstoß von 90 Gramm pro Kilometer. Der 1,2-Liter-Benziner aus der Fire-Baureihe sowie der zu einem späteren Zeitpunkt erhältliche Turbodiesel 1.3 16V MultiJet (95 PS) werden künftig auch mit einem Eco-Paket angeboten. Es besteht aus einer bedarfsabhängig gesteuerten Lichtmaschine, einem Aerodynamik-Kit sowie Reifen mit reduziertem Rollwiderstand.

Ab Mitte Juli ist der neue Fiat 500 zu haben. Die Preise werden nicht erhöht, sie beginnen bei 12.250 Euro. Das Cabrio ist ab 14.750 Euro zu bekommen.

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