Vorstellung Mercedes GLA : Der Spätberufene

Es hat Jahre gedauert: Mit dem Mercedes GLA zeigt Daimler die Antwort auf BMW X1 und Audi Q3. Der Schwabe tritt noch revolutionär auf, ist aber scharf gezeichnet. Kann er das Feld von hinten aufrollen.

Der Mercedes GLA soll das Feld der kompakten Premium-SUVs von hinten aufrollen.
Der Mercedes GLA soll das Feld der kompakten Premium-SUVs von hinten aufrollen.Foto: Hersteller

Kompakte SUV gelten als die Erfolgsmodelle unserer Zeit. BMW preschte schon 2009 mit dem X1 vor, Audi folgte 2011 mit dem Q3 – nur beim Daimler in Stuttgart blieb es erstaunlich ruhig. Erst jetzt zur IAA 2013 zeigt Mercedes die schwäbische Interpretation eines kompakten SUV. Die Serienversion des GLA unterscheidet sich nur in Nuancen vom Konzept-Fahrzeug, das als Studie in Schanghai präsentiert wurde. Vor allem das Design wurde nahezu unverändert übernommen. Der GLA gibt sich auf den ersten Blick als Mercedes zu erkennen, vollbringt gleichzeitig das Kunststück, erfrischend neu und modern dazustehen.

Die Verwandtschaft zu CLA oder A-Klasse ist ihm ins Gesicht geschrieben: Denn gerade beim Kühlergrill mit dem großen Zentralstern und bei der Form der Scheinwerfer orientiert sich der Neue an den Familien-Genen. Die Motorhaube mit den sogenannten Powerdomes erinnert ebenfalls an das Vorbild CLA-Coupé.

Muskulöses Auftreten

Aus allen anderen Perspektiven dagegen präsentiert sich der GLA in einem eigenständigen Erscheinungsbild. Charakteristisch ist die Kombination aus hochgesetzter Karosserie in Verbindung mit dem optisch niedrig gehaltenen "Greenhouse", also dem oberen Teil des Passagierabteils. Zudem setzten die Designer auf ein muskulöses Auftreten. Das macht besonders die Heckansicht deutlich, wo die ausgeprägten Schultern über den Radhäusern von dem nach oben hin schmal auslaufenden Dach noch betont werden. Den Offroad-Charakter des SUV betonen Elemente wie ein angedeuteter und deutlich sichtbarer Unterfahrschutz.

Der Unterfahrschutz deutet Geländefähigkeit an, die in begrenztem Umfang auch vorhanden ist.
Der Unterfahrschutz deutet Geländefähigkeit an, die in begrenztem Umfang auch vorhanden ist.Foto: Hersteller

Die Ingenieure haben es geschafft, dem GLA einen cW-Wert von 0,29 ins Blech zu schneidern – was in diesem Segment deutlich den Spitzenplatz bedeutet. Unter anderem wurde der Fahrzeugboden großflächig verkleidet. Gleichzeitig wurde viel Aufwand getrieben, um die Windgeräusche im Wagen zu minimieren. Dafür sorgen spezielle Türdichtungen oder auch eine zusätzliche Abdichtung der Querfugen zwischen Dach und Heckklappe.

Zwei Diesel, zwei Benziner

All diese Maßnahmen gemeinsam führen am Ende auch zu überraschend geringen Verbrauchswerten – der GLA kann je nach Motorisierung bereits mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,3 Litern auf 100 Kilometer bewegt werden. Dieser Wert gilt für den GLA 200 CDI, der von einem Dieselmotor mit 2,2 Litern Hubraum und einer Leistung von 100 kW/136 PS angetrieben wird. Als zweiter Diesel findet sich der GLA 220 CDI im Programm: Auch hier hat der Motor 2,2 Liter Hubraum, die Leistung jedoch beträgt 125 kW/170 PS.

Auch im Interieur geht Mercedes neue Wege. Das Display des Navigationssystems bekommt eine ganz neue Wertigkeit.
Auch im Interieur geht Mercedes neue Wege. Das Display des Navigationssystems bekommt eine ganz neue Wertigkeit.Foto: Hersteller

Daneben bietet Mercedes auch zwei Benzinmotoren an: das Einstiegsmodell GLA 200 mit 1,6 Liter Hubraum und 115 kW/156 PS und den GLA 250 mit 2,0 Litern Hubraum und 155 kW/211 PS. Geschaltet wird mit einem Sechsgang-Getriebe oder bei den jeweils stärkeren Motorvarianten mit der serienmäßigen Doppelkupplungsautomatik 7G-DCT. Alle Modelle sind zudem ab Werk mit einer Start-Stopp-Funktion ausgestattet. Ordert man den optionalen Allradantrieb, kommt ausnahmslos die Doppelkupplungsautomatik zum Einsatz. Die Antriebsmomente werden vollkommen variabel auf Vorder- und Hinterachse verteilt. Das Spitzenmodell der neuen Baureihe ist der GLA 250 4Matic: Er beschleunigt aus dem Stand in 6,5 Sekunden auf Tempo 100, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h und verbraucht im Schnitt 7,1 Liter auf 100 Kilometer.

Offroad elektronisch und eine Vielzahl an Assistenten

Zur Ausstattung der Allradversionen zählen die Bergabfahrhilfe DSR (Downhill Speed Regulation) und ein spezielles Offroad-Fahrprogramm – wird Letzteres aktiviert, passt die Elektronik die Schaltpunkte sowie die Kennlinien für das Gaspedal den Fahrbedingungen auf losem Untergrund an.

Ausgestattet ist der GLA zudem grundsätzlich mit einer Reihe aktueller Assistenzsysteme. Zum Serienumfang gehören etwa die Attention Assist genannte Müdigkeitserkennung und der Kollisionsschutz mit adaptivem Bremsassistenten, der bereits bei Geschwindigkeiten ab sieben Stundenkilometern aktiv ist. Als Sonderausstattung lässt sich das System mit zum Collision Prevention Assist Plus aufwerten – das System kann dann bei Geschwindigkeiten bis 200 km/h autonome Bremsungen durchführen. Ebenfalls ordern lassen sich für den GLA Hilfen wie der Totwinkel- und Spurhalteassistent oder ein adaptiver Fernlicht-Assistent.

Außerdem kommt im Kompakt-SUV die neueste Multimedia-Generation zum Einsatz. Unter anderem wurde die Integration des Apple iPhone erweitert. Als Highlight nennt Daimler in diesem Zusammenhang die Sprachbedienung Siri sowie die Echtzeit-Positionsfreigabe Glympse. Als weitere Funktionen genannt werden Facebook, Twitter sowie Navigationslösungen mit internetbasierten Verkehrsinformationen in Echtzeit. Angaben zu den Preisen hat Mercedes bislang noch nicht gemacht. Wettbewerber wie der BMW X1 starten bei rund 28 000 Euro. Entsprechend dürfte die preisliche Einstufung knapp unter 30 000 Euro beginnen. (sppr)

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