Vorstellung Mercedes GLA : Das G wird kompakt

Mit dem Mercedes GLA haben die Schwaben nun auch endlich ihr Kompakt-SUV, das mit Audi und BMW mehr als nur konkurrieren soll. Im Test überzeugt der Neue mit sportlicher Optik und erstaunlicher Agilität. Gelände kann er, aber nur ein bisschen.

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Kann Offroad - zumindest etwas: Der Mercedes GLA.
Kann Offroad - zumindest etwas: Der Mercedes GLA.Foto: promo

Mercedes hat derzeit das Momentum auf seiner Seite. Seit der großen Überarbeitung der E-Klasse und mit der neuen A-Klasse glänzt der Stern wieder. Das hätte man den Schwaben noch vor zwei Jahren nicht unbedingt zugetraut. Das Design bei den meisten Modellen war wenig zeitgemäß, und so einige technische Problemchen haben der Marke zu schaffen gemacht. Jetzt sieht es so aus, als könnte der Plan, die Premium-Konkurrenten Audi und BMW bis 2020 hinter sich zu lassen. Wirklichkeit werden.

Ein wesentlicher Baustein für dieses Projekt ist das langersehnte Kompakt-SUV, das Mercedes bisher fehlte. In diesem Wachstumssegment hatte die Marke bisher nur den GLK anzubieten, der für die Klasse etwas groß und nicht mehr so ganz auf der Höhe der Zeit ist. Zur Veranschaulichung: BMWs X1 ist mittlerweile mit bald 24 000 Einheiten das meistverkaufte SUV der Marke, und bei Audi hat der Q3 mit mehr als 25 000 Zulassungen in Deutschland ebenfalls alle anderen Qs der Ingolstädter überholt. Da verwundert es wenig, dass Mercedes schon auf der letztjährigen IAA mit großem Tamtam die Premiere des GLA feierte, obwohl er erst Mitte März zu den Händlern rollt. Wer spät kommt, der muss umso lauter trommeln, um Aufmerksamkeit zu erheischen.

Auf den ersten Blick mehr Coupé als SUV

Diese Binsenweisheit hat sich Mercedes auch für das Design des Kompakten auf die Fahnen geschrieben. Fast ebenso zackig wie die A-Klasse gestaltet ist der GLA auf den ersten Blick mehr Coupé als SUV. Zwei flotte Sicken im Blech der Motorhaube und konkav zulaufende Lichtkanten an den Flanken machen den Auftritt des Kompakt-Schwaben sehr sportlich. Ähnlich wie bei der A-Klasse geht Mercedes hier aufs Ganze. Das wird nicht jedem gefallen, dürfte aber durchaus bei ausreichend vielen Kunden Anklang finden. "Wer spät kommt, der muss sich eine Nische suchen", heißt es bei Daimler dazu. In welcher Ecke man gedenkt, diese zu finden, sagt das Auto auf den ersten Blick.

Das kompakte G schaltet den Turbo ein
Lange hat es gedauert, aber jetzt starten die Schwaben durch: Mit dem Mercedes GLA nimmt die Marke mit dem Stern Schwung zum Überholen in der Klasse der Kompakt-SUVs.Weitere Bilder anzeigen
1 von 21Foto: Hersteller
14.02.2014 14:56Lange hat es gedauert, aber jetzt starten die Schwaben durch: Mit dem Mercedes GLA nimmt die Marke mit dem Stern Schwung zum...

Trotz der sportlichen Optik geht es im Innern des Mercedes GLA erstaunlich geräumig zu. Zwar verlaufen A- und C-Säule, der coupéhaften Dachlinie zuliebe, recht tief, und so muss der Kopf beim Einsteigen durchaus eingezogen werden. Wer aber auf den bequemen Sesseln Platz genommen hat, der wird sich über mangelnden Freiraum kaum beschweren können. Das gilt sogar für den Fond, wo zwei Erwachsene bequem Platz finden. Der Raum für die Knie geht in Ordnung, die Kopffreiheit ist bis zu einer Größe von 1,90 Metern ausreichend. Das lässt die Karosse von außen nicht unbedingt vermuten.

Stark eingeschränkt ist hingegen die Rundumsicht, was ebenfalls der flachen Dachlinie zuzuschreiben ist. Zur Seite geht es noch, nach hinten erlaubt nur ein schmales, hochsitzendes Fenster den Blick nach draußen. Dieses deckt ansonsten einen Kofferraum ab, der nicht unbedingt zu praktischsten seiner Art gehört. Die Ladekante ist mit 71 Zentimetern in der normalen Variante relativ hoch ausgefallen. Dem flotten Design geschuldet ist die Breite ebenfalls etwas eingeschränkt. 421 Liter schluckt der Mercedes GLA im Normalfall, 1235 Liter können es maximal werden. Damit kann er zwar normalerweise seine Premiumkonkurrenten mehr (Audi Q3: 365 Liter) oder weniger (BMW X1: 420 Liter) hinter sich lassen, zeigt sich aber weniger flexibel. Zu beiden fehlen bei umgeklappter Rückbank mindestens 100 Liter.

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