Vorstellung Hyundai i20 : Der Kleine hat sich hübsch gemacht

Hyundai hat Großes vor mit seinem Kleinen: Der i20 soll die Koreaner auf Platz zwei unter den Importeuren bringen. Vom Äußeren her bringt er dazu alles mit, bei den Antrieben kann er noch nachlegen.

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Adretter Auftritt. Hyundai möchte künftig noch mehr Kunden über ein attraktives Design gewinnen.
Adretter Auftritt. Hyundai möchte künftig noch mehr Kunden über ein attraktives Design gewinnen.Foto: Promo

Im Grunde ist Europa der Kontinent der Kleinwagen. Dieses Segment macht 22 Prozent aller Verkäufe aus. Zwar können Golf und Co. in Deutschland noch den ersten Platz behaupten, doch auch hierzulande kommen die Kleinen auf einen Anteil von immerhin 15 Prozent. Kein Wunder, dass sich Hyundai bei der zweiten Generation des i20 besonders viel Mühe gegeben hat. Der neue i20 muss sitzen, wenn die Koreaner ihre ehrgeizigen Ziele erreichen möchten. In Deutschland findet sich Hyundai in der Rangliste der Importeure auf Platz drei hinter Skoda und Renault. In nicht allzu ferner Zukunft soll es zumindest der zweite Rang werden.

Damit der Hyundai i20 hier seinen Beitrag leisten kann, hat man ihn im europäischen Designzentrum in Rüsselsheim erst mal auf eine neue Plattform gestellt. Dadurch ist er in der Länge um vier und in der Breite um 2,4 Zentimeter gewachsen. Zwar übertrifft er nun in der Länge die magische Marke von vier Metern um ebendiese vier Zentimeter und übertrifft so einen VW Polo um stattliche sechs Zentimeter. Dafür ist er in der Höhe um 1,6 Zentimeter geschrumpft.

Design soll ein Vorzug von Hyundai werden

Wozu diese ganzen Zahlenspiele gut sind zeigt sich im Innenraum des Hyundai i20. Vorne geht es für einen Kleinwagen bei den Platzverhältnissen fast schon fürstlich zu und auch hinten hat der im türkischen Izmit gebaute Hyundai i20 ein ausgesprochen großzügiges Platzangebot vorzuweisen. Mit 326 Litern Ladevolumen spielt der i20 in dieser Kategorie ganz vorne in seiner Klasse mit. Zum Vergleich: Ein Polo bietet 280 Liter und 952 werden es maximal. Der koreanische Nebenbuhler kann hier auf 1042 Liter aufrüsten.

Aufgehübscht: Der Hyundai i20 bringt einiges an guten Argumenten mit. Das gilt besonders für den Innenraum.
Aufgehübscht: Der Hyundai i20 bringt einiges an guten Argumenten mit. Das gilt besonders für den Innenraum.Foto: Promo

Zu den Vorzügen der Marke soll daneben künftig aber auch das Design gehören. „Seit 2013 ist das Design unserer Fahrzeuge der Kaufgrund Nummer eins und hat das Preis-Leistungs-Verhältnis auf den zweiten Platz verdrängt“, erklärt der Geschäftsführer von Hyundai Deutschland, Markus Schrick, denn auch sichtlich stolz. Damit die Kundschaft aus diesem Grund künftig noch öfter zugreift, wurde in Rüsselsheim das Blechkleid des i20 von vorne bis hinten umgekrempelt. Vorbei die optische Schlichtheit eines Getz. Und auch das Knubbelige der ersten Generation ist Geschichte. Aus dem Hyundai i20 ist ein richtig flotter Kleinwagen geworden.

Zeitgemäßer als viele Konkurrenten

Das macht sich auch im Interieur bemerkbar, wo neben der Optik auch auf Qualität Wert gelegt wurde. Der Armaturenträger ist mit aufgeschäumtem Kunststoff überzogen, einige Schalter zeigen sich nun in Chrom eingefasst. Die Mittelkonsole ist angenehm aufgeräumt, wobei einige Funktionen dafür auf das Lenkrad gewandert sind. Da ist es mit acht Tasten und vier Schaltern dann vielleicht schon etwas viel. Bewährt haben sich Aux- und USB-Anschluss in der unteren Ablage der Mittelkonsole.

Beim i20 werden sie sogar von zwei 12-Volt-Anschlüssen eingerahmt. Da fährt Hyundai viel zeitgemäßer als viele Konkurrenten. Die Generation Smartphone sucht immer Anschluss. Apropos Smartphone: Hyundai bietet auch eine eigene Dockingstation für Smartphones an (140 Euro, derzeit nur Iphone und Samsung Galaxy), die samt Ladefunktion auf dem Armaturenträger sitzt. Damit lässt sich navigieren und natürlich über Bluetooth auch Musik hören. Schade ist aber, dass ein eigenes Navigationssystem erst im kommenden Jahr zur Verfügung steht. Dafür hat der Hyundai i20 eine Lenkradheizung im Angebot, was in dieser Klasse auch eher eine Seltenheit ist.

Verhalten: Bei den Antrieben bleibt Hyundai vorerst bescheiden.
Verhalten: Bei den Antrieben bleibt Hyundai vorerst bescheiden.Foto: Promo

Das Fahrwerk kann überzeugen

Bei den Antrieben übt sich Hyundai erst mal in Bescheidenheit. Als Basis dient ein 1,2 Liter großer Vierzylinder-Benziner mit 75 oder 84 PS. Der derzeit noch stärkste Otto-Motor hat 1,4 Liter Hubraum und leistet 100 PS. Auf den ersten Testkilometern erwies sich dieser Antrieb als eine ordentliche Motorisierung, dem aber eine leichte Antrittsschwäche zu attestieren ist. Das maximale Drehmoment von 134 Newtonmeter bringt dieser Motor erst bei 3500 Umdrehungen pro Minute. Die bessere Wahl dürfte der neue Dreizylinder-Diesel mit 1,1 Liter Hubraum sein. Er wirft 75 PS in die Waagschale, fährt sich aber wegen der 180 Newtonmeter, die zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen anliegen, deutlich harmonischer.

In Sachen Verbrauch liegt der Hyundai i20 mit kombinierten vier Litern auf 100 Kilometern auch deutlich niedriger. Der zweite der beiden Diesel ist ein 1,4 Liter großer Vierzylinder mit 90 PS. Wer sich dynamischer mit dem i20 fortbewegen möchte, der sollte auf den überarbeiteten Dreizylinder-Turbo-Benziner warten, der ab kommendem Frühjahr angeboten wird. Der ist dann mit 120 PS aus einem Liter Hubraum unterwegs. Überzeugen konnte auf den bisherigen Probefahrten das Fahrwerk und die neu konstruierte Karosserie. Der Anteil an hochfesten Stählen, die in der Karosserie verbaut wurden, stieg von 16 auf 42 Prozent. Das hat dem europäischen Koreaner das Knarzen früherer Modelle endgültig ausgetrieben.

Der Hyundai i20 kommt auch als Coupé

Konfiguriert wird der Hyundai i20 maßgeblich über vier Ausstattungslinien. Die Basisvariante heißt schlicht i20, kostet mindestens 11 950 Euro und dürfte auf dem Markt keine Rolle spielen. Denn Radio und Klimaanlage sind hier nicht mal nachzubestellen. So gesehen geht es eigentlich mit 13 450 Euro für die Classic-Linie los. In der Variante Trend bringt der Hyundai i20 schon so einiges mit, was das Leben in einem Kleinwagen angenehmer macht. Aber nicht alles, denn die Einparkhilfe bleibt der höchsten Variante Style vorbehalten, für die dann mindestens 17 100 Euro für den mittleren Benziner fällig werden. Die beiden Diesel kratzen mit 19 100 oder 19 650 Euro dann aber der Marke von 20 000 Euro, was für einen Kleinwagen dann schon eine Ansage ist. Vielleicht auch ein Grund, warum das Preis-Leistungs-Verhältnis als Kaufgrund nicht mehr an erster Stelle steht.

Nachlegen will Hyundai nächstes Jahr übrigens auch noch bei den Karosserieformen. Während ein Kombi nicht in Sicht ist, wird der i20 dann auch als Coupé angeboten werden. Das dürfte den Anspruch des obersten Produktmanagers Christian Löer untermauern: „Wir wollen den i20 über das Design verkaufen.“ Ab diesem Dezember können sich die Kunden entscheiden, was mehr zählt: Preis oder Aussehen.

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