Vorstellung Land Rover Discovery Sport : Sportlicher Entdecker

Nach dem Erfolg des Range Rover Evoque bringt Land Rover nun einen weiteren Ableger seiner großen Geländewagen.

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Selbstbewusst: Der neue Land Rover Discovery Sport zeigt, was sich die englische Marke wieder zutraut.
Selbstbewusst: Der neue Land Rover Discovery Sport zeigt, was sich die englische Marke wieder zutraut.Foto: Damian Blakemore

Es gab Zeiten, da stand der Markenverbund Jaguar und Land Rover vor dem Aus. Als sich mitten in der weltweiten Autokrise 2008 Ford dazu entschloss, diese beiden Marken aus der einstigen „Premier Automotive Group“ zu verkaufen, lag der Preis, über den man in de Branche munkelte, bei gerade mal 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro. Geradezu ein Schnäppchen in der Automobilbranche, das aber damals niemand haben wollte. Die einst stolze und traditionsreiche britische Autoindustrie schien zwei ihrer letzten Ikonen endgültig zu verlieren, bis die indische Tata-Group auftauchte und sich die beiden Marken schnappte.

Was anfangs als Sakrileg angesehen wurde, erweist sich heute als Glücksgriff für die beiden englischen Premiumhersteller. Denn Tata machte weitreichende Zusagen, was Arbeitsplätze und Markenidentität angeht und holte 2010 Ralf Speth von Linde als Vorstand zurück. Seitdem geht es sowohl mit Jaguar als auch mit Land Rover aufwärts. Im vergangenen Jahr konnte die Marke beim Absatz in Deutschland um 17,3 Prozent zulegen. Weltweit waren es 15 Prozent. In 2014 legte Land Rover bis November hierzulande sogar um 18 Prozent zu.

Überraschung: Der Land Rover Discovery Sport wirkt kleiner, als er eigentlich ist.
Überraschung: Der Land Rover Discovery Sport wirkt kleiner, als er eigentlich ist.Foto: Markus Mechnich

"Das kompakteste SUV mit 5+2 Sitzen"

Was sich insbesondere Land Rover mittlerweile zutraut, zeigt nun erneut der Land Rover Discovery Sport. Schon der Range Rover Evoque fuhr mit Vollgas aus der bequemen Nische des edlen Geländewagenherstellers heraus. Und zwar mit einem riesigen Erfolg. Der Land Rover Discovery Sport will ihm das nun gleichtun. Das Prinzip der beiden Modelle ist ähnlich: Man nehme die bewährten Eigenschaften der großen Geländewagen – als da wären Geländetauglichkeit, Komfort und ein besonderes, positives Image – und verpacke sie in ein kompaktes, aber modernes Blechkleid. Der Land Rover Discovery Sport ist zwar mit knapp 4,60 Metern nur rund 23 Zentimeter kürzer geraten als der große Disco. Aber: „Er ist das kompakteste SUV, das 5+2 Sitze anbietet“, wie der Geschäftsführer von Land Rover Deutschland, Peter Modelhart, betont.

Dabei wirkt er auf den ersten Blick noch kleiner, als er eigentlich ist, denn Land Rover hat beim Disco Sport mit einem langen Radstand (2,74 Meter) und sehr kurzen Überhängen vorne und hinten gearbeitet. Dadurch sind die beiden optionalen Sessel in der dritten Reihe, die allerdings Erwachsene nur auf kurzen Strecken glücklich machen, überhaupt erst möglich. Beachtlich ist hingegen das Platzangebot in der zweiten Reihe, das drei Erwachsenen vollwertige Sitze anbietet und reichlich Beinfreiheit mitbringt. Vorne sitzt man hingegen ordentlich, wird aber durch den breiten Mitteltunnel und den ausladenden Armaturenträger eingegrenzt. Besonders passgenau mit gutem Seitenhalt, aber sehr komfortabel sind die beiden vorderen Sitze ausgefallen. Wenn sie in der höchsten Ausstattungsvariante HSE Luxury sogar mit Windsor-Leder bezogen sind, ist das Gestühl ganz was Feines.

Komfort: Die beiden Sitze vorne bieten passgenauen Seitenhalt.
Komfort: Die beiden Sitze vorne bieten passgenauen Seitenhalt.Foto: Promo

Hoher Nutzwert

Der Land Rover Discovery Sport bietet beim Fahrwerk die ganze Offroad-Kompetenz, die auch der Land Rover Discovery zu bieten hat. Der permanente Allradantrieb ist, bis auf die Einstiegsvariante, die erst im Herbst kommt, obligatorisch. Mit Bergab- und Bergauffahrhilfe lassen sich Steigungen fast vollautomatisch meistern, und das bewährte System „Terrain Response“ lässt sich in Schlupfregelung, Drehmomentverlauf und Kraftverteilung auf Schnee, Sand oder steinigen Untergrund justieren. Zwei Lamellenkupplungen zudem bei Bedarf den Antriebsstrang.

Im Gegensatz zu seinem Sportsbruder Evoque ist der Land Rover Discovery Sport auf einen hohen Nutzwert ausgelegt. Das zeigen nicht nur die beiden optionalen Sitze in der dritten Reihe. Auch die 541 Liter an Volumen für den Laderaum belegen das ganz gut. Wird die zweite Reihe umgeklappt, dann passen sogar 1698 Liter rein. Zugänglich wird der Kofferraum über eine elektrisch öffnende Heckklappe.

Stark: Besonders der Benziner ist mit seinen 240 PS zum Kraftpaket geworden.
Stark: Besonders der Benziner ist mit seinen 240 PS zum Kraftpaket geworden.Foto: Promo

Der starke Diesel ist sparsamer

Die ersten Testkilometer haben wir zunächst im Benziner zurückgelegt, der mit seinen 240 PS geradezu ein Kraftpaket geworden ist. Zwar packt der mit seinen 340 Newtonmeter Drehmoment nicht ganz so kraftvoll zu wie seine Diesel-Kollegen, aber der Land Rover Discovery Sport ist damit, trotz seines nicht unerheblichen Gewichts von 1744 Kilogramm, angenehm und flott zu bewegen. Beim Verbrauch ist diese Variante, die hauptsächlich für den amerikanischen Markt gedacht ist, allerdings auch nicht so ganz zaghaft. Auf den Normverbrauch von acht Litern für 100 Kilometer sind in der Praxis wohl mindestens eineinhalb Liter aufzurechnen. Sparsamer geht da der stärkere der beiden Diesel zu Werke, obwohl er rund 20 Kilo mehr an Leergewicht rumschleppen muss. Mit 190 PS, vor allem aber mit seinen 420 Newtonmetern, kommt auch er sehr flott von der Stelle, überzeugt durch Laufruhe und kultivierte Kraftentfaltung.

Die Preise für den Discovery Sport beginnen bei 32250 Euro für den kleinsten Diesel. Der mittlere Diesel mit Schaltgetriebe kostet 34400 Euro. Die Neungangautomatik von ZF, die auch in diesem Modell butterweiche Schaltvorgänge und eine harmonische Fortbewegung garantiert, schlägt mit einem Aufschlag von 2250 Euro zu Buche. Eine Investition, die sich lohnt. Ab Februar 2015 geht der Land Rover Discovery Sport auf Kundenfang und will vor allem bei der deutschen Premiumkonkurrenz Kunden abspenstig machen. Das Zeug dazu, den Marktanteil von Land Rover weiter nach oben zu treiben, hat er allemal.

Einstiegsversion mit Frontantrieb

Im kommenden Februar wird der Land Rover Discovery Sport zu den Händlern rollen. Im Angebot befinden sich dann vier Motoren, von denen drei mit Diesel befüllt werden. Das Angebot an Antrieben ist identisch mit der Palette für den Range Rover Evoque. Alle Motoren sind Vierzylinder und quer eingebaut. Ein Angebot mit Sechszylinder-Motor, wie es der große Discovery ausschließlich hat, ist beim Discovery Sport nicht geplant und wohl aufgrund der Platzverhältnisse auch kaum möglich.

Die günstigste Variante wird der eD4 mit Sechsgang-Schaltgetriebe, zwei Liter Hubraum und 150 PS werden. Diese Einstiegsversion ist auch die einzige, die es mit Frontantrieb gibt. Alle anderen fahren mit permanentem Allradantrieb. Darüber rangieren zwei Varianten eines 2,2 Liter großen Selbstzünders. Die TD4 genannte kleinere Version des Motors bringt es auf 150 PS und ein Drehmoment von 400 Newtonmeter. Die stärkere Version leistet 190 PS und bringt 420 Newtonmeter auf die Antriebswelle. Diese beiden Versionen werden in Deutschland wohl auf 95 Prozent Anteil kommen, wobei der stärkere Antrieb 60 und der schwächere 35 Prozent beiträgt. Beide Motoren gibt es wahlweise mit oder ohne Neungang-Automatik. Als einziger Benziner wird es einen zwei Liter großen Vierzylinder mit 240 PS geben. Dem Benziner werden hierzulande nur fünf Prozent am Absatz zugetraut. Auch den frontgetriebenen Disco Sport, der erst im Herbst erhältlich sein wird, werden wohl nur fünf bis zehn Prozent der Kunden bestellen.

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