Vorstellung Hyundai i30 cw : Eine Schippe drauf gepackt

Hyundai geht mit dem i30 in die Verlängerung. Der Kompakte aus Korea wirbt mit mehr Nutzwert und flotterer Optik. Kann der Golf-Jäger die Erwartungen auch als Nutztier erfüllen? Ein erster Blick.

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Geht in die Verlängerung: Als Golf-Konkurrent hat sich der i30 cw bereits einen Namen gemacht. Nun soll er auch als Kombi dem Wolfsburger ein Schnippchen schlagen.Alle Bilder anzeigen
Foto: Markus Mechnich
02.10.2012 12:09Geht in die Verlängerung: Als Golf-Konkurrent hat sich der i30 cw bereits einen Namen gemacht. Nun soll er auch als Kombi dem...

Wenn Herr Winterkorn beeindruckt ist, dann muss da schon was dran sein. Nein, wir werden jetzt nicht schon wieder die Geschichte vom „Do scheppert nix“ vom VW-Konzernlenker im Hyundai i30 auf der IAA 2011 erzählen. Aber es muss eben was dran sein, wenn man bei Europas größtem Autokonzern immer wieder vor Hyundai als ernsthaftem Gegner im Rennen um die Krone in der Automobilbranche warnt.

Immerhin mehr als 20 000 Autos des neuen i30 wurde in diesem Jahr bereits in Deutschland zugelassen. Damit befindet sich das Modell bald auf Augenhöhe mit einem Ford Focus (33 742) und leistet doppelt so viele Zulassungen wie zum Beispiel ein Citroen C4 (9043). Auch wenn der i30 noch mit dem Rückenwind der Neuerscheinung segelt, diese Zahlen zeigen schon so etwa, wie der koreanische Importeur hierzulande mittlerweile einzuordnen ist.

Tendenz zum kompakten Kombi

Mit der Kombiversion des aufstrebenden Kompakten sollen diese Erfolge untermauert werden. Hyundai rechnet vor, dass von den rund 800 000 Einheiten in der so genannten Golf-Klasse mittlerweile rund 500 000 Kombis sind - Tendenz steigend. Daran will Hyundai natürlich kräftig teilhaben und schickt genau ein halbes Jahr nach dem Marktstart der Limousine den Kombi mit dem etwas nichtssagenden Namen „cw“ hinterher. Das verwundert folgerichtig kaum, zumal der Kombi-Anteil beim i30 zuvor schon bei mehr als 50 Prozent lag. Grund genug also sich den verlängerten i30 mal genauer anzusehen.

Verlängert ist schon mal ein gutes Stichwort, denn der Kombi misst ordentliche 19 Zentimeter mehr als die Limousine. Dieser Raumgewinn wird nicht nur für das Gepäckabteil verwendet. Auch die Passagiere im Fond sollen davon profitieren. Und die sind ja schon bei der kürzeren Version für diese Klasse alles andere als unterprivilegiert. Aber der Kombi legt da noch eine Schippe drauf. Die Kniefreiheit auf der Rückbank ist tatsächlich beachtlich und sucht in dieser Klasse ihresgleichen.

Fahrwerk zeigt sich als Softie

Pfiffig sind die beiden Fächer unter dem Ladeboden im Heck. Der hat außerdem nun 528 Liter an Volumen zu bieten, was einem Zuwachs 113 Liter im Vergleich zum Vorgänger gleicht. Bei umgeklappter Rückbank werden daraus 1642 Liter, was gar einem Raumgewinn von fast 250 Liter entspricht. Zum Vergleich: Der noch aktuelle Golf Variant hat maximal 1495 Liter zu bieten. Hyundai betont den ebenen Ladeboden, den der i30-Kombi bietet. Den sucht man allerdings erst mal vergebens. Denn eben wird es nur, wenn die Sitzflächen der Rückbank nach vorne geklappt werden. Das ist zwar klassenüblich, macht aber dennoch die Bedienung etwas umständlich.

Das Fahrwerk des verlängerten i30 ist gegenüber der Limousine nochmals modifiziert worden. Wahrscheinlich der Zuladung zuliebe – Der i30 cw kann bis zu 532 Kilogramm auf die Achsen nehmen – wurde das Fahrwerk weicher als bei der Limousine ausgelegt. Damit drängt das Heck des Kombi bei schneller Kurvenfahrt leicht nach außen, zeigt sich schwer und mit leichter Unruhe bei flotter Fahrt. Auf jeden Fall ist die neue Abstimmung zugunsten des Komforts und der Zuladung ausgefallen, grenzt die sportlichen Fähigkeiten aber ein.

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