Vorstellung: Mercedes S-Klasse : Viel hilft viel

In der neuen Mercedes S-Klasse stecken mehr Assistenten und Komfort-Ideen als in jedem anderen Auto der Welt. Dieses Auto soll ein Zeichen sein für den Rest der Branche. Nichts weniger als das beste Auto überhaupt. Eine Fahrprobe.

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Fahren in einer eigenen Welt: Die Mercedes S-Klasse will in jeder Disziplin an die Spitze.
Fahren in einer eigenen Welt: Die Mercedes S-Klasse will in jeder Disziplin an die Spitze.Foto: Hersteller

Mercedes hat selbst Schuld: Was immer man nach den ersten Ausfahrten liest – es geht weniger um die Antriebe und darum, wie sich die neue S-Klasse fährt. Es geht vor allem darum, was sie dem Fahrer abnimmt und wie sie ihn verwöhnt. Auch wir können uns dem Feuerwerk an Fahrhilfen, Sicherheits-Assistenten und Wohlfühl-Extras nicht entziehen, versichern aber vorsorglich, dass Motoren, Lenkung und Automatikgetriebe jedem Anspruch der automobilen Oberklasse gerecht werden – jedenfalls, solange man nicht den Anspruch hat, Rekorde auf dem Nürburgring einzufahren. Ambitionen, den Rest der Welt abzuhängen, hat die Mercedes S-Klasse an anderer Stelle: Auf 20 Assistenzsysteme bringt es die Neuauflage des Exportschlagers; darunter bekannte, die verfeinert wurden und Erfindungen, die uns Staunen machen. Die spannendsten Helfer haben wir genauso ausprobiert wie die spektakulärsten Luxus-Features. Eindrücke dazu finden Sie weiter unten.

Bei der Mercedes S-Klasse gehen die Schwaben aufs Ganze. Mehr Luxus und mehr Technik gab es noch nie.
Bei der Mercedes S-Klasse gehen die Schwaben aufs Ganze. Mehr Luxus und mehr Technik gab es noch nie.Foto: Hersteller

Mit der neuen S-Klasse verhilft Mercedes unserer Oma posthum zur Ehre. Viel hilft eben doch viel – jedenfalls, wenn die Zutaten für Sicherheit und Komfort so perfekt ausgewählt und kombiniert werden. Die S-Klasse bremst, lenkt und beschleunigt im Stau von alleine. Sie filmt Unebenheiten auf der Fahrbahn und stellt das Fahrwerk vorab darauf ein. Sie sieht nachts Hindernisse, die dem Fahrer entgehen und sie unterscheidet dabei Tiere von Menschen. Und ganz nebenbei erbringt sie einen Beweis, den Mercedes angesichts der Verkaufserfolge von BMW und Audi dringend nötig hat: Die Stuttgarter sind noch immer imstande, Meilensteine zu setzen. Die S-Klasse bringt Technologie in Serie, die früher oder später auch in die unteren Klassen wandern wird. Dass man weder Wind noch Motoren hört, dass man sich am Innenraum gar nicht satt sehen mag und dass die hinteren Sessel jedes Wohnzimmer ausstechen, passt da ins Bild: Man muss kein Mercedes-Fan sein, um dieses Auto als Meisterwerk zu bezeichnen.

Den Vorgänger hat Mercedes weltweit mehr als eine halbe Million mal verkauft. Für die neue S-Klasse liegen bereits mehr als 20 000 Bestellungen vor.

Erste Eindrücke von den zahlreichen Assistenten:

Schaltzentrale: Mit der Gestaltung des Cockpits geht Mercedes neue Wege.
Schaltzentrale: Mit der Gestaltung des Cockpits geht Mercedes neue Wege.Foto: Hersteller

Automatisiertes Fahren: Wenn alles steht, geht doch was
Im Stau ist es der Klassiker: Der Fahrer greift zum Handy und tippt ein paar SMS, er komme später. Mit dem Stop-and-go-Piloten kein Problem: Die S-Klasse folgt dem Vordermann autonom; der Fahrer kann die Hand vom Steuer, den Fuß von den Pedalen nehmen. Natürlich kann er jederzeit wieder eingreifen: Funktioniert!

Vorausschauendes Fahrwerk: Die S-Klasse kam, sah und schwebte
Der Test ist simpel: Erst fahren wir wie gewohnt übers Schlagloch. Selbst die luftgefederte S-Klasse muss ein wenig schlucken. Dann nochmal mit der „Magic Body Control“: Eine Stereokamera erkennt die Fehlstelle vor uns und leitet die Info weiter. Das Fahrwerk stellt sich blitzschnell darauf ein – kein Vergleich!

Nachtsicht-Assistent Plus: Ich sehe was, was du nicht siehst
Mercedes hat seinen Nachtsicht-Assistenten um eine Wärmebildkamera ergänzt. Werden im Dunkeln herannahende Menschen oder Tiere erkannt, schaltet die Anzeige von Tacho auf Nachtsichtbild um und markiert auf diesem die Gefahrenquelle. Fußgänger werden zur Warnung mit Spotlights angeblinkt, Tiere nicht.

Ab dem 20. Juli steht die neue S-Klasse bereits beim Händler. Mercedes drückt bei den Produktinnovationen weiter aufs Gas.
Ab dem 20. Juli steht die neue S-Klasse bereits beim Händler. Mercedes drückt bei den Produktinnovationen weiter aufs Gas.Foto: Hersteller

Massagefunktion: Von wegen, Autofahren ist Stress
Gegen Aufpreis stecken die Sitze voller Luftkissen: Übers Display wählt man Art und Intensität der gewünschten Massage aus. Sechs Wellness-Programme stehen zur Wahl; uns gefielen die beiden mit Wärmezufuhr nach dem Hot-Stone-Prinzip am besten. Neu im Fond: Lehnen und Sitzkissen lassen sich jetzt separat verstellen.

3D-Surround-Soundsystem: Da reicht ein Wort: Burmester
Man hat ja schon allerhand gehört in noblen Autos mit noblen Anlagen. Aber was Burmester in der S-Klasse veranstaltet, verschlägt einem schier die Sprache: Sauberer, klarer, räumlicher haben wir Bach nie genossen. Die Basslautsprecher sitzen in der Stirnwand, nicht in den Türen. Und selbst im Dachhimmel sitzen Boxen.

Air-Balance-Paket: Was riecht denn hier so?
In französischen Modellen hat sich die Beduftung vor Jahren nicht durchgesetzt. Mercedes versucht es trotzdem – dezent und mit vier verschiedenen Noten. Gezwungen, Gutes zu riechen wird niemand; wer die Funktion einschaltet, kann sogar die Intensität steuern. Neu zudem: eine elektrische Armlehnenheizung.

Die Motoren:

Zunächst zwei Benziner und zwei Diesel - Mercedes plant auch einen Plug-in-Hybrid

Ab 20. Juli steht die Limousine in zwei Längen- und drei Motorversionen zu Preisen ab 79 789 Euro beim Händler. Trotz der vielen Sicherheits- und Komfortoptionen (siehe Detail-Informationen unten auf dieser Seite) überfordert das Cockpit den Fahrer nicht. Zentrale Bedienelemente sind der bekannte Drück-Drehregler in der Mittelkonsole und ein riesiger Bildschirm darüber. Das Instrumentenbord ist volldigital und stellt variabel die gerade benötigten Informationen ins Blickfeld des Fahrers. Trotzdem ist der beste Platz hinten rechts, wo es nun einen Beinahe-Liegesitz für gestresste Chefs gibt.

Stress oder Unruhe bleibt den Passagieren an Bord der S-Klasse sowieso fremd. Auch wenn der S350 mit 190 kW/258 PS und einer Sprintzeit von 6,8 Sekunden durchaus schnell ist, wirkt er innen während der Fahrt ruhig und gelassen – eher wie eine Hochgeschwindigkeits-Magnetbahn als wie ein profanes Auto. Trotzdem: Wer selbst fährt, ist vom handlichen Eindruck des mindestens rund zwei Tonnen (Kurzversion) schweren Oberklassemodells überrascht.

Dazu tragen die durch die Bank starken Motoren natürlich das ihrige bei. Die Palette startet zunächst mit einem 225 kW/306 PS starken Benzin-Hybrid, der laut Katalog mit 6,3 Litern Super auskommt. Darüber rangiert ein konventioneller V8-Benziner, dessen Normverbrauch von 8,6 Litern sich ebenfalls sehen lassen kann. Auf Dieselseite besteht zunächst die Wahl zwischen dem V6-Motor mit 190 kW/258 PS und 5,5 Liter Verbrauch sowie einem später nachgereichten Vierzylinder-Hybrid, der 150 kW/204 PS leistet und 4,4 Liter verbraucht. Weitere Motoren werden folgen, darunter auch welche von AMG, solche mit zwölf Zylindern und einer mit Plug-in-Hybridtechnik.

So viel Technik und Leistung haben ihren Preis. Die günstigste Version der S-Klasse schlägt bereits mit knapp 80 000 Euro zu Buche. Mit ein wenig Extra-Ausstattung sind schnell sechsstellige Preise fällig. (mit sppr)

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