Vorstellung : Gestatten: Mondeo, Ford Mondeo

Im Bond-Film hatte er bereits seinen großen Auftritt. Im Juni soll der neue Ford Mondeo jetzt die Bühne bei den Händlern betreten. Hat er Chancen auch dort eine Hauptrolle zu bekommen?

Markus Mechnich
Ford Mondeo
Das neue Flaggschiff? Der Mondeo ist für Ford die wichtigste Neuvorstellung des Jahres. -Foto: Ford

Während die Autokrise in Nordamerika den Ford-Konzern arg ramponiert hat, mustert sich der europäische Ableger zum Musterschüler. Die Modellpalette ist frisch und innovativ und der Autobauer schrieb im letzten Jahr das beste Ergebnis seit 1994. Damit das so bleibt hat Ford in diesem Jahr zwei wichtige Neuheiten im Programm. Einerseits den aufgefrischten C-Max und den neuen Mondeo. Besonders von letzterem verspricht sich Ford sehr viel. Nichts weniger als das neue Flaggschiff soll er werden. Schauen wir mal nach.

Der Mondeo, der im belgischen Werk Genk vom Band rollen soll, war zum ersten Mal auf dem Genfer Autosalon zu bestaunen. Vorher gab es nur den inoffiziellen Kurzauftritt in "Casino Royale". In Deutschland zeigte sich der Neue erstmals in Leipzig dem interessierten Publikum. Auf den ersten Blick sieht man dem Mondeo an, dass es sich um eine komplette Neuentwicklung handelt. Aus Kostengründen teilt sich der Mondeo jedoch die Konstruktionsbasis mit dem Galaxy und dem großen Van S-Max. Von außen ist das der Limousine jedoch kaum anzusehen. Da sind dann eher gewisse familiäre Beziehungen zu der Studie „Iosis“ von der IAA 2005 zu erkennen.

Kräftigere Front

Das Mittelklasse-Modell von Ford ist äußerlich kräftiger geworden und innen seriöser. Besonders augenfällig ist die Frontpartie, die etwas an die modellübergreifende "Single Frame"-Front von Audi erinnert. Bei näherem Betrachten verfliegen die Ähnlichkeiten jedoch schnell. Der große Kühler-Lufteinlass wird von der Stoßstange getrennt. Unterhalb des amtlichen Schildes findet sich ein weiterer trapezförmiger Kühlereinlass umrahmt von zwei Nebelscheinwerfern. Oben wird der Lufteinlass von einer Chromleiste abgeschlossen. Diese harmonieren prächtig mit den beiden geschwungenen Hauptscheinwerfern darüber. Zu schade, dass es bei der Basisversion die Nebelleuchten nur als Extra gibt. Auf der Motorhaube sind die beiden vorderen Radkästen auffällig abgesetzt. Damit wirkt er breiter, kräftiger. Kein Wunder, denn in der Breite hat der neue Mondeo kräftig zugelegt. Ganze 12 Zentimeter macht er sich jetzt breiter, während die Länge mit ebenfalls 4,7 Zentimeter nicht ganz so kräftig gewachsen ist. Aber immerhin hat er den VW Passat damit übertroffen.

Im hinteren Bereich fallen ebenfalls die beiden, zweigeteilten Rückleuchten auf. Diese finden mit zwei Reflektoren im unteren Stoßstangenbereich ihren Abschluss. Beim Stufenheck und Fließheck ist der kantige Kofferraum mit harter Abrisskante augenfällig. Der Turnier genannte Kombi wirkt von hinten etwas flüssiger und gefälliger. Überhaupt macht der Kombi einen besseren Gesamteindruck. Die Linien fließen besser und finden im Heck einen schöneren Abschluss. Daher wirkt das Auto als Ganzes schnittiger.

Ghia-Variante enttäuscht im Interieur

Ford Mondeo
Der Innenraum in der Titanium-Version überzeugt. Die Ghia-Variante wirkt weniger wertig. -Foto: Ford

Im Innenraum hat der neue Mondeo enorm zugelegt. Auffällig sind zunächst viele praktische Ablagen. Die Kombination aus Sitzposition und Lenkrad wirkt stimmig. Das Lenkrad ist in zwei Dimensionen verstellbar und auch die Sitze bieten alle Einstellungen, die das Herz begehrt. Überhaupt überzeugen die Sitze mit viel Seitenhalt und optimalem Komfort. Das Multifunktionslenkrad bietet einige technische Spielereien, wie Memory-Funktion mit vier Speicherplätzen und zuteilbaren Schlüssel-IDs. Damit werden die Einstellungen für jeden Schlüssel gespeichert und automatisch vorgenommen, wenn der entsprechende Schlüssel gesteckt wird.

Etwas enttäuschend ist im Innenraum die eigentlich luxuriöse Ghia-Variante. Das Holzimitat wirkt nicht so wertig, wie es die Ausstatter wohl vorgesehen hatten und schmälert damit den Gesamteindruck. Wesentlich besser gibt sich da die Titanium-Variante. Weicher Kunststoff und stimmige Farbmischung überzeugen schon eher. Für die meisten Ausstattungsvarianten sind die heutige gängigen Schnittstellen für iPod und Konsorten Serie. Auch das DVD-Navigationssystem findet seinen Platz in der Mittelkonsole. Ansonsten bieten die Armaturen keine große Überraschungen.

Vielfalt bei den Motoren

Ford Mondeo
Besonders attraktives Äußeres: der Kombi, genannt Turnier. -Foto: Ford

Bei den Motoren bietet Ford von Anfang eine ganze Menge Auswahl. Der Kunde kann sich zwischen vier Diesel- und fünf Benziner-Varianten entscheiden. Der kleinste Diesel, der 1,8-Liter TDCi leistet 110 PS (82 kW). Der größte ist der 2,5-Liter-Fünfzylinder mit 220 PS (162 kW). Bei den Benziner geht es mit 1,8-Litern und 100 PS (74 kW) und endet dann aber schon mit dem 2-Liter-Motor mit 220 PS (162 kW). Hier dürfte noch der ein oder andere Motor nachkommen, vor allem für den Turnier. Bei den CO2-Emissionen liegt auch der Ford Mondeo über dem angestrebten Durchschnittswert von 120 g/km. Aber mit 151 g/km für den kleinen Diesel, beziehungsweise 222 g/km für den 2,5-Liter-Fünfzylinder-Benziner halten sich die Übertretungen noch im vertretbaren Bereich.

Insgesamt ist der erste Eindruck des neuen Mondeo vielversprechend. Ein sehr stimmiges und gelungenes Design, innen wie außen. Große Auswahl an Motoren und ein komfortabler Innenraum mit allem an Technik was Mensch heutzutage so braucht. Abzuwarten bleibt der Praxis-Test was Ausstattung und Laufkultur des neuen Modells angeht. Sollten auch die Preise stimmen könnte Ford ein guter Wurf gelungen sein. Gegenüber der Konkurrenz hat er jetzt erst mal die Nasenspitze vorne. Opels Vectra ist etwas in die Jahre gekommen und wird bald erneuert werden. Hauptkontrahent Passat dürfte damit der heftigste Widersacher werden. Verstecken muss sich dieser neue Mondeo aber sicher nicht. Schließlich war er schon im Auftrag ihrer Majestät unterwegs. Wenn das keine Ehre ist.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar