Vorstellung Ford Edge : Der Touareg von Ford

In den USA längst etabliert, in Europa ein Neuling: Der Ford Edge ist das große SUV der Detroiter und kommt 2015 nach Europa. Dabei scheint er wie eine Blaupause des VW Touarag - zieht im Vergleich aber in einigen Bereichen den Kürzeren.

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Blaupause aus Wolfsburg: Der Ford Edge nimmt klare Anleihen beim VW Touareg - vor allem bei den Ausmaßen.
Blaupause aus Wolfsburg: Der Ford Edge nimmt klare Anleihen beim VW Touareg - vor allem bei den Ausmaßen.Foto: Promo

Die Amerikaner haben sich lange Zeit gelassen, ihr großes SUV offiziell über den großen Teich zu bringen. Bislang gab es nur Importe von spezialisierten Unternehmen. In den USA läuft der Edge bereits seit sieben Jahren. Die neue zweite Generation, rund zehn Zentimeter länger geworden, startet Anfang 2015 zunächst in den USA, im Herbst 2015 kommt sie dann auch zu uns. Gebaut wird das neue SUV in Oakville im kanadischen Ontario.

Der neue Edge erscheint in seinen Abmaßen wie die Blaupause des erfolgreichen VW Touareg: Länge (Edge/Touareg) 4,81/4,80, Breite 1,93/1,94, Höhe 1,70/1,71m. Das vergleichsweise ausladende Armaturenbrett  ist mit weich hinterschäumten Kunststoffen bezogen. Wahlweise soll, nach dem Vorbild der deutschen Konkurrenz, auch Leder geordert werden können. Vorbei ist endlich die Zeit der vielen Knöpfe und viel zu kleinen Monitore. Ford geht nun mit der Zeit – und das bedeutet großer Berührungsbildschirm für die allermeisten Funktionen. Das neue Bediensystem orientiert sich an dem des neuen Mondeo, der bereits seit einem Jahr in den USA zu kaufen ist, aber erst Ende dieses Jahres endlich auch nach Deutschland kommen wird.

Sitzprobe: Das Leder im Ford Edge ist US-typisch sehr weich.
Sitzprobe: Das Leder im Ford Edge ist US-typisch sehr weich.Foto: Promo

Bei einer ersten exklusiven Sitzprobe zeigte sich: Das Leder ist US-typisch sehr weich, die Sitze ebenfalls. Nicht unbedingt deutscher Geschmack. Im Fond herrscht dank des großen Radestandes von 2,85 Metern kein Mangel an Raum, allerdings ist die Sitzbank zugunsten der „größten Kopffreiheit im Segment“ (O-Ton Ford) vergleichsweise niedrig eingebaut. Für die Fondpassagiere sind nun spezielle Gurt-Airbags vorhanden. Auffällig ist wegen der breiten D-Säule die eingeschränkte Sicht schräg nach hinten.

Hoher Fahrkomfort - dank besonderer Idee

Deshalb ist es gut, dass es eine optimierte Einparkassistenten gibt – wie auch bei den Deutschen. Zwar öffnet die Heckklappe zum großen Kofferraum elektrisch,  ferngesteuert per Fußsensor, doch nicht hoch genug: Typen über 1,90 Meter müssen aufpassen, um keine unfreiwillige Kopfnuss zu bekommen. Da ist der VW Touareg besser. Ansonsten bietet auch der neue Edge eine Armada von Fahrassistenzsystemen, die heute in keinem modernen SUV mehr fehlen dürfen. Ein aufwendiger elektronisch geregelter Allradantrieb ist immer an Bord. Dennoch macht der Ford Edge eher einen auf hochgebockten Kombi im trendigen Offroad-Look als auf echter Geländewagen. So wie man das derzeit eben gerne haben will.

Klarer Vorteil für die Deutschen, zumindest in Sachen Prestige, bei den Motoren. Nach Deutschland wird der leer bereits 1,85 Tonnen schwere Ford Edge lediglich mit zwei Zweiliter-Vierzylinder-Dieselmotoren aus der bekannten TDCi-Reihe kommen. Einem mit 180 PS, 400 Newtonmeter und Sechsgang-Schaltgetriebe, Normverbrauch 5,5 Liter (CO2-Ausstoß 149 g/km) und einem mit 210 PS, 450 Newtonmeter, Sechsgang-Doppelkupplungsautomatik, Normverbrauch 6,0 Liter (CO2-Ausstoß 159 g/km). Sechs- oder gar Achtzylinder, wie sie die Deutschen in diesem Segment anbieten, sind überhaupt nicht vorgesehen.

Im Herbst 2015 soll das SUV nach Europa kommen.
Im Herbst 2015 soll das SUV nach Europa kommen.Foto: Promo

Damit dennoch ein hoher Fahrkomfort erreicht wird, hat sich Ford etwas Besonderes ausgedacht: Erstmals für Europa bieten die Amis die aktive Geräuschminderung ANC (Active Noise Cancellation) an. Drei Mikrofone im Innenraum zeichnen permanent lästige Lärmfrequenzen auf. Die Elektronik analysiert sie und mindert die störenden Töne – für die Passagiere nicht wahrnehmbar – durch gegenläufige Klangemissionen über das bordeigene Audiosystem. Damit sollen sich beide Tonkurven sozusagen neutralisieren und das Auto insgesamt spürbar leiser werden. Wir sind gespannt, wie gut das Ganze in der Praxis wirklich funktioniert.

Preise noch unklar

Gut 18 Monate vor der Markteinführung in Europa halten sich die Amerikaner klarerweise noch bedeckt, was sie für ihr SUV-Flaggschiff als Entgelt gerne nehmen würden. Eines ist aber schon jetzt sicher: So günstig wie in den USA wird der Edge hierzulande keinesfalls. Dort kostet die aktuelle (erste) Generation des Edge zwischen 28100 und 37600 Dollar, was in etwa 20500 bis 27500 Euro entspricht.

Über die Preise der zweiten Generation, die bereits Anfang 2015 in den USA startet, hüllen sich die Ford-Leute ebenfalls noch in Schweigen. Gehen wir, nach bisherigen Erfahrungen, mal davon aus, dass der neue Ford Edge hierzulande knapp unter 40000 Euro starten dürfte, dann stehen die Chancen gut, die etablierten deutschen Premium-SUV Audi Q5, BMW X5 und VW Touareg zu ärgern. Denn die würden dann gut 10000 Euro teurer sein als der attraktive Ami.

Übrigens: Passionierte James-Bond-Anhänger haben den Ford Edge Nummer Eins schon 2008 erleben können – in einer fahrenden Rolle im Streifen „Ein Quantum Trost“. 

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